Farsot - Insects

CD Reviews, Farsot - Insects

Vier Jahre ist es mittlerweile schon her seit die thüringer Burschen von FARSOT mit ihrem Debut “llll” für Aufsehen sorgten und sich national wie international einen guten Ruf in der Black Metal-Szene erspielten.

 

Vier Jahre, in denen man nicht nur eine Menge intensiver Bühnenerfahrung gesammelt hat, sondern auch menschlich wie musikalisch gereift und als Band innig zusammen gewachsen ist.

Nur so lässt es sich erklären, dass FARSOT dieser Tage ein tonnenschweres Monster gebären, welches der klirrenden und rasenden Black Metal-Vergangenheit wie der deutschen Sprache den Rücken kehrt und sich kalt, düster, bedrohlich und unaufhaltsam experimentell-metallischen Ambient- und Doom-Landschaften zuwendet. Auch wenn die Band sich ihre feurige Klangfarbe und damit ein wichtiges signifikantes Markenzeichen auf “Insects” bewahrt hat, so machen es FARSOT einem nicht einfach, sind die Songs doch sperriger und die Band verschlossener als jemals zuvor. Der Teufel steckt hier im wahrsten Sinne des Wortes im Detail. Geprägt von groovigem Midtemporiffing und ausladend-verspielten Ambient-Passagen sucht man die wütenden Ausbrüche vergangener Tage häufig vergebens. Herausstechende Songs oder gar“Hits” gibt es keine, “Insects” ist ein Album, welches nur in seiner Gesamtheit funktioniert und nach intensiver Auseinandersetzung verlangt, bis es sich dem Hörer mit all seinen Feinheiten erschließt.

Neben der musikalischen und konzeptionellen Gesamtentwicklung ist dabei die Leistung von Sänger 10.XIXt bemerkenswert, dessen abwechslungsreiche Leistung den Quantensprung FARSOTs untermauert. Die künstlerische Distanz, die die fünf Gothaer seit “llll” zurück gelegt haben macht es ihrem Publikum nicht unbedingt leicht, Schritt zu halten, denn der eingeschlagene Kurs ist so steinig wie folgerichtig.

Und somit etablieren sich FARSOT mit “Insects”, setzen sich in der Spitzengruppe der internatinalen Extrem-Metal-Szene fest, auch wenn es zu einem Angriff auf den Thron noch nicht reicht. Aber das dürfte das Quintett allenfalls mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen, werden sie doch ihren Weg unbeirrt weiter so konsequent verfolgen und so manchen Beobachter auch zukünftig als Statisten am Rand des Geschehens zurück lassen. Wem´s nicht gefällt kann sich ja anderen Bands zuwenden...