Wacken Open Air 2012

  • Datum: 01.08-04.08.2012
  • Ort: Wacken
  • Besucher: 75000
  • Tickets: 150€ (ausverkauft)
Wacken Open Air 2012

In Flames

img 9449Das WOA ist für alle Bands etwas Besonderes, egal wie viele Shows sie schon sonst wo gespielt haben. So haben sich auch IN FLAMES wieder etwas neues einfallen lassen.
„The Jester´s Door“ und das Intro von „Cloud Connected“ dienten als komplettes Intro der Show. Mit einer futuristischen Lightshow wurde gleichzeitig eine riesen Leinwand angestrahlt, hinter der die Musiker nur schemenhaft auf Gerüstelementen zu sehen waren. Als es dann auch mit „Cloud Connected“ richtig losging, tobten die Fans, trotz des Schlamms vor der Bühne und dem recht basslastigen Sound.
Die Veranstalter waren wohl dieses Mal der Meinung, dass viel auch viel hilft. Leider war der Sound in den ersten Reihen unerträglich, der er nur aus Bass bestand, der aus gefühlten 30 riesen Boxen aus dem Sicherheitsgraben vor der Bühne ballerte.
Wie gewohnt haben die Jungs von Anfang an alles gegeben und wirkten in ihren weißen Hemden mit schwarzer Weste darüber schon fast zu elegant für eine Metalshow angezogen.
Als dann mit „Where the deadships dwell” der zweite Song eingeläutet wurde, war allerdings zu hören, dass Anders stimmlich nicht auf der Höhe ist. Der Gesang kam leider recht gequält rüber.
Vielleicht war ich da noch etwas von der letzten Hallentour der Jungs verwöhnt. Für die Fans aber spielte das alles keine Rolle, schließlich konnte die Band eine Greatest Hits Show spielen,
Was sie auch tat.  Mit der Aufforderung zum ultimativen Jump zu „Only for the weak“ ging dann die Meute im Schlamm komplett ab. Es folgten „Reroute to remain”, “Delight and angers”, “The quiet place”, “Fear is the weakness”, “Alias”, “Deliver us”, um nur einige der Hits zu nennen. Gitarrist Niklas Engelin hat sich mittlerweile so gut in die Band integriert, dass nicht nur die neuen Songs an Qualität gewonnen haben, sondern die Band auch auf der Bühne rüberkommt, als wär er schon immer dabei gewesen.
Es war sicherlich nicht das beste Konzert der Jungs, aber dennoch ein großartiges in Bezug auf Songauswahl und Show. Das dürfte sich auch Drummer Daniel Svenson gedacht haben, der am Ende noch das eine oder andere Foto der riesigen Wacken-Fanschaar von der Bühne aus gemacht hat.

 

Kamelot

img 9180Für alle, die Kamelot noch nicht mit dem neuen Sänger Tommy Kerevik sehen und hören konnten, stand die Wackenshow unter gemischten Erwartungen. Wie würde es nach all den Jahren mit Roy Khan am Mikro rüberkommen, vor allem, wenn der Neue die alten Songs singt? Dass sich Cheffe Thomas Youngblood da auf keine Kompromisse einlassen würde, sollte eigentlich klar sein. Daher war ich guter Dinge und wurde nicht enttäuscht! Ähnlich vorangegangenen Wacken-Shows ging es mit einem typischen Kamelot-Intro los. Beim Opener „Rule the world“, konnte Tommy Kerevik auch gleich zeigen, dass er der richtige Mann für Khans Nachfolge ist. In fast gleicher Stimmlage und sehr ähnlichen Bewegungen brachte er den Song rüber und hatte die Fanschaar vom ersten Moment an im Griff. Auch Song Nr.2 „Ghost opera“ traf mitten ins Schwarze. Mit „Center of the universe“ wurde Song Nr.3 eingeläutet und damit auch der größte Hit der Setlist.
Mit Elize Ryd von Amranthe hat sich die Band den weiblichen Gesangspart für diesen Song live auf die Bühne geholt. Es war mal wieder ein Fest diesen Song live zu hören,da die beiden super miteinander harmonierten! Da konnte auch der einsetzende Starkregen nichts gegen aussetzen, der von den Fans weitestgehend ignoriert wurde. Mit weiteren Songs wie „The human stain“, „Sacrimony“, “Karma” oder “March of mephisto” hatten die Jungs eine super Songauswahl getroffen und diesen Auftritt zu einem weiteren denkwürdigen Erlebnis in der Wacken-History von Kamelot gemacht. 

 wackenbildertwilight

 

