Betalmand - Wüstenplanet

CD Reviews, Betalmand - Wüstenplanet

Bereits auf dem Protzen Open Air 2015 ist mir diese "Mand" aus dem brandenburgischen Speckgürtel Berlins äußerst positiv aufgefallen. Und wie schon damals legt das Wortspiel im Namen neben der ambitionierten Bühnenperformance die einzige "Blöße" der Band offen, die zeigt, dass ihr der Schalk in der Nackenmuskulatur sitzt.

Denn musikalisch geht das Herrenquarett plus Bassfrau äußerst humorlos und schmerzfrei zu Werke. "Wüstenplanet" ist nach drei Demos nun das Album-Debut, auf dem man einmal mehr groovendem Mid- und Up-Tempo Death Metal fröhnt, der unverkennbar auf einem britischem Bolzenwerfer-Chassis basiert, wobei der weitere Aufbau bewehrt und gepanzert mit skandinavisch-treffsicheren und abwechslungsreichen Leads, Melodien und HM2-Geschützen ist. Der Sound ist so knochentrocken wie das stimmige Cover, wenn auch etwas breiig und doch ist der armierte Stahlbeton, der da auf dem "Wüstenplanet" angerührt wurde, immer noch ziemlich massiv und unnachgiebig. Songtitel, wie "Napalm", "Panzerwelt" oder "Auf Biegen und Brechen" sprechen für sich und geben den lyrischen Inhalt vor, mit dem Jörn den "Wüstenplanet" in bester Totenmond-Tradition zum Leben erweckt. Zwar würde ich mir den Gesang mitunter etwas variabler und die Songs ein wenig kompakter wünschen aber das sind eigentlich neben dem Sound die einzigen Schwachstellen, die ich in der Deckung ausmachen möchte. Denn grundsätzlich sind BETALMAND ebenso wenig beliebig, wie originell aber die "Mand" ist verdammt gut und effektiv in dem was sie tut und versteht es auf dem "Wüstenplanet" blendend, die Nackenmuskulatur an die Belastungsgrenze zu bringen.

Fazit: Ganz lockere zehn Punkte mit Sternchen, antesten bitte!


Line Up

Maike - Bass

Didi - Drums

Felix Müller - Guitars

Daniel Hendrich - Guitars

Jörn - Vocals

Tracklist

1. Napalm

2. Panzerwelt

3. Wüstenplanet

4. Vollgas

5. Auf Biegen und Brechen

6. Golem