Wacken Open Air 2006

  • Datum: 03. - 05.08.2006
  • Ort: Wacken
  • Besucher: 30000
  • Tickets: 79 Euro + VVK

 

Donnerstag

Mit Beach und weiblicher Begleitung im Gepäck ging es Richtung norden nach Wacken. Wochenlang hatte ich auf drei Websites die Wettervorhersage geprüft und mich zerknirscht auf Regen, Wolken und noch mehr Regen eingestellt. Als wir dann schließlich in dem Metalmekka Wacken ankamen, mussten wir zunächst die Mädels auf dem Campingplatz abladen - eine Prozedur, die Stunden und mir die letzten Nerven raubte. Als wir dann schließlich am frühen Nachmittag am Check In unsere Tickets etc. abholen wollten, ging der erste (und Gott sei Dank letzte) Regenschauer auf Beach und mich nieder. Irgendwann haben wir dann aber doch den Campingplatz erreicht, wo Daniel, Peter und Katrin etc. schon die Lokalitäten vorbereitet hatten.
Unter dem Titel "A Night To Remember" hatten es die Organisatoren in diesem Jahr geschafft, mit den Scorpions einen echten Superact in den norden zu holen.

Zunächst durfte jedoch Mr. Schenker Jr., seines Zeichens Sohn von Gitarrenmeister Michael, mit seiner Band Faster Inferno die Bühne betreten. Ordentlicher, gefälliger und bodenständiger Rock ohne besonderen Erinnerungswert - zur Einstimmung jedoch nicht verkehrt. Der Abend war diesmal voll in Hannoverscher Hand und so enterte schließlich die frisch reformierte und durch Frischling Jioti Parcharidis ergänzte 80iger Hardrock Legende Victory die Bühne um dort durch ihr best Of Programm zu führen. Zwar sind die Jungs deutlich von Vatern Zeit gezeichnet, doch rocken können sie noch immer und man merkt ihnen die Spielfreude an. Songs wie Check's In The Mail sind nach wie vor Granaten und machen Spaß.
MSG waren schon auf Tour mehr als schwach und ihr skandinavischer Sänger erinnerte eher an Hammerfall denn an MSG. Immerhin merkte man ihm in Wacken die gewonnene Bühnenerfahrung der damals laufenden Tour an und er konnte die Bühne wesentlich besser ausfüllen, als noch beim Gig in Hannover. Wie auch immer: MSG konnten nicht überzeugen, zu schwach die Songauswahl und zu dahingeplänkelt die Performance.

Dann wurde das Schlachtfeld endlich für DIE Band des Festivals geräumt: die Scorpions. Im Vorfeld hatten die Fans die Möglichkeit aus 50 Songs eine Setlist zusammen zu stellen: Wind Of Change wurde prompt abgewählt.
In bester World Wide Live Manier läuteten die Hannoveraner den Reigen mit "Coming Home" ein und wurden sofort frenetisch abgefeiert. Während unser Chef und Frau noch in Hildesheim ihre Einbauküche demontierten, damit es uns später am Wochenende auch ja nicht an nützlichen Küchengeräten mangeln würde, bliesen die Scorps "Bad Boys Running Wild" durch die Boxen. Absolut geil - die Jungs sind eine Macht!
Es folgten "The Zoo", "Loving You Sunday Morning" und "Make It Real". Dann betrat der Schöpfer der "Sky Guitar" die Mainstage: Uli John Roth. Der ehemalige Scorpions Klampfer schien Minuten zuvor gerade durch die Zeitschleuse aus den 70iger angekommen zu sein, gerade rechtzeitig, um "Picture Life", den Klassiker "Speedy`s Coming", "Dark Lady" und "We'll Burn The Sky" mit Schenker & Co zu performen. Denkwürdig!
"Love Em Or Leave Em" gab etwas Zeit zum Verschnaufen, bevor es mit "Don't Believe Her" und "Tease Me Please" zwei Hammertracks der Crazy World Era gab. Kurz vor dem Herzinfarkt wurde ich dann mit tausenden anderen Fans Zeuge, wie Michael Schenker die Band beim legendären Instrumental "Coast To Coast" unterstütze. Chef Hübi und Sarah dürften derweil in Hildesheim mit dem Einladen von Geschirrspüler, Rasenmäher und Chemoklo beschäftigt gewesen sein.

