Engel - Abandon All Hope

CD Reviews, Engel - Abandon All Hope

Wer ENGEL noch nicht kennt, der möge alle seine Vorurteile über Bord werfen, die er bei dem Namen haben könnte. Nein, es ist keine RAMMSTEIN-Coverband. Und Nein, es ist auch kein Gothic, Schlager oder Ethnofolk.

Stattdessen haben ENGEL (und besonders Namensgeber und Mastermind Niclas Engelin) ihre Wurzeln im Göteborg Death Metal und wurden von ihm nach der Auflösung von GARDENIAN gegründet. Zusätzlich haben IN FLAMES, mit denen ENGEL mehrmals als Vorband unterwegs war, Engelin 2011 in ihre Reihen mit aufgenommen.

Trotzdem kann man ENGEL nicht dem Melodic Death Metal-Genre zurechnen. Zwar hat die Band auf ihrem neuen, fünften Album „Abandon All Hope“ zahlreiche Melodieführungen, die man so auch bei vorgenannten Bands vorfinden könnte, aber zusätzlich integrieren die Schweden viele poppige Einflüsse, die selbst über das hinausgehen, was zum Beispiel ein Peter Tägtgren bei PAIN veranstaltet.

Das Album beginnt sehr gefällig mit „The Darkest Void“, das mit seinem Synthie-Intro und dem geshouteten Gesang auch auf dem neuen IN FLAMES-Album nicht fehlplatziert wirken würde. Auch der Klargesang fügt sich hier gut ein und liefert eine Ohrwurm-Hook, die man gleich problemlos mitsingen kann.

Leider ist mit dem Opener der beste Song des Albums dann auch gleich schon vorbei und der Klargesangs-Anteil nimmt rapide zu. Die Gitarrenarbeit ist natürlich solide und die zahlreichen Soli sind über jede Zweifel erhaben, aber dass die Melodieführung immer wieder vom Keyboard übernommen wird und es fast kein Geshoute mehr gibt, lässt den Härtegrad des Albums weiter sinken („Death Reversed“). Teilweise erinnern die Songs an NIGHTWISH minus den Frauengesang („Across The Abyss“). Die Midtempo-Stampfer „As I Fall“ und „Gallows Tree“ mit überladenen Synthie-Streichern und Achtziger-Jahre-Hardrock-Gesang sind da so zwei Beispiele. Andere Songs, wie „Buried“ beginnen vielversprechend, fallen dann aber wieder in bekannte Muster zurück.

Auch das neue ENGEL-Album wird wieder seine Fangemeinde finden, ein Meilenstein des Metals wird es aber nicht werden, und will es wohl auch gar nicht sein. Vielleicht ist es eine Kaufempfehlung für alle, denen IN FLAMES nach 2005 noch zu hart sind (gibt es die?!?)

Line Up

Niclas Engelin - Gitarre
Marcus Sunesson - Gitarre
Steve Drennan - Bass
Oscar Nilsson - Schlagzeug
Mikael Sehlin - Gesang

Tracklist

1. The Darkest Void!
2. The Legacy Of Nothing!
3. Book Of Lies!
4. As I Fall!
5. Buried!
6. Untouchable!
7. Death Reversed!
8. Across The Abyss!
9. Gallows Tree!
10. Abandon All Hope!
11. The Condemned!