With Full Force 2014

  • Datum: 04.07.2014 - 06.07.2014
  • Ort: Flugplatz Roitzschjora
  • Besucher: 25.000
  • Tickets: Festivalticket ca. 89€+VVK
  • Redakteur: Marcel Hübner

With Full Force, eines der größeren Festivals, welches immernoch einen familiären Charakter pflegt und man Jahr für Jahr seine 'Familie' wieder treffen kann und zusammen seinen Bands lauschen kann. Doch zeichnet(e) sich gerade auch das With Full Force durch sein facettenreiches Line Up aus, so dass es immer einen bunten Mix aus allen Genres gab, bei dem 'für jeden etwas dabei war'. Das hat leider in den letztn Jahren nachgelassen und auch 2014 war eher ein nicht so bunt gemischtes Festival angesagt. Dafür haben auch beim Full Force die Partytouristen ein wenig zugenommen. Sei es nun Morph-Suite, alberne Masken oder total bescheurte Outfits, irgendwermuss immer den Kasper spielen. Ansonsten setzt sich das Publikum aus den verscheidenen Szenen von Hardcore, Metal, Nu Metal, Heavy Metal zusammen und bietet so ein breites Spektrum. Positiv ist auch zu sagen, dass auch sehr viel junges Volk sich auf den Weg nach Leipzig machte, der Nachwuchs ist also gesichert.

Doch fangen wir vorn an: With Full Force ist eines der wenigen Festivals, dass immer mit Extremen aufwartet. Das Wetter kennt nur 30l Wassersäule, oder 35Grad Schattentemperaturen. Dieses Jahr war gesegnet, mal wieder brütend heiß zu sein und so kommt erst langsam Bewegung in die Festivalmenge. Der Hardbowl bietet bekanntlich den besten  Sonnenschutz und so ist hier zu Anfang mehr los. BEEING AS AN OCEAN wirbeln ordentlich den Staub auf und sorgen für die ersten Pits. Dagegen haben es die maskierten MILKING THE GOATMASHINE schon schwerer. Doch Cover Hits wie "My Baker" bringen auch unter schwerste Hitze die Meute zur Bewegung.

Der brütenden Hitze ist es dann auch zu verdanken, dass man sich reihenweise Tattoos, gestählte Oberkörper und 'Rotblitzer'. Nicht zuvergessen auch die Schwarz Rot Gold Fraktion. Immerhin ging es natürlich auch um Fußball. Wer sein Ohr weg von der Musik bekam, konnte sich wieder das Spiel Deutschlands auf Großbildleinwand ansehen. Und hier hieß es wieder, frühes Erscheinen sichert die besten Plätze, denn schnell steht man sehr weit hinten.

HATEBREED

Eine der Szene- Größen spielt zum Glück gen Abend, wo sich die Temperaturen langsam beruhigen. Alles andere als beruhigend geht es dafür im Pit ab. Die Stimmung ist während der gesamten Setlist ausgelassen und es wird fleißig 'getanzt' Stücke wie "I will be heard"  dürfen natürlich nicht fehlen und gelten fast schon als gesetzte Klassiker. Die überaus gute Laune des Publikums spiegelt sich auch in der Spielfreude der Band wieder, und so geht die Setlist mal wieder viel zu schnell vorüber.

Nur die harten kommen in den Garten, und wer um Mitternacht noch Kraft in den Beinen hat, macht sich auf zum Hardbowl. Zeit für die traditionelle Knüppelnacht. Zu nun angenehmen Temperaturen werden die Klänge härter.

NILE eröffnen den diesjährigen Reigen udn zeigen von beginn an, dass keine Kompromisse eingegangen werden. Ein minimalistischer Aufbau und geradeaus nach vorne. Ein perfekter Einstieg für den Abend.

Im Anschluss folgen Keyboards zur Knüppelnacht. Was auf den ersten Eindruck unwirklich scheint, wird schnell erklärt: CARACH ANGREN verbinden Keyboard Geige und Gitarre zu ihrer ganz eigenen Art von 'Horror Metal', einer Mischung aus Symphonic und Blackmetal.

Pünktlich zum Morgengrauen betreten dann Shining die Bühne, nicht ohne die übliche Show von Frontmann Niklas. Es folgt eine herrlich verstörende Reise ind die ganz eigene Welt von SHINING. Ein gebührender Abschluss des Auftakttages.

Samstag

Der Samstag muss sich schon ordentlich anstrengen, um den genialen Auftaktfreitag toppen zu können. Das Weckcommando heißt in diesem Jahr Dew Scented, und den Job erledigen die ThrashMetaller hervorragend.

Stark ging es auch weiter mit WALLS OF JERICHO. Und damit sei nicht nur die Anmutung von Frontfrau Candace gemeint. Mit "All hail the dead" geht es gleich auf die zwölf und Stimmung und Tempo werden die gesamte Spielzeit über hoch gehalten. Belohnt wird das ganze mit einer erfrischenden Abkühlung von oben.

Ein kurzer Umbau, und schon wird die Bühne in ein Schlachtfeld verwandelt. Zwei übergroße Drachenköpfe kündigen die nächste Band an, die eigentlich keiner Ankündigung bedarf. Auch aus der Ferne wird deutlich um wen es sich bei den Hymnen artigen Gitarren handelt. AMON AMARTH heizen als Co Headliner am Samstag ein und überzeugen mit der fulminantesten Bühnenshow. Sänger Johan springt fröhlich umher, bestiegt die Drachenköpfe, singt von oben, nutzt dann wieder unten die gesamte Bühnenbreite aus. Natürlich darf auch die massig eingesetzte Pyro nicht fehlen, um auch den letzten Zuschauer auf Nordmann Stimmung zu trimmen.