Michael Schenker blieb noch für "Holiday" und Love Drive" auf der Bühne - nachdem Frontsirene seine unnachahmlichen "Ohohoho" Spiele mit den Fans gespielt hatte. Dann donnerte noch "Another Piece of Me" aus den Boxen und die Band machte Platz für ein hörenswertes Drumsolo von Jungspund Kottak. An dessen Ende tauchte plötzlich prinz Eisenherz in Lloret De Mar-Urlauber Kostüm auf der Bühne auf. Erst beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich bei dem ergrauten Edelmann tatsächlich um Ex-Drummer Hermann Rarebell handelte. Er trommelte dann zu "No One Like You" und "Blackout" und es wurde schnell deutlich, dass er an die Klasse von Ami Kottak nicht heranreichen konnte.
Nachdem Mathias Jabs seine Gitarrenkünste unter Beweis gestellt hatte, ging es mit "Big City Nights" nochmals in die "Love At First Sting" Zeiten zurück. Spätestens jetzt war klar, dass keine andere Band des Festivals an diese Metalinstitution heranreichen würde.
Meanwhile back in Hildesheim: Klipps zum Verschließen von Gefrierbeuteln, die automatische Saftpresse und eine Auswahl zur Tischdecke passender Servietten wandern in den Kofferraum
Mit "Can't Get Enough" wird der offizielle Teil der Scorpionsshow beendet, doch die Fans lassen sich nicht lange Bitten und verlangen lautstark nach einer Zugabe. Mit einem unvergesslichen "Still loving yooouuuuuu….baaaaaaabbbiibibibi!" meldet sich Klause Meine zurück und mit klopfendem Herz lausche ich der Rockballade aus deutscher Feder. Dem Status als internationales Hardrock Flagschiff entsprechend spricht Meine das Publikum in seinem unverwechselbaren Englisch an und bittet Roth und Schenker wieder auf die Bühne, so dass "In Trance" schließlich mit 4 Gitarren dargeboten wird, ebenso "He's A Women" und bei "In Search Of The Peace Of Mind" wird durch Tyson Schenker sogar nochmals um eine Klampfe aufgestockt. Unvergesslich!
Während der Chef kurz vor der Autobahnauffahrt noch mal umdreht, weil die Parmesanraspel noch auf dem Küchentisch liegt und zudem nur drei Sorten Duschgel und Spülung eingepackt worden, hauen die Scorps mit "Dynamite" die zweite Zugabe raus, bevor sie erneut verschwinden.
Die dritte Rückkehr wird eingeleitet durch einen überdimensionalen Metallskorpion, der laut schnaufend die Fangscheren kreisen lässt. Dann ist es endlich soweit: "Rock you like a hurricane…WAACCCKKKEEEENNNN!" Wie ein Mann singt das Heer der Fans den Refrain mit und erzeugt einmal mehr eine Gänsehaut.
Und dann ist plötzlich alles viel zu schnell vorbei. Was bleibt ist die Gewissheit, dass die Scorpions völlig zu recht zu den ganz großen Hardrock Bands weltweit gehören und wer mir erzählt, dass die Scorpions so "na ja" gewesen sein, aber "Wintersun" doch eine sehr geile Band sein, der kann nur durch zu hohen "Einbecker Brauherren" Genuss entschuldigt werden. Unvergessen bleibt auch die kuriose Yogaeinlage von Rudolf Schenker, bei der er zunächst tiegerähnlich auf die Bühne krabbelte und dann einen Kopfstand machte: was das sollte, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Vielleicht ist auch dies durch "Einbecker Brauherren" Genuss zu erklären. Ansonsten gilt: A Night To Remeber!" Wer es verpasst hat, ist selber schuld.

