Dog Eat Dog, Raw Like Fish

Dog Eat Dog, Raw Like Fish

DOG EAT DOG haben einen langen Atem bewiesen und sich seit ihrer Gründung in den frühen 90ern einen festen Platz in der US—Crossover-Hüpf-Punk Szene erspielt. Einen langen Abend brauchten an diesem Mittwochabend auch die Fans der Ostküstenjungs.

Zwar lud der frühlinghafte Abend zum Verweilen im Vorhof der Glocksee ein, aber dafür waren wir ja eigentlich nicht nach Hannover gekommen. Vor allem war es gar nicht so einfach den Club zu erreichen, da gefühlt alle Zufahrtsstraßen wegen Bauarbeiten blockiert waren. Als wir uns schließlich doch durchgekämpft hatten, führte uns die Parkplatzsuche wieder weiter und weiter weg von der Glocksee. Danke nochmal an den alten Opi, der sich vor uns in den Parkplatz gedrängelt hat vor dem wir bereits standen. Doch Angst, dass man zu spät kommen würde, brauchte man heute nun wirklich nicht zu haben. Ursprünglich sollte der Einlass um 20 Uhr und der Beginn gegen 20.30 Uhr sein. Zu dem Zeitpunkt tummelten sich aber noch alle Besucher vor der Eingangstür und fachsimpelten. Und an den Helden von einst erkennt man, dass man älter geworden ist. Galten DOG EAT DOG in den 90ern noch bei den Kids als der hotteste Shit, war das Publikum am 18. April eher jenseits der Vierzig.

Als es dann doch irgendwann losging enterten zunächst die Hannoveraner von RAW LIKE FISH die Bühne des Indiego und es versammelten sich durchaus auch einige Fans im Zuschauerraum. Die Truppe spielt eine Mischung aus ALICE IN CHAINS, SOUNDGARDEN und melancholischem Postrock (oder wie man das nennt) und hätte den Kollegen Lison vermutlich mit ihrer Melancholie und dem schrägen Gedudel verzaubert. Für mich war das eher unnötig bis unerträglich. Oder anders gesagt: Ich mag Fisch eigentlich nur in Stäbchen-Form oder wenn er aussieht und schmeckt wie Schnitzel und das hat sich mit dem heutigen Abend auch nicht geändert.

Es folgte eine gefühlt endlose Umbaupause plus Soundcheck und bevor es dann mit dem Headliner losging war es deutlich nach 22 Uhr. Doch endlich kamen die Jungs aus New Jersey doch auf die Bühne und Frontmann John Connor drohte erstmal allen Kippenknechten mit Extermination durch seine Wasserpistole wenn sie sich im Raum ne Kippe anzünden sollten. Warum die Band bereits die großen Bühnen der Welt gerockt hat, zeigte sich dann vor allem an den großen Hits. Der erste aus der Serie war sicherlich „Who’s The King“ bei dem der Raum überzukochen drohte. DOG EAT DOG Fans sind nun ja wahrlich nicht mit regelmäßigen Studioalben gesegnet, so konnte Connor vollkommen zur recht vom aktuellen Album sprechen, als er „Walk With Me“ ankündigte. Liegt aber auch schon 12 Jahre zurück die Scheibe. Jüngst ist mit  „Brand New Breed“ immerhin mal wieder eine EP erschienen und diese wurde auf jeden Fall mit „XXV“ gewürdigt und auch „Vibe Cartel“ tauchte bereits früh in der Setlist auf. Mit „ISMS“ wurde die zweite Hitrakete aus dem Arsenal der Band gezündet – und der Song verfehlte sein Ziel nicht. Ausnahmezustand. Während an diesem Abend bereits viel Zeit vertrödelt worden war, hatte es die Band mit „Rocky“, vom „Play Games“ Album offenbar sehr eilig. Die Instrumental-Sektion ließ Connor kaum Zeit für ganze Sätze und der Song wurde im ICE-Tempo durch die Boxen gejagt und fast zu Unkenntlichkeit verzerrt. Schade. Da wir noch eine gute Stunde Autofahrt vor uns hatten und am Donnerstag um 5 Uhr aus dem Bett mussten, sind wir nach dem Song gegangen. Ich bin mir aber sicher, dass die Band nicht ohne „No Fronts“ von der Bühne gegangen ist.

Fazit des Abends: Der Zeitplan war recht Arbeitnehmerunfreundlich und ich glaube nicht, dass irgendjemand den Auftritt von RAW LIKE FISH vermisst hätte, wenn DOG EAT DOG stattdessen um 21 Uhr auf die Bühne gekommen wären und dafür vielleicht nen Song mehr ins Programm genommen hätten. Die Jungs sind nämlich nach wie vor hör- und sehenswert.