Weltturbojugendtage mit Sodom, Asphyx und Traitor

  • Datum: Freitag, 31 August 2018
  • Ort: Hamburg - Große Freiheit 36
  • Redakteur: Eric Ossowski
Weltturbojugendtage mit Sodom, Asphyx und Traitor
Weltturbojugendtage mit Sodom, Asphyx und Traitor

Freitagabend – der perfekte Termin für Konzerte. Die Turbojugend von Oslo bis Berchtesgarden hat sich komplett am Schlemmereck eingefunden, es sind ja schließlich die Weltturbojugendtage. Diese finden in diesem Jahr kurioserweise ohne die Paten Turbonegro statt (angeblich Termingründe). Stattdessen werden am Freitagabend Metalbands in den Ring geschickt, während am Sonnabend dem Punkrock gefrönt werden darf.

 

TRAITOR verpasse ich leider aufgrund der frühen Anfangszeit (schließlich will man in der Großen Freiheit 36 nicht auf die abendlichen Diskoeinnahmen verzichten).

Macht nichts, stehen doch gleich die mächtigen Tulpenschlachter ASPHYX auf der Bühne. Wie immer ohne Intro und große Vorrede geht es sofort mit "Vermin" von "The Rack" in die Vollen. Mit "Candiru", "Division Brandenburg" und "Wardroid" folgen gleich drei mächtige Nummern vom aktuellen "Incoming Death". Ich sehe die Band jetzt zum dritten Mal auf dieser Tour und muss sagen, dass die Stücke nicht nur auf Platte sondern auch live den "Test of time" bestanden haben. Das folgende Potpourri aus allen Van Drunen-Alben reißt wie immer alles nieder. Eine super Band mit geilen Songs – so vergeht die Stunde wie im Flug.

 

Standen diverse WTJT-Besucher in ihren Matrosenanzügen bei ASPHYX noch teilweise etwas ratlos herum, wird es bei SODOM zumindest etwas punkiger. Zumindest das uralt-Eröffnungstriple bestehend aus "My Atonement/The Conquerer", "Sodomy And Lust" und "Outbreak Of Evil" dürfte spieltechnisch nicht weit vom Punk entfernt liegen. Old School-Freunde kommen schnell auf ihre Kosten – ich finde den Einstieg etwas hüftsteif und die zwei Gitarren kommen nicht richtig zur Geltung. Bekanntlich hat Tom Angelripper ja Bernemann und Macka Freiwald die Papiere überreicht und ist nun mit zwei Gitarristen am Start (einer davon der alte Bekannte Frank "Blackfire" Gosdzik). Dann werden SODOM von Song zu Song besser: Das geniale "One Step Over The Line" (fies langsam), "Agent Orange" oder "Tired And Red" knallen ohne Ende. Sowieso ist und bleibt "Agent Orange" für mich auf dem Teutonic-Thrash-Thron (sagt das bitte fünfmal schnell hintereinander). Ein Sonderlob geht raus an Husky, der nicht nur bei SODOM, sondern auch bei ASPHYX alles in Grund und Boden trommelt. Warum hat er nicht auch gleich noch mit Desaster gespielt – sind dem Herrn drei Gigs hintereinander etwa zu viel?

Fazit: Ein toller Abend, der von den Punks am Folgetag sicher nicht getoppt werden konnte.

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