Freitag

tauchten dann auch Hübi und Sarah auf und verwandelten unseren bis dato spartanisch eingerichteten Campingplatz in ein Camp, dessen Ausstattung mit der der amerikanischen Truppen vor der Abreise in den Irak vergleichbar gewesen sein dürfte. Im nächsten Jahr kommen wahrscheinlich noch die Kochprofis mit und wir brauchen einen Atomreaktor um die mitgeführten Elektrogeräte zu versorgen. Gut vorbereitet ist eben halb gewonnen.
Ich war ja wenigstens schon halbwegs vorbereitet, da mir Katrin im Vorfeld bereits untersagt hatte, bestimmte Kleidungsstücke mitzuführen wenn ich in ihrem Zelt untergebracht werden wolle. Beach hingegen wurde mehr als skeptisch beäugt, als er wie selbstverständlich mit seiner ausgewaschenen und ausgebeulten grauen kurzen Jogginghose (die auf unserem Zeltvorplatz gerade noch geduldet wurde) das Festivalgelände betreten wollte - aus Sicht der Damen völlig unakzeptabel. Von Peter brauchen wir nicht zu reden, hatte er doch in seinem Reisegepäck außer für die Klamotten, die er am Leib trug, im Wesentlichen lediglich für zwei Paletten Dosenbier Platz gefunden.

Während es sich dann meiner Erinnerung entzieht, dass es in den 90iger Jahren überhaupt Duschen in Wacken gegeben hat, drehte sich die Diskussion den gesamten Freitag weniger um die anwesenden Bands als um die Einhaltung der Körperhygienevorschriften. Nachdem Sarah und Hübi mittels der Ausstattung ihres mitgeführten mobilen Mehrfamilienhauses ein Frühstücksbuffet gezaubert hatten, wurde ich genötigt, mich einer Duschprozedur zu unterziehen - dabei hatte ich doch eine Dusche aus der Dose dabei. Hat sonst auch immer gereicht. Wie auch immer; das Ende vom Lied war, dass ich für 2 Euro oder so unter -50°C kaltem Wasser meinen Körper an denen, stark übergewichtiger Metaller reiben musste und mit schockgefrostetem Hirn und um eine Erfahrung reicher zum Campingplatz zurückkehrte.(TZ)

Freitag 12:00-12:45 WINTERSUN Freitag, 04.08.2006, 12:00, True Metal Stage. Endlich geht es richtig los mit WINTERSUN! Jari Mäenpää, ehemals Sänger der Band Ensiferum, und seine Mannen legen gleich zu Beginn des 17. Wacken Open Airs die Messlatte hoch an. Obwohl die Finnen erst eine CD rausgebracht haben, überzeugen mich die ausgewählten Songs live doch sehr. Von finnischer Kälte kann jedenfalls keine Rede sein... Lennart

Freitag 17:30-18:30 SOILWORK auf der Party Stage, paralell zu Opeth. Nagut…..der Platz vor besagter Bühne war trotzdem bestens gefüllt als die Jungs aus Helsingborg mit "Stabbing The Drama" loslegten. Lustig anzusehen war vor allem der bärtige Bassist, welcher mit seinen unkoordinierten Bewegungen die Lacher auf seiner Seite hatte. Müssen ziemlich merkwürdige Drogen gewesen sein, aber wie auch immer: die musikalische Leistung ließ keinerlei Wünsche offen, genauso wenig wie die Setlist, auch wenn das Hauptgewicht auf den letzten Alben der Band lag. Eiko

Freitag 18:45-19:45 IN EXTREMO mal wieder. Konnte ich mich auf vorangegangen W:O:A:s immer rechtzeitig verdrücken bevor der erste Dudelsack zu tröten anfing, ließ ich mich in diesem Jahr in einem Anfall hormonell bedingter Gockelitis Akkutis von meiner netten Begleiterin vor die Bühne zerren. Die Thüringer müssen wohl so was wie der heimliche Headliner der Damenwelt gewesen sein, zumindest war der Anteil weiblicher Fans deutlich höher als bei Motörhead. Musikalisch gabs dann wenig zu meckern, alle Hits (zumindest die die ich kenne) kamen zum Zuge und auch optisch wurde einiges an Pyros und Bühnendeko geboten. Eiko

