Annihilator – For the Demented

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Zur Erinnerung für die Dementen unter euch: Mit “Alice In Hell” hat 1989 alles begonnen. Mittlerweile bringt die Jeff Waters Band aka ANNIHILATOR Album Nummer 16 auf den Markt und mindestens ebenso häufig hat Mastermind Waters den Fans versprochen, dass man nun zu den Wurzeln zurückgekehrt sei. So auch dieses mal: „It ended up having some real old-school sounds, riffs and vibes; where it all came from!”

Hmm, ja irgendwie ist “For the Demented” kein Weichspüler geworden und schon die ersten beiden Tracks “Twisted Lobotomy” und “One To Kill” läuten ordentlich an der Glocke, bevor für den titelgebenden Track etwas das Tempo heruasgenommen wird. Es folgt „Pieces of You“, welches – laut Kollege Lison – nach ruhigen METALLICA klingt. So oder so jedenfalls nicht der schlechteste Song der Scheibe, auch wenn Waters hier seine metallischen Wurzeln mit amerikanischem Radiorock des Jahrtausendwechsels mischt und man – so finde ich jedenfalls – durchaus auch Bands wie frühe 3 DOORS DOWN & Co heraushören kann.

Mit „The Demon You Know“ steuert Watters dann wieder in härtere Gewässer, um bei „Phantom Ayslum“ alle ANNIHILATOR Trademarks von der Double-Bass bis zu groovigen Riffs einzusetzen. „The Way“ zeigt dann die Vielseitigkeit der Band, denn hier wird mit einer ordentlichen Portion Melodic-Punk gerockt – sicherlich der eingängigste Song der Scheibe. Der Rausschmeißer „Not All There“ wird von einem zweiminütigen Intro eingeleitet – kann man mögen oder nicht – und zieht in Sachen Tempo nochmals an.

In Sachen Vorbestellung war zu vernehmen, dass ANNIHILATOR bei Amazon in Deutschland mit IRON MAIDEN und METALLICA in den Top 10 rangieren. Nun sind METALLICA anno 2017 natürlich keine Referenz für gute Alben mehr. „For the Demented“ ist meiner Meinung nach nicht besser oder schlechter als der Vorgänger, allerdings muss man die Scheibe auf jeden Fall mehrfach hören. Wirklich zünden will aber bei mir keiner der Songs wirklich und dem Vergleich mit den Songs der ersten 4-5 Alben können die 9 Tracks des aktuellen Silberlings nicht standhalten. Eins muss man Jeff Waters sicherlich hoch anrechnen: Er ist seinem Sound irgendwie immer treu geblieben und das tut er auch mit Album Nr. 16. Mir als überzeugtem ANNIHILATOR Fan fällt es daher auch schwer zu sagen, dass mich die neuen Songs nicht wirklich ergreifen – ich möchte nicht das böse Wort „Langeweile“ benutzen, aber ich bezweifele, dass ich „Fort he Demented“ besonders häufig rauskramen werde. Schon gar nicht, wenn die Scheibe neben „Never, Neverland“, „Set the World On Fire“ und „King of the Kill“ im Regal steht.

Fazit: „For the Demented“ macht dort weiter wo ANNIHILATOR mit „Feast“ und „Suicide Society“ aufgehört haben. Waters ist ein sicherer Songwriter und ein Ausnahmemusiker, doch unterm Strich föhnt mir das Album nicht die Locken aus der Matte – trotz gelungener Songs wie „The Way“ oder „Pieces of You“.

Wer ANNIHILATOR live erleben möchte, der sollte am 13. November 2017 ins MUSIKZENTRUM HANNOVER kommen!