Aetherian - The Untamed Wilderness

CD Reviews, Aetherian - The Untamed Wilderness

Wirkungsmächtig und mit einer unbändigen Urgewalt drängen AETHERIAN in den Melodic-Death Metal-Olymp. Während die Titanen des Genres mehr und mehr straucheln und in musikalischer Agonie verfallen, stehen die Nachfolger schon in den Startlöchern. Denn die in Athen beheimateten Griechen vermögen es, ihrem Sound auf ihrem Debütalbum eine ungemeine Frische, eine intensive Atmosphäre und eine einnehmende Hymnik zu verleihen.

Das hört man gleich beim Opener 'Wish Of Autumn Twilight', der ruhig und nachdenklich beginnt, dann richtig Fahrt aufnimmt und die passende Mischung aus infernaler Brutalität und düsteren Melodien bietet. Natürlich erfinden AETHERIAN das Genre nicht neu, aber das müssen sie auch nicht. Viel wichtiger ist das Händchen für düstere Melodien, die in die passende Umgebung aus todesmetallische Härte eingebettet werden können. Das kann man eindrucksvoll in dem mitreißenden Track 'Dark Earth', der zudem auch mit einem hohen Maß an pittoresker Nachdenklichkeit aufwarten kann.

Etwas entschleunigter und doomiger, aber nicht weniger intensiv kommt phasenweise dann 'As The Veil Fails' daher, auch ein Song, der großes Suchtpotenzial hat. Ähnliches gilt für das überaus sphärische 'Black Sails', das außerdem mit seinen musikalischen Wendungen punkten kann. 'Seeds Of Deception' ist dann eine klassische Melodic-Death-Metal-Hymne, die vor allem auch mit ihren Riffs und ihrer unter die Haut gehende Eingängigkeit punkten kann, wohingegen in 'Shade Of The Sun' erheblich mehr Wert auf Härte und Martialität gelegt wird. Ein instrumentales Interludium mit Akustikgitarre und Streichern führt dann zu 'The Rain', ein wahrer Kracher, der aufgrund seiner zornigen Kantigkeit im Verein mit PARADISELOSTscher Düsternis eine unaussprechliche Wirkung zu entfalten vermag. Hammer. Für Abwechslung sorgt dann noch einmal der quirlige Rausschmeißer 'The Path'.

Fazit: Nachdem in letzter Zeit doch einige Melodic-Death-Metal-Titanen geschwächelt haben, ist es umso erfreulicher, dass sich die Griechen von AETHERIAN dazu aufschwingen, in den Genre-Olymp einzuziehen. Denn solch einen dynamischen, erfrischenden Sound, der seine Durchschlagskraft vor allem den düsteren atmosphärischen Melodien zu verdanken hat, die perfekt in eine infernal-brutale Umgebung eingebettet werden, hat man lange nicht mehr gehört. Genau das Richtige für verregnete, dunkle Herbst- und Wintertage. Kaufen!