Battlecreek - Interview mit Phil (November 2016)

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Fast ein ganzes Jahrzehnt war Ronald Reagan Präsident der Vereinigten Staaten. Ein Schauspieler als Präsident? Ist gut gegangen – meistens jedenfalls. Jetzt steht den Amis der Sinn nach noch abgefahreneren Dingen: Lasst uns einen Geisteskranken zum Präsidenten wählen. Gesagt getan. Und während Bands wie EXODUS, TESTAMENT, METALLICA, VIO-LENCE KREATOR, SODOM & Co in Reagans Amtszeit die Wurzeln des Thrash Metal in den Boden setzen, machen sich heuer junge Bands auf, um das Erbe der Alten weiterzutragen. Neben Bands wie DUST BOLT oder TOXIC WALTZ sollte man sich vor allem BATTLECREEK aus Oberbayern nicht entgehen lassen.

Die Jungs aus dem Chiemgau thrashen schon seit mehr als 10 Jahren durch die Landschaft. Mit dem ersten Demo „Demolition“ konnte man erste Erfolge verbuchen, bevor die Band 2009 beim WACKEN METAL BATTLE sogar den zweiten Platz des Deutschlandfinales erreichte. Das Debüt „Wake The Plague“ wurde von Presse und Fans abgefeiert und vor ziemlich genau einem Jahr ist dann der Nachfolger „Hate Injection“ in Eigenregie veröffentlicht worden. Am 11. November 2016 erscheint das Album nun erneut – diesmal über das Label der bekennenden Thrash Metal Jünger Burkhard Schmitt und Bauke De Groot.

Welchen Vorteil bringt die Veröffentlichung von “Hate Injection“ über Violent Creek Records gegenüber dem Selbstvertrieb, den ihr ja 2015 bereits gestartet hattet?

Phil: Nun, neben dem Aspekt, dass die Platte in der Öffentlichkeit nun als vollwertiges Album wahrgenommen wird, ist der Vorteil für uns natürlich, dass sich das Label um den Vertrieb kümmert und das Album so weltweit auf allen Kanälen erhältlich ist. Außerdem hat uns das Label ermöglicht, das Album um drei Bonustracks zu bereichern und eine Vinyl-Edition zu veröffentlichen.

Thrash Metal erfährt ja momentan eine Renaissance. Warum sollten die Leute ihr Geld für Battlecreek ausgeben und nicht für Thrash Band xyz?

Phil: Generell wollen wir niemandem etwas aufschwatzen und am Ende hat jeder seinen eigenen Geschmack. Wir haben jeden Falls alles gegeben für dieses Album und uns nicht mit Lückenfüllern begnügt. Das ist unsere Ansicht von gutem Thrash Metal und wenn wir Glück haben gefällt’s auch noch dem ein oder anderem.

Ihr habt ja in der Vergangenheit durchaus gute Kritiken bekommen und z.B. bei der Teilnahme am Metal Battle auch bereits Auszeichnungen erfahren. Warum stehen die größeren Labels noch nicht Schlange? An der Qualität der Songs kann es ja nicht liegen…

Phil: Erst mal vielen Dank für das Kompliment. Auch wenn diese Frage wohl eher von den Labels beantwortet werden müsste, kann ich aus meiner Sicht nur sagen, dass es an schlechten Angeboten auch nicht gemangelt hat. Erst mit ‚Violent Creek‘ hatten wir das Gefühl, dass es passt und wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten können.

Welche Tourpläne gibt es für 2017 in eurem Lager? Es ist von einer kleinen Tour die Rede…

Phil: Wir wollen 2017 so viel wie möglich spielen, um das Album Best-möglich zu promoten. Geplant sind Club-Shows in Deutschland und dem Europäischen Umland und das ein oder andere Festival. Auf unserer Facebook-Page kann man sich darüber informieren. Unter anderem sind wir Teil einer Konzertreihe unter dem Motto "Death vs. Thrash" mit drei weiteren Bands.

Ein Blick auf eure Songtitel lässt die Frage nach den Inhalten aufkommen. Beispielsweise finden sich da neben „Redneck Riot“ auch Titel wie „Blood fort he President“ oder aber „Dädldi Dädli Dä“. Könnt ihr uns ein paar Zeilen zu jedem Song erzählen?

Phil: Da ‚Dädldi Dädli Dä‘ ein instrumentaler Track ist, erübrigt sich hier die Frage. Der Titel ergab sich bei der Bandprobe, als Chris uns den Eingangsriff vorsummte: Dädldi Dädldi Dä, Dädldi Dädldi Dä, Dädldi Dä. Am besten Mal selber probieren. ‚Blood for the President‘ ist aktuell sehr passend, es geht um den Missbrauch von Macht. Ich glaube, der Refrain erklärt es am besten: "Blood for the President, Bodies for the Regiment, Hankering for Violence, Sacrifice the Innocent, Blood for the President“. Bei „Redneck Riot“ stellt man sich am besten eine Horde vollbärtiger Rednecks auf einem Pick-Up Truck vor, die irgendwie im Vietnamkrieg hängen geblieben sind und mit abgesägten Gewehren alles niederballern und „The South will rise again“ lallen….passt einfach perfekt zum Sound des Songs!

Dass ihr alte Bands wie Exodus, Testment & Co hört, kann man euren Songs anmerken. Welche „neueren“ Thrash Metal Bands haben es euch besonders angetan?

Phil: Ich weiß nicht, ob ich da für alle sprechen kann. Mir jedenfalls gefallen GAMA BOMB, MUNICIPAL WASTE oder WARBRINGER.

Chriss: Mir fallen da noch ANGELUS APATRIDA und LICH KING ein, aber gerade aus unserer Region gibt es da viele gute neue Thrash Bands wie RUNNING DEATH. INSANITY ALERT, ANTI PEWEE, TOXIC WALTZ usw. Ihr habt ein recht aufwendiges Video zu „Kill or be killed“ produziert. Wie habt ihr das gemacht und wie wurde es finanziert? Lohnt der Aufwand?

Phil: Auch beim Vorgängeralbum haben wir bereits ein Video  für den Song ‚Psycho Torture‘ produziert, das ähnlich aufwendig war. Wie bei unserem ersten Video haben wir jetzt bei ‚Kill or be Killed‘ mit dem Filmteam ‚Fraindlvision &Thorulf Peterson‘ zusammengearbeitet. Das sind sehr gute Freunde von uns, (Kamera macht z.B. Chriss Freundin Fini.) deshalb können wir das ganze einigermaßen günstig machen. Wir finanzieren das alles privat und möchten unseren Fans einfach ein visuelles ‚Zuckerl‘, als Zusatz zu unseren Scheiben, anbieten. Ich glaube auch, dass uns das bisher ganz gut gelungen ist. Die Videodrehs sind für alle Beteiligten zwar eine wahnsinnige Strapaze (wir haben bisher bei jedem Video ungefähr 24  Stunden am Stück gedreht), es macht aber jedes Mal wieder riesigen Spaß!

Anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=plgszBQS5qk

 

 Pics: Oktober Promotion