Red Fang

Die Jungs von Red Fang haben scheinbar alle Zelte abgebrochen in ihrer Heimat. Innerhalb von eineinhalbi Jahren sehe ich sie zum vierten mal live in Norddeutschland.
Und Red Fang haben auch endlich einen guten Sound im Zelt, endlich waren die Songs identifizierbar. Oder vielleicht lag’s auch einfach nur daran, dass ich die Songs von Red Fang
so gut kenne. Auf jeden Fall wieder ein sehr guter Gig von den Jungs. Unbedingt mal live anchecken, wenn sie in der Nähe sein sollten. Kann nicht allzu lange dauern, bis sie wieder auf Tour sind ...
Holger

 

img 9711Insomnium / Ghost Brigade

Wir hatten das Glück schon im Zelt zu sein als Insomnium anfingen. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen wurden keine Leute mehr ins Zelt gelassen. Eine Farce! Besonders für die Fans, die diese Bands sehen wollten ...
Eigentlich nicht wirklich meine Musik, aber Nachts im Zelt hat es wunderbar gepasst! Getragene Melodien, gute Lichtshow und ‘ne duselige Birne zu so fortgeschrittener Stunde haben die beiden Gigs sehr eindrucksvoll gemacht. Und hier war der matschige Sound im Zelt mal nicht unbedingt ein Nachteil.
Holger

 

Nasum

Pure Energie! ... aber der Sound im Zelt ist für so eine Highspeed-Grindcore Kapelle überhaupt nicht geeignet. Nur Rauschen! Aber immerhin Krach! Ich bin mir auch nicht sicher, ob der Mucke von Nasum wirklich zwei Gitarren guttun!? Vielleicht wäre der Sound kompakter mit nur einer!?
Holger

 

Decapitated

Überraschend gut! Technischer Deatch Metal mit individueller Note. Kannte ich vorher überhaupt nicht und haben mich auch vom Fleck weg überzeugt. Sollte sich dringend mal in einer Halle oder im Club angesehen werden. Decapitated haben überzeugt aber der Sound war natürlich wieder mies!
Holger

 

img 8732Sepultura

Da ich erst am Donnerstag angereist bin, waren SEPULTURA die erste Band des Wochenendes für mich. Unterstützt wurden die Brasilianer von der Perkussionstruppe Les Tambours du Bronx. Die übernahmen dann auch das Intro. Die sich berufen fühlenden Trommler in Stadtparks gehen mir ja gehörig auf den Zeiger, bei diesem Gig machte die Unterstützung durch die Trommler aber Sinn. SEPULTURA haben ja schon auf Roots gezeigt, dass sie andere Instrumente gut in ihren Sound integrieren können. Leider waren Les Tambours du Bronx  im Vergleich zu den klassischen Instrumenten oft zu leise und gingen so etwas unter. SEPULTURA konzentrierten sich auf das neuere Material und hatten mit Prodigys ´Firesarter´ auch noch eine gelungene Coverversion am Start. Was mir bei dem Gig abging, waren die alten Songs. Die Band sparte die ersten vier Veröffentlichungen komplett aus. Auch wenn es ein guter Gig war, so sind - was die Songauswahl angeht - Soulfly inzwischen die besseren SEPULTURA.
Trille

 

img 9151Sacred Reich

Hallo? Da kommt die  Thrash Metal Institution SACRED REICH nach Jahren mal wieder über den großen Teich und spielt dann um 12:15 als erste Band des Tages? Hallo? Es wird doch immer behauptet, dass die Metaller ein so treues Völkchen sind. Wieso spielen The Boss Hoss, die mit Metal nichts am Cowboyhut haben, ne Ecke später? Na ja sei es drum, die Jungs um Phil Rind nutzen ihre Chance und sorgen gemeinsam mit dem Sonnenschein für hochgezogene Mundwinkel. Vom Einstieg mit ´Death Squad´ über ´I Don't Know´ und das großartige ´Who’s To Blame´ ackern sich die Jungs durch das Set. Im Gegensatz zum Körperumfang hat sich die Stimme von Phil nicht verändert und auch die Instrumente machen Druck wie in den alten Zeiten. Alle, die die Band nicht kennen, werden mit dem ´War Pigs´ Cover´ zum Mitsingen gebracht. Neben der Spielzeit der Band bleibt auch fraglich, warum ´Independent´ nicht ein Superhit geworden ist. Für mich hat der Song das Riff des Festivals. Auch wenn SACRED REICH wenige Wochen vorher auf der Clubtour noch besser rüberkamen, waren sie auf jeden Fall eine der besten Bands in Wacken 2012.
Trille

 

