Dynamite – Big Bang

CD Reviews, Dynamite – Big Bang

Mit einem großen Knall wollen sich die Schweden von DYNAMITE endgültigen ihren Stern im Rock `N‘ Roll Universum sichern. Dazu hat man durchaus neue Wege beschritten – bleibt abzuwarten, ob der Schuss nicht nach hinten losgegangen ist.

Auf Album Nr. 3 erfinden sich die Schweden keineswegs neu: Nach wie vor rotzt der Vierer eine Mischung aus AIRBOURNE, GREAT WHITE und AC/DC aus den Boxen. Doch wollte man dieses Mal wohl auf Nummer Sicher gehen – oder hatte einfach nicht mehr genügend Ideen – und holte sich mit Andreas Carlsson einen Landsmann mit ins Boot der zwar auch schon für DEF LEPPARD, PAUL STANLEY, EUROPE und BON JOVI zur Feder gegriffen hat, aber vor allem für BRITNEY SPEARS, TOKIO HOTEL, KATE PERRY und Countrystars wie CARRIE UNDERWOOD oder JESSE McCARTNEY tätig war. Mein Favorit aus seiner Feder dürfte wohl „I want it that way“ von den BACKSTREET BOYS sein. Nun hat er also auch bei den Jungs von DYNAMITE mitgemischt. Tanzbare Teenie-Hymnen sind dabei nicht entstanden, dennoch ist die Scheibe insgesamt deutlich zahmer ausgefallen als die beiden Vorgänger „Lock `N`Loaded“ und „Blackoutstation“. Während vor allem das Debüt stellenweise wie GREAT WHITE on Speed klang, fehlen mir auf „Big Bang“ die schnellen Songs. Die elf Songs bewegen sich meist im gemäßigten Bereich und Midtempo-Nummern wie „Rock n´Roll Ain`t Dead“ stechen da schon richtig raus. Doch letztlich ist die Entwicklung vom Debüt zum aktuellen Album durchaus nachvollziehbar und auch nicht so krass, dass sie von älteren Fäns nicht nachvollzogen werden könnte. Mit Songs wie „Bring it on“, „Got my eyes on you“ oder „Turn up the Heat“ hat die Band durchaus gute Nummer an Bord die sich nahtlos ins Liveprogramm einfügen werden. Dennoch beschreibt der Titel „All Bark No Bite“ vielleicht am ehesten wo die Band heute steht. War das Debüt noch mit einem wütenden Terrier zu vergleichen, der dem Postmann täglich an der Wade hing, so ist „Big Bang“ streckenweise eher ein Golden Retriever der schwanzwedelnd neben dem Briefträger her läuft. Bekanntlich erfreuen sich letztgenannte Tierchen weitaus größerer Beliebtheit als ihre zähnefletschenden Artgenossen, so dass DYNAMITE mit „Big Bang“ sicherlich einen ordentlich Schritt nach vorne machen dürften. Bin gespannt, was der AC/DCologe Dr. Airbourne Ossowski zu dem Album zu sagen hat – ihm hatte ja bereits der Vorgänger etwas übel aufgestoßen!

Fazit: „Big Bang“ ist ein gefälliges Rock `N`Roll Album geworden, wirkt aber stellenweise etwas zahmer als die Vorgänger. Gut fürs Radiopublikum, vielleicht etwas zu zahnlos für die Die-Hard Fans!