Freitag 20:00-21:15 KORPIKLAANI Mit einem wahrhaft grandiosen Auftritt geben sich am Abend die Finnen KORPIKLAANI die Ehre. Ob man nun Folk-Musik mag, oder nicht - diese Band ist live einfach der Bringer. Die Jungs scheinen die gute Laune gepachtet zu haben und heizen dem Publikum mit Akkordeon und Gefiedel mächtig ein. Ich jedenfalls konnte niemanden sehen, der nicht mitgetanzt, -gesungen oder zumindest mit einem seeligen Lächeln am Rand der Menge ausgeharrt hätte. Die Waldmänner wissen jedenfalls zu überzeugen und Humppa ist ab jetzt schwer angesagt bei mir zu Hause. Lennart

Freitag 20:00-21:15 CARNIVORE Mit ein wenig Verspätung enterten Carnivore um ca. 20:10 Uhr die Stage - und hatten gleich einen recht steinigen Beginn. Parallel fiedelten Korpiklaani auf der Party-Stage, und es gab wenige, die den humorigen Finn-Folk gegen das Konzert einer Band wie Carnivore eintauschten, die sich während ihres sporadischen Bestehens (mal mehr, mal weniger ;o) einen kleinen Ruf erspielten, der heute breitflächig vergessen ist. Hinzu kam, dass wohl ca. 25% der Zuschauer Type O Negative-Fans waren, die allesamt Peter Steele (noch) einmal live sehen wollten, aber nach kurzer Zeit feststellten, dass das hier Dargebotene nun mal nicht nach "October Rust" klang. (Ich muss zugeben, dass auch ich zu jenen neugierigen Type Olern gehörte; allerdings kam meiner einer mit Carnivore problemlos klar).
So kam es, dass man sich selbst zu Beginn des Auftritts von Carnivore noch problemlos einen Platz in der ersten Reihe sichern konnte, um die Herren in rot-schwarz aufmarschieren zu sehen. Wenn auch nur recht kurz: Der Vierer zupfte lediglich ein paar mal kurz über die Instrumente, als wolle er sie stimmen. Ein tiefes "Dankeschoen" Steeles, und man ging wieder. Nach fünf weiteren Minuten "You Suck"-Rufen, die für gewöhnlich auch Type O Negative-Konzerte einleiten, "erbarmte" man sich dann dennoch. Und nahm die Arbeit auf.
Carnivore spielten ein solides Programm, von Carnivore bis Retaliation (viel mehr gab's auch nicht). Allerdings drängte sich mir jene Kluft sehr auf, die sich innerhalb der Band aufzutun schien. Auf der einen Seite war die Spielfreude der jüngeren Bandmitglieder deutlich zu vernehmen, speziell beim neuen Trummler Steve Tobin, der zwischen zwei Songs ein minutenlanges, strunz-geniales Drumsolo einstreute. Auf der anderen Seite bremste Steele die Band doch sehr aus. Meist stumm und etwas müde wirkend erweckte er den Eindruck, die Texte nicht so herausbringen zu können, wie er sie einmal geschrieben hatte. Sein fortgeschrittenes Alter, vielleicht auch den musikalischen Wandel, merkte man ihm deutlich an.
Kaumwaren Carnivore verschwunden, kamen sie auch schon wieder: Für die unvermeidliche Zugabe - "Sex and Violence", den Carnivore-Titel überhaupt - gab's nicht nur rot beschmierte Metzger-Schürzen um den Bauch, sondern eine Gruppe oben-ohne-Tänzerinnen, die - durch die Kamera vergrößert auf die Leinwand projiziert - ihr Gewoge zur Schau trugen, bis Carnivore zum dritten Mal die Bühne verließen. Und diesmal endgültig. Maxi