Der eigentliche Headliner des Abend  kommt dagegen mit reduziertem Bühnenprogramm daher: ROB ZOMBIE reichen ein paar Podeste und ein aufwendigeres Kostüm zur einzigartigen Show. Mit großen Hits wie "Dragula", die man nicht missen möchte, ist die Stimmung ziemlich schnell am kochen.

Sonntag

Nach einem gelungenen Auftakt und einer würdigen Fortsetung an Tag 2 hat es der Full Force Sonntag nicht mehr sonderlich schwer. Die Stimmung ist auf dem Campground grandios und man wird fast überall zum offenen Plausch eingeladen. Die anfänglichen Partypeople hatten so langsam genug gefeiert udn so reduzierte sich sichtlich die Zahl der Kostüme und Plüschfiguren zur Entspannung der eigenen Augen. Der Hitze Tribut zollend zog es jetzt eher die freien Oberkörper ans Tageslicht. Und so manch Diskussion und Anregung über neue Tattooideen konnte gestartet werden.

Im Pflichtenheft stand an diesem Sonntag zu aller erst THE OCEAN. (VOLKSMETAL lass ich mal bewusst aussen vor, da dieser 'SpaßMetal' weniger in die Schiene hörbaren Genußes gehört). THE OCEAN erwischen leider einen viel zu frühen Slot mit dem Ergebnis, dass sich noch recht wenige vor der Main Stage tummeln. Der Stimmugn tut dies jedoch kein Abbruch und so kommt kompromisslos ein akustisches Gefrickel-Geballer von der Bühne. Hier ist dringlich eine erneute Einladung mit einem späteren Slot anzuraten, damit mehr Zuschauer etwas von diesem Kleinod mitbekommen!

Danach geht es auch recht schnell und Schlag auf Schlag weiter. THE DILLINGER ESCAPE PLAN müssen und können auch gar nicht großartig beschrieben werden. Eine sehr kurze Spielzeit, die viel zu schnell vorbei ist, und man förmlich überrant wird von dem Bombast, was da von der Bühne herunterprasselt. Ein Sänger, der den berühmten Flummi verschluckt zu haben scheint, und Perfektionisten an den Instrumenten ergeben einen musikalischen Cocktail, der sowas von ballert.

Ein weiterer Klassiker am im Metal LIne Up stellen SEPULTURA dar. Entsprechend füllt sich die Crowd auch vorwiegend aus Metallern, die Sepulture während ihrer 30 jährigen Bandgeschichte zu begleiten scheinen. Auch wenn kein Max mehr am Gesang steht, so stehen SEPULTURA immernoch für brachiale Bühnenpower. Sänger Derrick versteht es, das Publikum anzuheizen und  die Songs voranzutreiben. Klassiker wie "Refus/Resist" fehlen ebensowenig wie der Abschluss "Rooty bloody Roots".

Kurzer Umbau, schnell aufgerichtet und schon sollen BEHEMOTH die Matte erneut zum schwingen bringen. Nunja, sofern das zu der Tageszeit und Hitzeentwicklung möglich ist. Sichtlich schwer tut sich die Menge mit den immernoch schwülen Temperaturen udnd er erbarmungslosen Sonne. Dennoch hat Nergal von Anfang an das Zepter und somit die Masse in seiner Hand und führt gewohnt gekonnt durch die "Messe Noir". Auf der Setlist stehen natürlich aktuelle Stücke von "The Satanist" , aber ebenso auch Klassiker wie "Ov Fire and Void". Interessanterweise kam hier erstmals der Sound in vollem Umfang rüber und die PA wurde sprichwörtlich zerlegt. Auch trotz der frühen Uhrzeit tauchten BEHEMOTH das Full Force in eine düstere Atmosphäre.

Das Highlight des Sonntags stand wohl sehr lange zur Diskussion. Wird es Altmeisteer Lemmy tatsächlich schaffen, abends die Bühne zu betreten, und wird es sein Körper zulassen, eien Setlist füllen zu können? An dieser Stelle kann nur unendlich viel Repsekt gezollt werden. Zwar war es  kein Auftritt mit viel Bewegung, dennoch zeigen MOTÖRHEAD das noch lange nicht Schluss ist. "We are Motörhead an we play Rock n´ Roll" war die minimalistische Maxime und es wurde niemand enttäuscht. Hut ab vor soviel Leistung trotz angeschlagenem Körper.

Danach ging es noch in den berüchtigten "Last Supper". Das Wochenende und vor allem die heißen Temperaturen hatten dem Körper ordentlich zugesetzt, so mancher Jägermeister half da sicherlich auch nochmal nach. Es hieß also die letzten Reserven zu mobilisieren und das Abschlussquartett zu verfolgen. FINTROLL und MOONSPELL wurden zugunsten der letzten Essenpause nur aus der Ferne betrachtet, was bei ersteren nciht weiter schlimm schien, und der Auftritt eher schwächer war.

TWILIGHT OF THE GODS mobilisierten dann nochmal die letzten Kräfte aus den übrig gebliebenen Besuchern, da der große Abreisesturm bereits eingesetzt hatte und das Gelände in eine große Staubwand verwandelt hatte.

LONG DISTANCE CALLING hatten schließlich die Aufgabe,das Festival abzuschließen. Merklich wenig Besucher waren noch geblieben, um dder grandiosen Band zu lauschen. Sehr sehr schade, kommt doch eine enorme Energie durch die meist akustischten Stücke von der Bühne. Mit einem breiten Grinsen und einer ordentlichen Portion Staub in der Nase schloss sich das With Full Force 2014 und es wurde der Heimweg angetreten. See You in 2015