Dornenreich - Aenima

  • Datum: Freitag, 23 März 2018
  • Ort: Kultur Palast Hamburg
  • Redakteur: Carsten Brand

Eine neue, feine Location direkt neben dem Bambi Galore. Ein guter Ort für die Mystic Places Tour?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, definitiv. Der Kultur Palast stellt eine wunderbare neue Konzert Location dar, die sowohl für kleinere als auch für mittlere Konzerte bestens ausgelegt ist. An diesem Abend ist das Konzert bestuhlt, es finden sich sowohl vor als auch rechts der Bühne Stuhlreihen mit ausreichend Platz für die Gäste. Der hintere Teil des Raumes ist mit schwarzem Molton abgehängt, so entsteht eine intime Atmosphäre für die beiden Auftritte.

Aenima machen den Anfang. Das Motto des Abend könnte hier sein: "Ein Bier sagt mehr als tausend Worte". Bevor die Musik losgehen kann, ist es wichtig, die Hopfenkaltschale zu öffnen und dem Publikum zu zu prosten. Ebenfalls zu zweit beginnt AENIMA dann mit einem akustischen Gitarren Duett den Abend. Auf Gesang wird völlig verzichtet. Und den brauch die Musik auch in keinster Weise. Geboten wird ein atmosphärischer Teppich, der den Besucher in eine andere Welt mitnimmt. Mal langsam, mal schnell entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik. Nach guten 40 Minuten ist das Set leider viel zu schnell vorbei.

Nach etwas Umbauzeit betreten dann Eviga und Inve die Bühne um ein weiteres Konzert ihrer "Mystic Places Tour" zu spielen. Im Gepäck haben sie dabei sowohl alte als auch neue Stücke und ein paar besondere Werke, die sie bisher nur sehr selten live dargeboten haben. Bereits mit dem Intro geht es tief hinein in die Welt von DORNENREICH. Völlig frei jedweder anderer Gedanken entführt "Freitanz" immer tiefer. Man muss sich auf die Musik einlassen können und sich ihr hingeben. Leider kommt es im Konzert immer wieder zum unfreiwilligen dritten Musiker: der Eingangstür. Nachdem einige Male die Tür heftiger zuknallte, sollte man meinen, das Publikum hätte das gemerkt. Leider knallt die Tür den Abend über wiederholte Male derart laut ins Schloß, dass das Konzert merklich gestört ist. Schade für so ein Konzert. Mit "Im ersten aller Spiele" und "Drang" kommen zwei Highlights des Abends auf der Setlist direkt hintereinander. Mit "Zauberzeichen" verabschiedet sich die Band in die Nacht. Doch tosender Applaus fordert weitere Zugaben. Unter anderem wird "Traumestraum" und "Reime faucht der Märchensarg" dargeboten.
Mit "Jagd" folgt das letze, dafür sehr emotionale Stück des Abends. Auch hier wird einmal mehr deutlich, wie tief Eviga und Inve es schaffen, den Betrachter mit auf die Reise zu nehmen. Neben mir geht es wohl auch den restlichen Zuschauern so. Standing Ovations und ein frenetischer Applaus entlassen die Band nach einem sehr gelungenen Konzert in die Nacht.