Freitag 21:30-22:45 CHILDREN OF BODOM Als es schon dunkelt steht mit CHILDREN OF BODOM abermals eine finnische Band auf der True Metal Stage. Alexi Laiho und seine vier Begleiter liefern eine solide Show ab mit vielen Lichteffekten und noch viel mehr "Fuck" und "Motherfucking" - Neologismen in den Ansagen. Wenn man die Teile zwischen den Stücken ausblendet, dann hat es aber durchaus Spaß gemacht, der Band zuzusehen (und -hören). Auf jeden Fall verstehen die fünf ihr Handwerk als Musiker. Lennart

Freitag 02:00-03:00 AMON AMARTH Nachts um 02.00 Uhr schließlich sind die Headliner für Freitag an der Reihe - AMON AMARTH. Was soll ich sagen... der Sound konnte nicht so recht überzeugen, bei mir kam immer nur verschwommenes (leises) Gewummer an. Die Wikingershow war zwar nett anzusehen, mein Fall war es allerdings nicht, da ich nicht so sehr auf Hollywood und funkensprühende Schwertkämpfe stehen (wobei man den Jomswikingern sicherlich ein gewisses Talent für Theater nicht absprechen kann). Größtes Manko war jedenfalls das Fehlen meines Lieblingssongs "Thousand Years Of Oppression", das mag aber eine persönliche Impression sein. Nach der Show verlassen die Schweden die Bühne auch recht schnell und konnten wegen fehlendem Druck - zumindest mich - nicht recht überzeugen. Lennart

Samstag

Samstag 12:00-12:45 METAL CHURCH Dass Metal Church für Samstag 12h angesetzt sind, hat mich ehrlich gesagt ein bischen gewurndert, sind sie ja keine Unbekannten, selbst für jüngere Fans. Als ich sie dann gesehen habe, wusste ich warum. Die Band knallt nicht mehr wirklich. Gespielt wird sich zwar quer durch alle Alben und die ersten Stücke des Sets waren mit u.a. "Ton Of Bricks" auch echt super, aber nach ner viertel Stunde flachte der Gig ziemlich ab. Zwar kamen noch Knaller wie z.B. mein persönlicher Metal Church Hit "Start The Fire", geändert hat das am Gesamteindruck leider nichts. Bei den neuen Stücken wie "Light In The Dark" oder "Mirror Lies" blieben die Resonanzen auch ziemlich verhalten. Schade. Zur Verteidigung muss gesagt sein, um 12h auf nem Festival zu spielen, ist angesichts total verkaterter Headbanger, ziemlich unfair. Peter

Samstag 12:50-13:50 CALIBAN aus dem Ruhrgebiet durften auf der Hauptbühne ran. Da hätt ich lieber die Reiter gesehen, die wären mal dran gewesen. Aber was solls, grad unter dem jüngeren Teil der Zuschauer schienen die Metalcorler ihre Fanbase zu haben. Die Sonne schien, der Kajal hielt und der Boden staubte unter einem Circle Pit….wenn auch nicht einem so großen wie Caliban es vielleicht vom Full Force oder ähnlichen HC lastigen Open Airs gewohnt war. Anyway, nach 10 min fing die Sache an zu nerven und es beschlich mich das Gefühl das Caliban immer noch den ersten Song spielten. Langweilig. Eiko

Samstag 13:55-14:40 ARCH ENEMY Dass Frauen verdammt gut meckern können, weiß sicher so ziemlich jeder Mann. Dass Frauen nun aber auch noch gut brüllen und growlen können und das sogar im musikalischen Gewand, dürfte nun mittlerweile jeder vernommen haben, der beim Arch Enemy Gig am Samstagmorgen dabei war. Mein lieber Schwan, wen hat die wohl zum Frühstück verspeist? dürfte sich der Eine oder Andere gefragt haben, als er Angela Gossow "we will rise" oder " nemesis" brüllen hörte. Zudem hat die Schöne wirklich noch eine gute Figur hingelegt. Grosses Kino mit hervorragenden Musikern. Allerdings ließ der Sound zu Wünschen übrig und die Sonne knallte zu früher Stunde schon viel zu heftig, was einige veranlasste trotz guter Musik schnell das Weite zu suchen. Dennoch für viele sicherlich einer der Höhepunkte des Festivals. Daniel

