CJ Ramone - American Beauty

CD Reviews, CJ Ramone - American Beauty

Zunächst bin in froh, dass sich der inzwischen über 50 Jährige CJ, in Anlehnung an den gleichnamigen Film, auf ´American Beauty´ nicht nur von Rosenblättern bedeckt auf dem Cover zeigt. Aber selbst dann wäre das Album wohl eine würdige Weiterführung des Werks der Erfinder des Punkrock.

Musikalisch steht ´American Beauty´ den letzten Alben der RAMONES in nichts nach. Der Opener erinnert mich, was Text und Musik angeht, stark an ´Touring´, für mich einer der besten Songs auf ´Mondo Bizarrro´. Auch das folgende ´Yeah Yeah Yeah´ punkrockt flott daher, ehe es bei ´You'll Never Make Me Believe´ doch ruhiger zur Sache geht. Mit ´Before The Lights Go Out´ wird es mir dann etwas zu cheesy, was aber den Vorteil hat, dass das anschließende ´Girlfried In A Graveyard´  wieder richtig was raushauen kann. In dieser Bandbreite geht es weiter. Eine Ausnahme ist ´Tommys Gone´. Der sehr ruhige Track ist dem 2014 verstorbenen Gründungsdrummer gewidmet - komisch, dass Drums hier eigentlich keine Rolle spielen. Aus der depressiven Stimmung befreit ´Run Around´ dann ganz schnell, der gute Laune Track erinnert mich etwas an die DESCENDENTS. Elroy Ramone lives. ´Steady As She Goes´ ist dann kein Cover des Indiehits von  THE RACONTEURS, sondern ein weiterer solider Mid Tempo Punkrocker. Bei ´Be A Good Girl´ werden dann wieder die RAMONES zitiert. Die Gesangsmelodie bei „Baby, Baby....“ ist deren ´Out Of Time´ doch sehr ähnlich. Aber wer darf das wenn nicht der jüngste Bruder CJ? Und Leichenfledderei betreibt der Song auf keinen Fall. ´Moral Of The Story´ ist für mich der einzige Ausfall auf der Scheibe. Das grenzt schon an Musikantenstadl. Mit der gelungen und wesentlich schmissigeren (was zugegebener Maßen nicht schwer ist) Version von TOM WAITS ´Pony´geht die Scheibe dann würdig über die Ziellinie.

Auch 2017 beruft sich CJ RAMONE zu Recht auf seine Wurzeln, ohne ein billiger Abklatsch der RAMONES zu sein. Sicher hat ´American Beauty´ nicht die Durchschlagskraft ihrer ersten Scheibe. Wer die Spätwerke schätzt, wird mit dem Album seine Freude haben.