Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

CD Reviews, Endseeker - Flesh Hammer Prophecy

Nach der ersten schon gelungenen EP packen die Todesmetaller von ENDSEEKER mit dem ersten Langeisen nicht nur was die Spielzeit angeht eine Schippe drauf.

Das war auch zu erwarten, denn ich durfte in Lübeck schon die „Weltpremieren“ einiger Songs live erleben. Seit dem finde ich auch die Promofotos OK, die ich wegen Lennys Posen bis dahin etwas merkwürdig fand. Wer den Sänger live gesehen hat, weiß, dass das passt. Mich hat er etwas an Nosferatu erinnert, Kollege Eric kam eher das Baby von „Die Dinos“ in den Sinn. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit auch hier in der Mitte. Ist auch egal, endlich mal eine Performance, die vom Standard abweicht. Aber zum Album.
Stilistisch ist alles beim Alten geblieben. Das macht auch Sinn, denn Hamburg liegt auch weiterhin wesentlich näher an Schweden als an den USA.
Mit einer typisch finsteren Melodie geht es los. Natürlich schlägt die Rhythmusgitarre daneben immer auf der Eins an und lässt den Ton stehen, so soll es sein. So wird schon zu Beginn  eine stärke des Albums deutlich: ENDSEEKER bleiben immer in den Genregrenzen, ich habe aber trotz drölfhundert Alben in diesem Genre nicht das Gefühl, die Sachen schon mal gehört zu haben. ´Flesh Hammer Prophecy´ hat noch einen weiteren Vorteil im Vergleich zu vielen Alben dieses Genres. Mir ist vieles im schwedischen Death Metal zu brav und bieder geworden. Combos wie REVEL IN FLESH sind mir inzwischen einfach zu nett. ENDSEEKER klingen weiterhin trotz der Melodien griffig und aggressiv. Gut so. Ein Beispiel dafür ist ´Malicious Instinct´, das durch wirklich starkes Riffing überzeugt.
Kurz vor Ende des Albums setzen ENSEEKER dann noch mal nach Großbritannien über und nehmen sich BOLT THROWERs ´Powder Burns´ vor. Ich finde das interessanter als das ´Supposed to Rot´ ENTOMBED Cover auf der EP, weil die Briten stilistisch doch etwas weiter weg sind. Aber logisch, die Mischung aus fetten Riffs und Melodien passt auch gut zu ENDSEEKER. Die tieferen Gitarren stehen dem Song. Schade dass der Track auch hier  ausgefadet wird, ich finde ein solcher Hammer sollte sich nicht davonschleichen. Trotzdem eine gute Coverversion.
Namedropping hat diese Scheibe nicht nötig, ich schreibe trotzdem mal, dass Marc Grewe, einen kurzen Auftritt bei ´Black Star Rising´ hat. Marc, einer meine Lieblingsvocalisten, hat mich schon mal mehr überzeugt als bei diesem Gastspiel.
Auch was Produktion und Cover angeht, punktet  ´Flesh Hammer Prophecy´. Wenn man ein Haar in der Suppe finden will, dann vielleicht die kurzen gedoppelten Leads beim Rausschmeißer. Da zeigt sich, dass es schon mehr Sinn macht,  die eine Klampfe wie kurz zuvor und sonst fett im Hintergrund dröhnen zu lassen. Wir sind hier ja nicht bei THIN LIZZY.

Unterm Strich bleibt eins der besten Schweden Death Metal Alben der letzten Zeit, das den Spagat zwischen Melodie und Aggression hervorragend meistert. Geht hin, wenn ENDSEEKER in eure Nähe kommen, denn live wie auf Platte merkt man ihnen die Spielfreude an.