Samstag 13:50-14:20 DRONE Da sind sie nun, die Gewinner des Metal Battle Contest 2006: DRONE aus dem Raum Celle.Zu einer eigentlich nicht ganz humanen Festivalzeit am Samstag Mittag, bestiegen DRONE die WET Stage, um hoffentlich den Sieg und damit den Label Deal bei Armageddon einzufahren. In den Vorrunden hatten sie bereits gezeigt, was sie können und immer ganz klar bei der Juryentscheidung vorne gelegen. Dabei hatte keiner der Jungs wirklich damit gerechnet, überhaupt bis zum Finale nach Wacken durchzukommen. Aber die Spielfreude, die Energie und natürlich die guten Songs, die diese noch junge Band rüberbringt, dürften das Erfolgsgeheimnis sein. Bei einem gut gefüllten Zelt, in dem die WET Stage in neuem Glanz und mit neuer Soundanlage stand, zockten DRONE ihre halbe Stunde Spielzeit souverän und verdammt professionell runter. Die mitgebrachten Fans, die doch recht zahlreich waren und ebenso professionell mit einem riesigen DRONE-Banner schon auf dem Campingplatz Aufsehen erregten, feuerten IHRE Band natürlich dementsprechend an. Als Sänger Moritz dann nach der verdammt kurzweiligen halben Stunde die Meute für den letzten Song zu "einem Pit, den Wacken noch nie gesehen hat" aufforderte, war niemand mehr zu halten. Passend zum Song "Wellcome to the pit" wühlten die Fans den Boden vor der Bühne regelrecht auf und verpassten der Show einen Charakter, den man bei den "großen" Bands oft vermisst. Nach vielen Jahren des "Müllsounds" auf der WET Stage, tat dieses Jahr die neue Anlage ihr übriges, um auch denen die Musik schmackhaft zu machen, die noch nie etwas von DRONE gehört haben. Man darf gespannt sein, wie das Debutalbum ausfallen wird und wie sich die Band weiter entwickelt. Die beiden letzteren Siegerbands RECKLESS TIDE (neues Album erscheint im Herbst 2006 ) und GORILLA MONSOON haben ja bereits gezeigt, was man als Newcomer mit einem guten Label im Rücken alles bewegen kann. Auf alle Fälle können wir uns schon auf die nächsten Vorrunden des Metal Battle 2007 im Februar und März freuen, da dort nämlich DRONE an jedem Abend als special guest spielen werden. Alle Infos dazu und Livevideos auf www.droneband.de Burkhard

Samstag 16:00-17:00 MORBID ANGEL Neben Emperor und Atheist stellen Morbid Angel die Reunion Nummero Drei auf dem diesjährigen Wacken Open Air dar. Die gesamte "Domination"-Besatzung wurde zurück auf die Bretter geholt und zeigte am frühen Samstagnachmittag, dass sie noch lange nicht zu den Alten ihrer Zunft gehören. Schon bei den ersten Klängen verstummten die letzten Zweifler und die Florida-Deather wurden regelrecht frenetisch abgefeiert, was einmal mehr an dem charismatischen Frontmann David Vincent liegen mag. Da sich das Charismatische aber eher auf sein diabolisches Grinsen und Erscheinen bezog, wirkte sein Outfit allerdings etwas paradox. Bei welcher Dark Wave Veranstaltung er sein schwarzes Lack-Shirt mit rotem Pentagramm als Aufdruck bezog, ist mir allerdings schleierhaft. Dennoch boten alle Beteiligten inklusive des Axeschwingerduos Azagthoth und Rutan einen soliden bis perfekten Gig mit vielen namhaften Hits ihrer langen Karriere. Zwar hätte der Sound anfangs ein wenig besser sein können, dennoch entschädigte der letzte Song, auf den ich persönlich den gesamten Gig gewartet hatte: "god of emptiness" in seiner Vollendung. So schön kann der Tod sein, wenn die morbiden Engel einen abholen. Daniel

