Hooded Menace - Ossuarium Silhouettes Unhallowed

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Man kann es bei all den Hiobsbotschaften, die die ersten Tage dieses Januars begleitet haben, ruhig einmal vorwegnehmen: das fünfte Album der Death Doomer von HOODED MENACE ist ohne Zweifel ein wahrer Lichtblick dieses noch jungen Jahres und wird sich mit Sicherheit auch auf den Top-Album-Ranglisten für 2018 wiederfinden.

Denn den Finnen gelingt es in eindrucksvoller Manier, martialisches Pathos mit düsterer Wehmut zu verbinden. So wird eine Stimmung erzeugt, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Das kann man gleich im ersten Song 'Sempiternal Grotesqueries' beobachten, einem Track, der in über zehn Minuten harte eher todesmetallische und eher doomige Riffs einander folgen lässt und so eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle erzeugt. Treibende Dynamik trifft auf entschleunigte Intensität trifft auf groovige Unruhe. Und über allem thront eine unverwechselbare, würdevolle infernale Eingängigkeit, die mitunter auch einen Hang zum Hymnischen hat.

Dass HOODED MENACE als starke Einflüsse neben Bands wie CANDLEMASS, CATHEDRAL eben auch ASPHYX und vor allem PARADISE LOST nennen, ist vor dem Hintergrund des dargebotenen Sounds überhaupt keine Überraschung mehr. Ein hammermäßiger Track ist dann 'In Eerie Deliverance', der durch seine dominierende hymnische Brutalität auf der einen Seite sowie durch seine kürzeren stilleren Partien, für die man für die weiblichen Vocals Jemma McNulty (COLTSBLOOD) gewinnen konnte, besticht.

Eine wahrhaft düstere, wehmütige und niedergeschlagene Stimmung weht einem in 'Cathedral Of Labyrithine Darkness' entgegen, ein Song, der nur so vor unterweltlicher Kraft strotzt. Hier kann man in eindrucksvoller Weise ersehen, welches musikalisches Potenzial durch die Kombination von Doom und Death Metal freigesetzt wird. Weltklasse. 'Cascade Of Ashes' kommt dann etwas doomiger daher und kann durch die angeloopte, atmosphärische Melodik punkten. 'Charnal Reflections' schließlich überzeugt durch seinen suchtgefährdenden hymnischen Charakter, natürlich auch hier vor dem Hintergrund brutaler, rauer Brachialität, ehe 'Black Moss' als instrumentales Outro den Hörer in die Stille entlässt.

Fazit: HOODED MENACE haben mit „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“ einen wahren Klassiker des Death Doom erschaffen, der die Messlatte der besten Alben des Jahres 2018 schon jetzt sehr hoch legt, zumal es den Finnen in eindrucksvoller Art und Weise gelingt, die Infernalität des Death Metal und die Intensität des Doom Metal mit düsteren, bisweilen hymnischen Melodien zu kombinieren. Kaufen!

Line Up

Lasse - Lead and Rhythm Guitar
Teemu - Rhythm Guitar
Harri - Vocals
Otso - Drums
Antti – Bass

Tracklist

01. Sempiternal Grotesqueries
02. In Eerie Deliverance
03. Cathedral Of Labyrithine Darkness
04. Cascade Of Ashes
05. Charnal Reflections
06. Black Moss