ROCKHARZ 2011

ROCKHARZ 2011
Das Rockharz Open Air wächst von Jahr zu Jahr und etabliert sich zu einem der größten Festivals im Norden zu werden. 2011 schafften es ca. 7500 Menschen in einer tollen Atmosphäre und Umgebung friedlich zu feiern und wir durften mal wieder dabei sein. Die Professionalität steigt und das merkt man schon am Einlass und den Kontrollen. Am Donnerstag zu einem Festival zu fahren, ist heutzutage normal geworden und so betraten wir auch pünktlich das Gelände im schönen Harz.

Donnerstag, 7. Juli 2011:

CRIPPER (15:30)
Unsere Nachbarn aus Hannover bestiegen die Bühne und Britta zeigte mit dem Opener  "Junkie Shuffle" dem Publikum ihre unverwechsbare Stimmgewalt. Neben alten Song wurde auch die neue Stücke „General Routine“, "Clean" und "Another Lesson In Pain" präsentiert. Die erste Wall of Death hatten die Hannoveraner auch gleich in Beschlag genommen.

THE NEW BLACK (16:15)
mit Christoph Leim vom Hammer an den Seiten machten ordentlich druck und spielten ein soliden Gig.

FOZZY (17:05)
Die Überraschung war an diesem noch jungen Festivaltag die nächste Band aus Übersee. FOZZY die Amies mit dem Wrestling Star Chris Jericho stürmten die Bühne. Zwar wurde die Band abgefeiert, aber Chris Stimme war ein wenig dünn für meine Ohren.

NEAERA (18:45)
Sänger Benny Hillek ist eine Rampensau und das stellt er gleich mit dem besten NEAERA Song und Opener "Let The Tempest Come" unter Beweis. Die Wall of Death läßt nicht lange auf sich warten und ein Crowdsurfer nach dem anderen bringt die Secu ins Schwitzen. Ein Auftritt mit Power und Moshpits wie wir ihn uns von den Münstern wünschen.

PRO PAIN (19.35)
Bei strahlendem Sonnenschein enterten die harten Jungs aus New York City die Dark Stage. Zwar ist von der ursprünglichen Truppe außer Frontglatze Gary Meskil niemand mehr mit an Bord und die jüngeren Veröffentlichungen kommen nicht an die alten Klassiker heran, dennoch wollte ich mir die Jungs zu ihrem Bandjubiläum nicht entgehen lassen. Und zumindest di erste Hälfte des Sets hat sich gelohnt. Die Band startet mit „Foul Taste of Freedom“ und bretterte sich dann durch  
die Setlist des gleichnamigen Debüts. Anfangs habe ich es kaum zu glauben gewagt, doch spätestens nach „Death on the Dancefloor“ und „Murder 101“ war klar: die Jungs braten ihr Debüt durch die Boxen. Absolut genial! Zwar wurde es am Ende dann doch nicht das ganze Album, aber trotzdem haben die Hardcore Veteranen meinen Abend versüßt. Den zweiten Teil des Sets, der einen Überblick über spätere Alben bot, hätte man sich auch schenken können. Ich hätte stattdessen lieber die 2-3 fehlenden Songs des Debüts gehört. Trotzdem haben Meskil & Co den Metalcoreheinis auf dem Festival deutlich gezeigt was ihr Motto ist: Wenn wir inne Stadt komm, dann gibt’s Tote auffe Tanzfläche.

STRATOVARIOUS (20.30)
Wer hätte gedacht, dass man die Jungs überhaupt nochmal zu sehen bekommt. Nachdem auch die gesundheitlichen Probleme von Drummer Jörg im Griff zu sein scheinen, erhob sich die Band Phönix ähnlich wie der Weiße Riese aus der Waschküche, in der zuvor ja noch ordentlich viel schmutzige Wäsche mit ex-Gitarrero Timo Tolkki gewaschen worden war. Mit „Polaris“ und „Elysium“ hatte man starke Alben im Gepäck und es zeigte sich schnell, dass die Metalheads hungrig auf den melodiösen Metal der Finnen waren. Von „Deep Unknown“ bis „Hunting High And Low“ wurden alle Klassiker auf die ausrastenden Fans abgefeuert, so dass die zahlreichen Soli als Verschnaufpausen durchaus notwendig waren.