Samtag 17:15-18:30 GAMMA RAY Das Gamma Ray eine Institution in Sachen Power Metal sind, müsste eigentlich jedem klar sein. Bewies Mastermind Kai Hansen doch schon im Jahre 1986 mit Helloween sein breit gefächertes Spektrum an musikalischen Fähigkeiten, hat er dieses nun 20 Jahre später mehr als verfeinert. Taight, locker und professionell agierte er am Samstagnachmittag vor einer ansehnlichen Fanschar und benimmt sich einmal mehr, wie sein Ebenbild aus den Achtzigern. Altwerden ist eben im Metalsektor nicht drin! Geboten wurde in einer verdammt kurzen Zeit, neben "somewhere out in space" und "rebellion in dreamland (in einer Edit-Version)" auch einige neuere Songs vom aktuellen "Majestic"-Werk. Sogar der Helloween Klassiker "I want out" durfte dabei natürlich nicht fehlen. Und ruckzuck war die Spielzeit schon wieder vorüber, wobei ich mir allerdings nicht sicher bin, ob sie vielleicht weniger Zeit zur Verfügung hatten, oder ob die Minuten angesichts der vielen Klassiker einfach nur schneller abliefen. Einstein hatte wohl doch recht. Fakt ist jedenfalls, dass es immer wieder Spaß macht, ihnen zuzusehen. Professionelle Musiker, die angesichts ihrer langen Karriere immer noch Freude und Vergnügen an der Arbeit haben sind halt heutzutage eher selten anzutreffen. Daniel

Samstag 18:45-20:00 SOULFLY SOULFLY aus Brasilien waren schon immer eine meiner Lieblingsbands (nach der Auflösung von Sepultura) und konnten ihre Stellung auch während dieses Auftritts wieder behaupten. Mit enorm viel Druck reißt Max Cavalera das Publikum mit und verwandelt den Platz vor der Bühne in einen Hexenkessel. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass er richtig gut gelaunt war, später wurde mir allerdings berichtet, er hätte sein Mikro aus Wut durch die Gegend geworfen. Hab ich vielleicht verpasst (wie kommt's), muss aber auch nicht heißen, dass er schlecht gelaunt war. Es wird jedenfalls zünftig gepogt und Crowdsurfing betrieben, bis auch dieser Auftritt irgendwann sein Ende findet. Lennart

Samstag 20:15-21:30 WHITESNAKE Dass ich das noch erleben darf. Whitesnake live. Und obwohl die Band härtetechnisch an diesem Tag nicht wirklich ins Billing passt, wars proppevoll. Und David Coverdale und Co. geben der Menge auch genau das, was sie will. Mit dem Superknaller "Burn" beginnt der Set. Danach spielt sich die Band fast durch die gesamt "1987". "Here I Go Again" natürlich genauso wie "Is This Love" und "Crying In The Rain". Die störenden Soloeinlagen von Schlagzeug und Gitarre haben den Auftritt zwar ein bisschen ausgebremst, aber wer auf ein Poser Konzert geht muss das auch in Kauf nehmen. Supergeil! Peter

