A Perfect Circle - Eat The Elephant

CD Reviews, A Perfect Circle - Eat The Elephant

A PERFECT CIRCLE genießen nach wie vor Kultstatus unter den Anhängern des gepflegten tiefgründigen und melancholischen Alternative Rocks, zumal sich die Band schon immer sehr rar gemacht hat. So durfte man vierzehn Jahre auf das neue opus „Eat The Elephant“ warten, das deshalb auch mit umso größeren Getöse als eines der am ersehntesten Neuerscheinungen angekündigt wurde.

Normalerweise werden solche Erwartungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Doch hier ist genau das Gegenteil eingetreten. „Eat The Elephant“ hat ohne Zweifel das Zeug zum Klassiker, füllt es doch die gewaltige Lücke, die sich seit längerer Zeit im Bereich der ruhigeren, melancholischen, schwermütigen und sehnsuchtsvollen Musik aufgetan hat.

Dieses Feld, das A PERFECT CIRCLE schon in ihrer Frühphase beackert haben, wird jetzt wieder eindrucksvoll bestellt. Denn Songs wie der Titeltrack oder das noch niederschlagendere 'Disillusioned' lassen den Hörer im eigen Selbstmitleid nicht allein oder lassen die Gedanken nahezu gedankenverloren herummäandern. Weltklasse! Gleiches gilt auch für 'The Contrarian', das aber mit etwas mehr Durchschlagskraft aufwarten kann sowie die niederdrückende Atmosphäre durch Tasteninstrumente zu erzeugen vermag, wobei natürlich auch Bass und Drums für das besondere Etwas sorgen.

An die erste Vorabveröffentlichung 'The Doomed' musste man sich ob der quirrligen Unruhe erst einmal gewöhnen, während 'So Long, And Thank You For The Fish', möglicherweise eine Hommage an DAVID BOWIE, ein stimmungsmäßiger Ausreißer in fast schon frohgemute Gefilde ist. In 'Talk Talk' werden dann auch mal die emotionalen Stromgitarren in den Vordergrund gerückt. 'By And Down The River' ist dann ein wahres Diversity-Monster, das einen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt. Hammer! 'Delicious' kommt dann sehr old-schoolig und rock 'n' rollig mit einem zarten Hauch von 70er-Attitüde daher. Nach dem instrumentalen Interludium 'DLB' donnert das phasenweise sehr elektronische 'Hourglass' aus den Boxen, ehe mit dem unübertroffenen 'Feathers' der Tiefpunkt des Tales der Tränen erreicht wird. Einzig der Rausschmeißer 'Get The Lead Out' erschließt sich mir nicht wirklich.

Fazit: Mit Eat The Elephant' ist A PERFECT CIRCLE nach vierzehn Jahren Funkstille ein wahres Meisterwerk des depressiven atmosphärischen Alternative Rock gelungen, der auch in der Heavy-Rotation nichts von seiner Qualität und Strahlkraft verliert. Die Freundinnen und Freunde der Melancholie, der Niedergeschlagenheit, der Wehmut, der Sehnsucht und des Leidens dürften entzückt sein!

Line Up

Billy Howerdel
Maynard James Keenan

Rotating members:
James Iha
Matt McJunkins
Jeff Friedl

Tracklist

01. Eat the Elephant
02. Disillusioned
03. Contrarian
04. The Doomed
05. So Long, And Thanks For All the Fish
06. TalkTalk
07. By and Down the River
08. Delicious
09. DLB
10. Hourglass
11. Feathers
12. Get the Lead Out