FREI.WILD (22:40)
Mit FREI.WILD betrat eine für mich der überbewerteste Band die linke Bühne und wurde von Ihren Fans abgefeiert.

AMORPHIS (0:05)
Das Highlight an diesem Abend durfte aber noch folgen, den AMORPHIS betraten die Stage und zogen  nach leider sehr langen, technischen Problemen das Publikum sofort in Ihren Bann. Tomi Joutsen ist für mich eine der begnadeten Sänger und stellte das wieder Mals unter Beweis. Die Songauswahl war zwar nicht so gut wie auf der Tour, stellte aber die meisten Fans ruhig. Der Regen war schon voll im Gange als HYPOCRISY die Bühne betrat und ein Feuerwerk nach dem anderen abfackelte. In Gewohnter Manier stampften die Schweden um Mastermind Peter ein Walzer nach dem anderen ab.

Freitag, 8. Juli 2011:

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und strahlte uns die Hitze nur so um die Ohren.

HACKNEYED (14:45)
Die ersten Band des Tages war für mich die jungen Deathmetaler HACKNEYED, die gerade mal ein Durchschnittsalter von 20 Jahren haben und schon dermaßen fies brettern, dass sie sich hinter Größen wie Bolt Thrower oder Kataklysm nicht verstecken brauchen.

WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER (15:30)
sind die abgestimmteste Band auf dem Rockharz. Alle mit weißen Shirt, schwarzer Hose und die Choreo zum Blastcore passt wie bei keiner zweiten Band an diesem noch jungen, heißen Freitag. WBTBWB spielen viele Songs vom aktuellen Album "Der Tag An Dem Die Welt Unterging". Mit “Superföhn Bananendate”, "Oh Mama Mach Kartoffelsalat” und “Der Kleine Vampir” bekamen wir neue, aber auch alte Songs vom "Das Monster aus dem Schrank" durften nicht fehlen.

POWERWOLF (17.05)
Am meisten war ich dieses Jahr auf den Auftritt der Wölfe gespannt. Leider mussten sie bei strahlender Sonne auf die Bühne, was der Atmosphäre der Sakralmetaller nicht entgegen kam. Wer die Band mal im Club gesehen hat weiß, dass Licht und Atmosphäre fester Bestandteil der Gigs sind. Dennoch konnten die Greywolf Brüder und ihre Truppe auf ganzer Linie überzeugen. Neben den Granaten der ersten Alben gab es auch bereits einen Vorgeschmack auf das demnächst erscheinende  „Blood of the Saints“ Album: „Sanctified with Dynamite“ gehörte zu dem Besten, was man bislang aus der Feder Powerwolfs gehört hatte. Sänger Attila sorgte mit seiner gewohnt humoristischen Art beim Publikum für gute Stimmung, der druckvolle Melodic Powermetal sorgte für kreisende Haare. Powerwolf waren für mich die beste Band des Festivals – und nächstes Mal möchte ich sie bitte nach Einbruch der Dunkelheit sehen!

CALIBAN (17:55)
Weiter im Programm und mit einer der fünf besten Metalcore Acts der Welt. Caliban gaben sich die Ehre und Andy mit seinen Mannen machten von der ersten Sekunde an klar, wer hier die härteste Band des Billigs ist. Damals wären CALIBAN als Deathmetal Band durchgegangen, heutzutage wird es als Metalcore belächelt. Was die Jungs live abfeiern ist immer wieder ein Genuss für harte Ohren.  Als kleinen Schmankerl gibt es das Rammstein Cover "Sonne", welches diesen Gig abrundet  und mir ein lächeln ins Gesicht zaubert.

END OF GREEN (18:45)
Mit END OF GREEN wurde der Härtegrad einige Stufen nach unten verlagert und die GothRocker bieten dem Volk das was jahrelange Erfahrung ausmacht. Solide und technisch gekonnt runtergespielt, aber ohne wirklichen Biss.