Samstag 21:45-23:00 EMPEROR Mein absoluter Favorit auf dem diesjährigen Wacken Open Air waren zweifelsohne die nordischen Jungs von Emperor. Nicht weil Mastermind Ihsahn endlich wieder seit langem mit seinen einstigen Weggefährten gemeinsam prügelt. Auch lag es sicher nicht an dem, zu später Stunde sicher gerechtfertigten, hohen Pegel an Alkohol-Molekülen im Blut. Eher an einer wirklich ergreifenden Show, die eine berauschende Atmosphäre erzeugte und somit die Nacht noch schwärzer erscheinen ließ, als sie eh schon war (siehe Alkoholpegel). Alle bisher auf dem Festival aufgetretenen Black Metal Combos wurden schon bei den ersten majestätischen Klängen von Emperor aus dem Kurzzeitgedächtnis eines jeden Einzelnen verdrängt. Hier regierte norwegischer Perfektionismus, der sich einmal mehr in einem locker, straighten Gitarristen und Frontman Ihsahn offenbarte. Geboten wurde ein Querschnitt aus einer langen Zeit ihres Schaffens mit allen Höhepunkten, wie "majesty of the nightsky", "I am the black wizards" oder "thus spoke the nightspirit". Belohnt wurden die Fans der letzten Stunde Emperors außerdem mit dem genialen Prometheus Überflieger "in the wordless chamber", welches noch mal abschließend die dominante Erscheinug des Sängers gepaart mit der überaus treffenden Bedeutung des Bandnamens widerspiegelte. Der Kaiser ist tot, es lebe der Kaiser! Daniel

Samstag 21:45-23:00 Reitermania APO in Wacken. Mal wieder. Endlich. Aber leider nicht auf der Hauptbühne und zeitgleich mit der triumphalen Rückkehr Emperors. Aber die Thüringer machten das beste draus, und somit wurde auf ihre Show zum Triumphzug. Zwar strotze ihr Set nicht unbedingt vor Überraschungen, aber die zahlreichen Fans feierten die Reiter trotzdem gebührend ab. Zu guter letzt wurde der neue Fanclub-Chef vorgestellt und mit einem Schlauchboot auf CrowdSurferSegelreise geschickt bevor bei der Abschlussnummer "Dschingis Khan" alle Dämme brachen. Eiko

Samstag 23:15-00:30 MOTÖRHEAD Was soll man zu Motörhead noch schreiben? Jeder der viel zu vielen Zuschauer wird Lemmy und seine Musiker in seinem Headbanger - Leben schon mindestens 2 mal gesehen haben. Und wenngleich Motörhead in den letzten 10 Jahren eigentlich nie eine schlechte Show geboten haben war trotzden alles irgendwie vorhersehbar. Die Setlist untertschied sich nicht wirklich von der DVD, allerdings war es anscheinend das was die Leute wollten. Also am Ende doch ein würdiger Headliner. Und des Meisters Bart ist gefärbt. Eiko

Samstag 00:30-01:45 Rose Tattoo Ich muss gestehen, dass ich bei Rose Tattoo schon jenseits von Gut und Böse war. Aber wenn mich nicht alles täuscht, waren die Jungs auf der Bühne min. genauso zu wie ich. Und ich weiß noch, dass es gut war. "Brothers and sisters" hat Angry Anderson die Leute vor der Bühne immer genannt und auch insgesamt hat der Auftritt nicht so gewirkt, dass der Tod von Pete Wells sich in Form von langen Gesichtern breit macht. Gonzo von den Onkelz kam auch irgendwann auf die Bühne und spielte mit. Insgesamt war es ein Best Of. "Nice Boys" kam, glaube ich, zum Schluss. Peter

Samstag 00:45-01:45 FINTROLL Obwohl ich schon von Anfang an ein großer Fan von FINTROLL war, war der diesjährige Auftritt auf dem WOA in meinen Augen nicht wirklich etwas Besonderes. Die Band spielt ihre Klassiker und spätestens bei Trollhammaren ist die Menge auch am toben, aber irgendwas fehlt... Achja, die gute Laune und Frische von Korpiklaani. Mist, die hätten wohl Plätze tauschen sollen, dann wären meine Erwartungen nicht so hoch gewesen. Der neue Sänger Finntrolls ist jedenfalls ganz lustig anzuschauen, wenn man die Statur seines Vorgängers im Hinterkopf hat. Schreien kann er trotzdem wie ein Weltmeister und alles in allem liefern die sechs Finnen eine gute Show ab. Lennart