Foo Fighters - Concrete And Gold

CD Reviews, Foo Fighters - Concrete And Gold

Ohne dass ich den Promotion Text gelesen hatte, bekam mir beim ersten Hören den Eindruck, dass die Platte bisweilen einen Hauch der BEATLES zu bieten hat und auch sonst soundmäßig mitunter auch den Odem der siebziger Jahre atmet. 

Das lässt sich sehr gut bei dem Track 'Make It Right' beobachten und das muss man halt mögen. Auch sonst strotzt die Platte vor überfetten, barockartigen und dichten Soundarrangements. Irgendwie dann doch Post-Beatles-Rock, vor allem wenn die Streicher und Choräle herausgeholt werden wie in dem schon vorher veröffentlichten „The Sky Is A Neighborhood'. Das ist mir dann eindeutig zu zuckrig, auch wenn der BEATLES-Klassiker 'I Want You' (She Is So Heavy)' durchschimmert.

Vor dem Hintergrund des Statements von Dave Grohl ist das nicht weiter verwunderlich: Ich wollte das Foo Fighters-Album mit dem fettesten Sound aller Zeiten machen. Eine gigantische Rock-Platte, aber mit einem Greg-Kurstin-esken Feeling für Melodie und Arrangement… eine Motörhead-Version von ‚Sgt. Pepper‘… oder so etwas in der Art“. Aber dass dann Songs wie 'La Dee Da' herauskommen, die wohl auf Teufel komm raus verspielt, aber doch irgendwie uninspiriert sind, muss nun wirklich nicht sein.

BEE-GEES-artige Leichtigkeit begegnet dann in 'Dirty Water', ein Song, den man sich auch gut im Fahrstuhl oder in einem 70er dänischen Roadmovie mit Anschnallpflicht vorstellen kann, wenn man nur die ersten drei Minuten betrachtet. Doch auch das rockige Finale kann diesen Eindruck nicht mehr wettmachen. BEATLES-balladesk bis zur Unerträglichkeit wird es dann 'Happy Ever After'. Das wird auch mit 'Sunday Rain' nicht besser. Hörbar und an den alten FOO-FIHTERS-Sound anknüpfend ist 'The Line', wohingegen mich der Titeltrack 'Concrete And Gold' wieder einmal sprachlos zurücklässt. Aber die gute Nachricht ist, dass es zumindest einen Knaller auf dem Album gibt, und das ist 'Run'.

Fazit: Die FOO FIGHTERS haben sich entschieden, auf ihrem neuen Longplayer „Concrete And Gold“ herrlich uninspirierten Post-Beatles-Rock zu spielen, der tief in den siebziger Jahren verortet ist und durch BEE-GEES-artige Leichtigkeit und einem Zuviel an harmonischer Eingängigkeit und an eingängiger Süße ein flaues Gefühl im Magen zurücklässt. „Quakelig“ sagt man dazu bei uns in der atomendlagergeplagten Asse.