DARK TRANQUILLITY (21:35)
Es ist Primetime und die Schweden Dark Tranquillity betreten die Stage. Mikael Stanne und Grafikgott Niklars Sundin sind schon fast Oldies in Ihrem melodic Deathmetal Land, haben aber nichts von Ihren Qualität verloren und stellen das auch 2011 unter Beweis. Seit über 20 Jahren stehen die Skandinavier im Schatten von IN FLAMES, füllen diesen aber als zweitbeste Schweden Band dennoch gut aus.

HAMMERFALL (22:40)
war damals das Zugpferd für eine neue Ära des melodic Powermetals, welche sie live immer noch unter Beweis stellen. Für mich ordentlich, aber Bands wie SABATON haben sie eingeholt.

EISREGEN (0:05)
ist wie RAMMSTEIN, entweder man lieb sie oder hasst sie. Ich für meinen Teil verstehe den Kult nicht und zähle mich eher zur Zweiten Gruppe.

FIDDLER´S GREEN (1:00)
machen Spaß und das spürt man zu jeder Sekunde. Auch wenn man nicht Fan ist, motivieren sie zum Tanzen und sogar zu einer WALL OF FOLK, die wohl einzigartig auf der Welt ist.


Samstag, 8. Juli 2011:


ORDEN OGAN (12.30)
Die Band, die sich anschickt das Erbe der Piratenmetaller von Running Wild anzutreten, präsentierte sich betont heavy auf dem Rockharz. Zur Mittagszeit donnerten sie von der Rock Stage und präsentierten Klassiker wie „Lord of the Flies“ oder „We Are Pirates“. An der Schießbude sorgte Felix für die Vertretung des erkrankten Ghnu, doch das tat der Qualität des Gigs keinen Abbruch. Die Fans grölten aus vollen Kehlen mit oder ließen sich weiter hinten ein kühles Blones zu den metallischen Weisen der Deutschen schmecken. Am Ende hieß es dann wieder „Handy raus, es darf gefilmt werden“. „Angels War“ sollte aus Fanperspektive zum Hochladen bei Youtube mitgeschnitten werden. Witzige Idee, wobei das ja ohnehin alle Fans machen.

GRAND MAGUS (15.30)
Die Nordmänner genießen dank ihres aktuellen Longplayers zunehmende Popularität, so dass es nicht verwundern durfte, dass die Herren von einer ansehnlichen Menge erwartet wurden. Mit ihrem beinharten, metallischen Doom Metal konnten sie an diesem Nachmittag ordentlich abräumen. Allerdings eignet sich die Musik wohl nicht wirklich für wilde Moshorgien, so dass die Fans eher bedächtig lauschend vor der Bühne standen und die kernigen Riffs wohlwollend aufnahmen. Dem Trio aus dem hohen Norden dürfte an diesem Nachmittag zumindest ein Achtungserfolg gelungen sein und die Rockharz Veranstalter können sich für ihre gute Mischung bei der Zusammenstellung des Billings zufrieden auf die Schulter klopfen.

UDO (21.35)
Nach wie vor bin ich dankbar, dass Unkenudo nicht zu Accept zurückgekehrt ist. Mit seiner eigenen Band hat er doch deutlich mehr Feuer unterm Hintern. Dies hat er auch beim Rockharz bewiesen. Er ist ja mittlerweile kein Rockharz Neuling mehr und dass er zu den größten Metaloriginalen der Szene gehört, ist ohnehin klar. Mit seiner Band, die vor Spielfreude platzte, präsentierte das Urgestein Songs aus verschiedenen Schaffensphasen und sparte natürlich mit „Balls To The Wall“, „Princess of the Dawn“ und „Metal Heart“ auch die Accept Era nicht aus. Und selbst wenn sich an diesem Abend viele Festivalgänger bereits Plätze vor der Rock Stage sicherten, weil sie In Extremo sehen wollten, so waren U.D.O. doch  – wie so oft – wirklich sehenswert.

ALLE Bilder zum Festival gibt es hier!
http://www.twilight-magazin.de/news/2480-rockharz-bilder-2011.html