Clever & Smart

Unsere Politiker haben ihren ganz eigenen Humor und stellen pünktlich zur Weiberfastnacht ihr Kabinett vor. Ähnlich vielversprechend sind die Versuche die Welt zu retten der tollkühnsten Agenten der gesamten Comic-Szene: CLEVER & SMART. Seit den 80ern war es ruhig um das spanische Duo. Doch 60 Jahre nach ihrer Geburt kehren Fred und Jeff nun auch in Deutschland zurück.

Der Carlsen Verlag hat drei Folgen der Serie nun in überarbeiteter Form wieder auf den Markt gebracht: „Keine Angst, wir retten die Welt“ (1), „Wir bringen Nachschub für den Knast“ (2) und „Die Asphalt-Safari“ (3). Fast auf den Tag genau 1958 erschien der erste Band unter dem Titel „El sufato atómico“, die deutschen Leser mussten sich noch bis 1972 gedulden.

In „Keine Angst, wir retten die Welt“ reisen Jeff und Smart, die besten Pferde im Stall der T.I.A. (Trans-Internationaler Agentenring), nach Terroria, um den Diktator Brutalovic außer Gefecht zu setzen. Dieser ist in Besitz einer misslungenen Erfindung des verwirrten Forschers Dr. Bakterius. Mit voller Einsatzkraft und nicht ohne Blessuren nehmen die Agenten die Herausforderung an und lösen ihre Aufgabe mit mehr Glück als Verstand. Dabei hilft immer wieder, dass Fred Clever jede Menge origineller Verkleidungen anlegen kann – oft führt das bei seinem Chef Jeff Smart zu blauen Augen und Beulen. Abgesehen davon, dass der Tom & Jerry Humor des Erfinders F. Ibanez auch bei der heutigen YouTube Generation bestens ankommen dürfte, hat dieser erste Teil auch durchaus eine kritische politische Note.

Im zweiten Fall „Wir bringen Nachschub für den Knast“ muss das Duo gleich eine ganze Bande gefährlicher Verbrecher zur Strecke bringen. Mit viel Mühe und einer ordentlichen Portion Action kann auch diese Aufgabe erledigt werden.

 

Der dritte bislang erschienene Fall ist im wahrsten Sinne eine „Asphalt-Safari“, denn die Stadt wird von mutierten Tieren heimgesucht. CLEVER & SMART erhalten den Auftrag die ganze Meute wieder einzufangen. Unwissend mit wem er es zu tun hat, stellt sich den Agenten immer wieder ein fleißiger Polizist in den Weg. Am Ende gibt es folglich nicht für alle Beteiligten ein Happy End.

 

Ich habe CLEVER SMART erstmal in den 80ern in den Händen gehalten und habe die Comics geliebt. Nun muss ich feststellen, dass die beiden vertrottelten Agenten, ihr geiziger Boss und der durchgeknallte Dr. Bakterius auch im 21. Jahrhundert für beste Unterhaltung sorgen. Die Comics sind mit einmaligem Wiedererkennungswert gezeichnet und der schräge Humor sorgt für kurzweiliges Lesevergnügen, auch wenn mancher Gag etwas flach bleibt. Und wer weiß, vielleicht bleibt die Flucht in die Welt von CLEVER & SMART bald der einzige Weg aus der wenig vielversprechenden Realität unserer Tage. Also: Keine Angst, CLEVER & SMART retten die Welt!