Dawn Of Disease - Ascension Gate

CD Reviews, Dawn Of Disease - Ascension Gate

In einer Zeit, in der sich die Musik der härteren Gangart aus meist kommerziellen Gründen nur noch in diverse und doch ähnliche Corevarianten aufspaltet, bringen Dawn of Disease anno 2017 als Gegensatz ein klassisches Death Metal Album auf den Markt, ohne jedoch an Modernität in diesem Genre einzubüßen.

Die Osnabrücker Band um den charismatischen Frontmann Tomasz Wisniewski klang schon seit ihrem Revival 2009 fast schwedischer als schwedisch. Ganze Wälder wurden durch Stahlgewitter und Blastbeathagel im Göteborggewand dem Erdboden gleichgemacht.

Dennoch ist die Band mit ihrem neuen Album "Ascension Gate" nun konsequent einen Schritt weitergegangen und Sänger Tomasz betonte kürzlich in einem Interview, wie wichtig es für seine Band sei, sich weiterzuentwickeln.

Das neue Album wirkt in sich tatsächlich kompositorisch kompakter, filigraner und homogener als alle seine Vorgänger. Den Einstieg mit "Passage" kann man wörtlich nehmen, der Hörer soll merken, wo die neue Reise musikalisch hingeht. In allen zehn Tracks von "Ascension Gate" vereinen die Gitarristen Lukas und Oliver sehr gelungen schwermütige, atmosphärische Melodiebögen mit den akzentuierten Maschinengewehrsalven ihres Drummers Mathias Blässe.

"Perimortal", "Beneath The Waters" oder "The Growing Emptiness" hätten teilweise sogar Outtakes längst vergangener Hypocrisy Alben sein können, ohne diese aber jemals blind und einfallslos zu plagiieren. "Fleshless Journey" oder "Lucid" haben in einigen Momenten fast etwas Meditatives, Hypnotisches, während "Akephalos" der wohl kompromissloseste Song der Scheibe ist und eine direkte Verbindung zum vorherigen "Worship Th Grave" Album herstellt.

Kurzum - alle Songs haben einen deutlich größeren Wiedererkennungswert, sind spieltechnisch auf einem hohem Niveau und lassen auch nach mehreren Durchläufen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Ganz klar eine Kaufempfehlung.

Per Tils