Deicide - Overtures Of Blasphemy

CD Reviews, Deicide - Overtures Of Blasphemy

„Will der Mensch er selbst sein, darf er nicht als Sklave leben. Will der Mensch er selbst sein, muss er ein Aufständischer sein – muss er Rebell sein.“  Diese Worte stammen vom neuen Hildesheimer Heiner Wilmer und doch könnten sie mit umgekehrtem Vorzeichen auch aus der Feder des Death Metal Satansbraten Glen Benton stammen. Letzterer stellt nach 5 Jahren endlich ein neues Studioalbum vor.

Fast sklavisch hält Benton natürlich an den Grundpfeilern seiner Karriere fest. Der Kopf der Todesmetaller aus Florida gab zu Protokoll: “It’s what I am. Death metal is what I do." Und so ist es auch. Auf “Overtures Of Blaspehmy” wird gebrüllt, geprügelt und geschrotet was das Zeug halt. Dabei ist Benton – erstmals seit dem „Legion“ Album – auch wieder als Songwriter aktiv geworden und hat gleich drei Songs beigesteuert: „One with Satan,” „Compliments of Christ” und „Consumed by Hatred.” Zudem ist „Overtures Of Blasphemy“ das Studiodebüt von Gitarrist Mark English. Doch der Wechsel an der Klampfe ändert nichts am wilden Wechsel zwischen höllischen Hochgeschwindigkeitsparts und brutalen Riffgewittern wie man sie auch aus der Vergangenheit kennt. DEICIDE kommen auch 2018 direkt zur Sache und kein Song der Schreibe knackt die 4 Minuten Grenze. Bei Songs wie „Anointed In Blood“ wird die Band fast schon melodiös. Aber DEICIDE haben es ja schon immer geschafft trotz ihrer kompromisslosen Brutalität ein hohes Maß an Eingängigkeit zu erreichen.

Ich bin bis heute großer Fan der Produktion und des Gitarrensounds der „Serpents of the Light“ Scheibe, welche ohnehin mein Favorit aus dem Stall der Band ist. Insofern musste ich mir „Overtures of Blasphemy“ erst etwas schönhören, denn die Gitarren haben nicht mehr diesen Dampfwalzensound wie 1997. Trotzdem hat Jason Suecoff (ALL THAT REMAINS, TRIVIUM, DEATH ANGEL, BATTLECROSS) dem Album einen amtlichen Sound verpasst, so das kein Death Metal Jünger enttäuscht sein wird.

Mit „Overtures Of Blasphemy“ können mich DEICIDE tatsächlich mal wieder überzeugen, auch wenn der Funke nicht beim ersten Hören übergesprungen ist. Schade ist nur, dass es nach 5 Jahren nicht zu mehr als gut 37 Minuten Spielzeit gereicht hat.

Fazit: Die Beelzebuben aus Florida rauschen mit ihren kurzen Songs wie ein Wirbelsturm durch die Boxen und hinterlassen nach knappen 38 Minuten ein musikalisches Feld der Verwüstung. Keine Experimente, keine Kompromisse. DEICIDE stehen auch 2018 noch für puren Hass, für kompromisslose Brutalität und für US-Death Metal der alten Schule.

Line Up

Glen Benton - Bass, Vocals
Steve Asheim – Drums, Guitars
Kevin Quirion – Guitars
Mark English - Guitars

Tracklist

1. One With Satan (3:46)
2. Crawled From The Shadows (3:20)
3. Seal The Tomb Below (2:57)
4. Compliments Of Christ (2:44
5. All That Is Evil (3:24)
6. Excommunicated (2:55)
7. Anointed In Blood (3:18)
8. Crucified Soul Of Salvation (3:00)
9. Defying The Sacred (3:30)
10. Consumed By Hatred (3:02)
11. Flesh, Power, Dominion (3:33)
12. Destined To Blasphemy (2:25)

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