Emil Bulls - Kill Your Demons

CD Reviews, Emil Bulls - Kill Your Demons

Die EMIL BULLS haben es geschafft, dass der neue Longplayer „Kill Your Demons“ dem meisterhaften Vorgänger „Sacrifice To Venus“ beinahe in nichts nachsteht, vermögen es die Münchener doch durch die Betonung der hymischen und melodischen Seite ihrem genuin eigenen Sound einen unentrinnbaren dynamischen, frischen und intensiven Anstrich zu verleihen. Weltklasse!

Drei Jahre nach „Sacrifice To Venus“ melden sich die EMIL BULLS mit ihrem neuen Longplayer „Kill Your Demons“ zurück. Keine leichte Sache, dieses Meisterwerk zu toppen. Doch bisher ist es den Bulls zumeist immer wieder gelungen, dem genuin eigenen Sound mit wohldosierten innovativen Impulsen neuen Drive und Glanz zu verleihen. So auch hier. Zwar kommen die Riffs bisweilen um einiges wuchtiger und martialischer daher ('Done Dark'), so dass die Durchschlagskraft um einiges erhöht wird, nur um dann in refrainartigen Melodien besänftigt zu werden. Doch insgesamt ist zu beobachten, dass die Therapie für die Beseitigung der Dämonen dieses Mal nicht in kompromissloser brachialer Brutalität liegt, sondern die sanftere, melodischere Methode gewählt wurde.

Ein gewaltiges Mehr an melodischer Eingängigkeit ist unüberhörbar. Bestes Beispiel ist der intensive Rausschmeißer 'Winterblood', bei dem sich Phasen nachdenklicher melancholischer Ruhe mit Phasen energetischer kraftvoller Intensität abwechseln. Hammer! Ungewöhnlich ist, dass das Album mit dem titelgebenden Track beginnt, einem quirrligen Brutalo-Song, der in seiner Machart phasenweise an KORN erinnert. Auch bei der ersten Singleauskoppelung gibt es in typischer Bulls-Groovy-Manier mächtig etwas auf die Ohren, ehe die choralen Gesänge den genauso typischen Refrain einleiten. Ähnliches gilt für 'Black Flags'. Da weiß man, was man hat.

Etwas gewöhnungsbedürftig wegen seiner mir etwas seltsam anmutenden Stimmung ist 'Miss Magnetic'. Mit 'Once And For All' beginnt dann der hymnische Teil des Albums, hat man es mit diesem Song doch mit einem überaus Optimismus und gute Laune verbreitenden Lied zu tun. Chorale Hymnik meets kraftvolle Riffigkeit ist das Motto in 'The Anatomy Of Fear' oder 'Gone Dark', wohingegen in 'MT Madness' die Abrissbirne wieder stärker kreist, wohingegen 'Euphoria' ganz dem Titel getreu eine ungeheurige, angeloopte Leichtigkeit verbreitet, die eine unentrinnbare 80er Jahre Pop-Attitüde sein Eigen nennt und mich bisweilen an DURAN DURAN ('Planet Earth') erinnert. Ganz anders, aber auch richtig geil ist 'In Any Case Maybe' aufgrund seines Mitreißpotenzials. 'Levels And Scales' schließlich schlägt noch einmal nachdenklichere Töne an.

Fazit: Die EMIL BULLS haben es geschafft, dass der neue Longplayer „Kill Your Demons“ dem meisterhaften Vorgänger „Sacrifice To Venus“ beinahe in nichts nachsteht, vermögen es die Münchener doch durch die Betonung der hymischen und melodischen Seite ihrem genuin eigenen Sound einen unentrinnbaren dynamischen, frischen und intensiven Anstrich zu verleihen. Weltklasse!