Massacre

Weil ich mir doch wenigstens ein bisschen Napalm Death geben wollte und der Weg zwischen Haupt und Zeltbühne doch etwas dauert, habe ich MASSACRE leider nicht von Beginn an gesehen. Das ist bitter; haben die Jungs doch gleich zu Beginn meinen Lieblingssong ´Chamber Of Ages´ gezockt. Na ja, auch der Rest konnte sich hören lassen. MASSACRE werden demnächst nach 20 Jahren mal wieder eine neue Platte veröffentlichen. Die Kostproben stellten die Fans der alten Platten zufrieden und keine Angst: Rick Ross spielt weiterhin sein eigenes Solo mit Tremolo. Als Abschluss gab es dann statt dem obligatorischen Rausschmeißer ´Coprpse Grinder´ das Death Cover ´Mutilation´, das die Band Chuck Shuldiner widmete.  
Trille

 

D.R.I.

Auch wenn sich das 2012 komisch anhört, so waren die D.R.I. mal eine extrem innovative Combo. Gemeinsam mit Bands wie Ludichrist vermischten die Amis als erste Hardcore und Thrash Metal zu einem hoch energetischen Gemisch. Klar, dass der Schwerpunkt auf den Klassikern lag. Es ist erstaunlich, wie wenig Leute vor die Handbanger Stage gekommen waren um die bereits 1982 gegründeten dreckig verrottenden Schwachsinnigen zu sehen. So kam leider erst beim obligatorisch abschließenden ´5 Year Plan´ ordentlich Stimmung vor der Bühne auf. Es bleibt zu hoffen, dass der Nachwuchs gemerkt hat, dass man Metal und Core auch so mischen kann, dass es nicht nervt.
Trille

 

img 9249Six Feet Under

Mir ist unverständlich, warum SIX FEET UNDER nach Napalm Death auf die Bretter kommen, aber sei es drum. Ich warte immer noch auf einen Gig bei dem mich Chris Barnes und seine Mannschaft wirklich überzeugen. Es ist schon merkwürdig, dass SFU nicht mit einem eigenen Song, sondern Cannibal Corpse Cover ´Stripped, Raped and Strangled´ in ihr Set starten. Das spricht nicht sonderlich für Vertrauen in die Eigengewächse. In der Folge können mich die Gassenhauer ´Human Target´ und ´Victim Of The Paranoid´ noch am meisten begeistern. Die Quick-Laute vom Frontgrunzer klingen aber wie ein Ferkel, das man am Ringelschwänzchen zieht und wirken einfach albern. Mit einem weiteren Canibal Cropse Cover (´Hammer Smashed Face´) und der tot langweiligen ´TNT´ Coverversion geht dann mal wieder ein durchschnittlicher Gig zu Ende. Wäre ich mal zu den fast gleichzeitig spielenden Overkill gegangen.
Trille

 

Testament

TESTAMENT haben mit ´Dark Roots Of  Earth´ wenige Wochen nach dem W:O:A ein sehr starkes Album abgeliefert. Ich war froh, die Scheibe schon zu kennen, haben es doch die ersten 4 Songs des neuen Langeisens in das Liveset geschafft. Und so legen die Bay Area Thrasher gleich mit dem Opener ´Rise Up´ los. Natürlich gibt es auch die Klassiker wie ´Over The Wall´ oder ´Into The Pit´. TESTAMENT beweisen aber, dass sie nicht wie einige andere Bands von ihren alten Hits leben, sondern auch fast 30 Jahre nach ihrer Gründung (als Legacy)  dem Gros der Nachwuchsbands noch eine Lektion in Sachen Songwritig und Energie erteilen können. TESTAMENT übertreffen mit diesem Auftritt meine eh recht hohen Erwartungen. Hut ab.
Trille

 

img 9320Gehenna/Dimmu Borgir

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich nehme am Freitagabend die Beine in die Hand, um endlich mal die Party Thrasher von Gehennah zu sehen – da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken. Bei Dalli Dalli hätten sie gesagt, dass das „h“ doppelt war und eins abgezogen werden muss. So kommen die Norweger von GEHENNA auf die Bühne. Und was spielt man da? Richtig: Black Metal. Leider kommt das an sich ganz hörenswerte Schwarzmetall auch aufgrund der Atmosphäre und dem Sound in dem neuen Meag-Zelt nicht so richtig gut rüber. Daher verziehe ich mich nach der Hälfte des Gigs und schau mir noch etwas DIMMU BORGIR an, die mir eine Ecke besser gefallen. Gerade der letzte „richtige“ Song ´Mourning Palace´ bestätigt, dass der Umzug zur Black Stage die richtige Entscheidung war.
Trille