Blazon Stone – Down in the Dark

CD Reviews, Blazon Stone – Down in the Dark

Die größten Schätze liegen oft gut versteckt und weitab vom Mainstream irgendwo im Untergrund. Insofern passt das Coverartwork des neuesten Geniestreichs von BLAZON STONE wie die Faust aufs Auge.

Das Webzine Undergrounded.de hatte das Debüt der Schweden im direkten Vergleich mit RUNNING WILDs „Resilient“ bereits 2013 zum klaren Punktesieger erklärt. Zwar sind die letzten Scheiben des Hamburger Originals recht passable geworden, doch gegen die Spritzigkeit und Eingängigkeit der Kompositionen von BLAZON STONE Mastermind und Multiinstrumentalist Cederick Forsberg (ex-ROCKA ROLLAS, STORYTELLER, CLOVEN ALTAR usw.) kann Rock ‘N‘ Rolf derzeit einfach nicht anstinken. „Blazon Stone“ gehört für mich zu den stärksten Alben der RUNNING WILD Discography und die gleichnamige Band schafft es nun bereits auf dem vierten Album das hohe Niveau des Vorbildes zu halten. Mit Erik Forsberg hat sich Ced nun auch den passenden Sänger angeheuert. Während die ersten beiden Alben mit zwei unterschiedlichen Sängern entstanden sind, ist Eric nach „War of the Roses“ und „Ready for Boarding“ nun bereits das dritte Mal mit an Bord. Nicht, dass seine Vorgänger schlecht gewesen wären, aber Erik verbindet in perfekter Weise Melodie und die Rauheit, die man auch von Rock `N‘ Rolf kennt.

Wann gibt es heute schon noch ein Album ohne Pausenfüller? Selten. „Down in the Dark“ gehört aber definitiv dazu. Ob man nun den eingängigen Titeltrack hört oder das treibende „Tavern of the Damned“, jeder Song ist ein Ohrwurm und musikalisch perfekt umgesetzt. Mit „Eagle Warrior“ fühlt man sich sofort in die Hochzeit RUNNING WILDs zurückversetzt. „Watery Graves“ klingt wie eine lange verschollene Perle der „Blazon Stone“ Recording Session. „Rock out“ ist ein genialer Midtempo Ohrwurm mit tollem Refrain. Nach dem epischen „1478“ Intro stürzen sich die Schweden in das schnelle „Bloody Inquisition“ und Erinnerungen an Alben wie „Pile of Skulls“ oder „Port Royal“ werden wach. Als Rausschmeißer geben BLAZON STONE dann nochmal richtig Gas und ballern mit „Captain of the Wild“ nochmal richtig los.

„Down in the Dark“ ist 44 Minuten purer Hochgenuss für jeden Metal-Fan. Wer RUNNING WILD zu ihrer Hochzeit liebt, der wird BLAZON STONE vergöttern. Sind die Schweden originell? Wohl kaum, aber das ist auch nicht ihr Anspruch. Dennoch schreibt Forsberg geniale Songs im Stile alter RUNNING WILD Scheiben, die einfach nur Spaß machen und weit mehr sind als billige Plagiate. BLAZON STONE liefern mit jeder Scheibe eine Hommage an ihre Vorbilder ab und übertreffen diese dabei mittlerweile um Lichtjahre. Wer im 21. Jahrhundert noch ein richtig geniales RUNNING WILD Album hören will, der kommt an BLAZON STONEs „Down in the Dark“ nicht vorbei. Absoluter Pflichtkauf!

 

Bleibt nur zu hoffen, dass auch das neue Album bald auf Vinyl zu haben sein wird.