Antarktis - Ildlaante

CD Reviews, Antarktis - Ildlaante

ANTARKTIS sind beileibe keine Newcomer mehr, auch wenn mit „Ildlaante“ jetzt das Debütalbum erschienen ist. Denn hinter dem Bandnamen verbergen sich Björn Pettersson (In Mourning), Tobias Netzell (In Mourning, ex-October Tide), Daniel Jansson (Ikhon) und Jonas Martinsson (Me The Tiger, Necrosavant), alles also Musiker, die sich in der Szene schon einen Namen gemacht haben und für einen atmosphärischen, düsteren und doomigen Metal stehen. Kann der Longplayer überzeugen?

Vor dem Hintergrund der musikalischen Herkunft der Bandmitglieder ist es nur zu verständlich, dass sich auf dem Longplayer „nur“ sechs Tracks befinden, die es allerdings zusammen auf über 51 Minuten bringen. Dabei gelingt es den Schweden in sehr überzeugender Weise, tiefgründige, intensive Klanglandschaften voller Wehmut und Sehnsucht zu erschaffen, die den Hörer in gekonnter Manier in ihren Bann ziehen und nicht mehr loslassen. Dabei bewegen sich ANTARKTIS virtuos in dem Spannungsfeld von martialischer, düsterer Härte inklusive infernaler Riffs und Growls auf der einen Seite sowie von atmosphärischer Nachdenklichkeit und epischer Intensität auf der anderen Seite ('Svalbard').

Dadurch wird eine ungemeine Explosivität erschaffen, die ihre Nahrung aus bisweilen tiefster Verzweiflung und verhaltener Hoffnung zieht, wie man sehr schön in dem Track 'Notes From The Underground') beobachten kann. Hammer! Darüber hinaus gelingt es denn Schweden auch, die nachdenklichen, sphärischen Parts frei von unnötigen musikalischen Experimenten zu halten. Besonderes Augenmerk verdient natürlich immer auch der Titeltrack. Selbiger kommt etwas grooviger, aber nicht minder martialisch daher und vermag es mitunter, eine äußerst depressive Niedergeschlagenheit im Stile von THE CURE zu verbreiten. Ein Wechselbad der Gefühle erwartet einen auch in 'Cape Meteor Pt. 1', ein Song, der bisweilen durch seine PARADISE-LOSTartige Hymnik überzeugen kann. Ähnliches gilt für den Opener 'Aurora', wohingegen der Rausschmeißer bis zum furiosen Finale durch instrumentale Melancholie eine unvergleichliche Spannung aufbaut.

Fazit: Die Schweden von ANTARKTIS, die schon Erfahrungen in Bands wie IN MOURNING, OCTOBER TIDE, IKHON oder ME THE TIGER gesammelt haben, legen mit „Ildlaante“ ein furioses Debütalbum vor, das in gekonnter Weise düstere, doomige und atmosphärische Klangwelten erschafft, die trotz aller Niedergeschlagenheit, Sehnsucht, Wehmut und Melancholie immer mit einer gehörigen Portion hymnisch melodischer Hoffnung um die Ecke kommen. Genau das richtige für die triste, dunkle Jahreszeit!