Terror

Hound - Settle Your Scores

CD Reviews, Hound - Settle Your Scores

Vielleicht liegt es wirklich an der Stadt Hildesheim und ihren Kulturschaffenden, dass aus ihrer Mitte immer wieder Bands geboren werden, die sich musikalisch an längst vergangenen Zeiten orientieren. 

Das, was JOHN TENNIS damals vor mehr als 15 Jahren begonnen hatten, führen jetzt HOUND konsequent weiter, nämlich den heroisierten Göttern der vermeintlich wilden 70er-Jahre, als die Bundesrepublik noch von einer sozial-liberalen Koalition regiert wurde und der Bundestag in Bonn noch ein Drei-Parteien-Parlament war, ordentlich Opfergaben darzubringen.

Da lassen dann LED ZEPPELIN und Konsorten grüßen. Und so wird man auch auf dem Debütalbum „Settle Your Scores“ sofort in eine verklärte, hippieeske, bunt-uniforme Vergangenheit katapultiert, die in Puncto „Seventiesness“ nahezu kompromiss- und gnadenlos alle Register zieht. Denn da wird zum einen georgelt, als ob es kein morgen gäbe, natürlich authentisch im Stile der Hamond-Orgel, instrumentale Passagen werden in guter alter psychedelischer Manier ausgiebig abgefeiert. Dazu kommen die wirklich überzeugenden Gitarrensoli, immer auch mit einem leichten Hauch von Modernität und einer leichten Alternative-Rock-Attitüde, und schließlich auch die leidend leidenschaftlichen Vocals. Die Bischofsmühle des Cyclus 66 sollte man mit diesem Sound innerhalb kürzester Zeit zum Brodeln bringen.

Denn Spielfreude kann man den Jungs nun wirklich nicht absprechen, vor allem dann nicht, wenn ihr siebziger Sound eine Symbiose mit dem der Neuen Deutschen Welle wie in 'Jim Vance' eingeht. Echt fresh! Als Anspieltipps sehr zu empfehlen sind das dynamisch erfrischende 'Not At All' oder das quirrlige 'Grit'.

Fazit: HOUND lassen auf ihrem Debütalbum „Settle Your Scores“ längst vergessene Zeiten wieder aufleben und dürften damit bei all jenen feucht-fröhliche Erinnerungen wachrufen, die in den Siebzigern noch jung waren, oder bei denen offene Türen einrennen, die open-minded und sophisticated einfach mal in die musikalische Vergangenheit eintauchen möchten. Geschichtskultur meets 70s Hardrock.

Line Up

Wanja Neite (Vocals), Nando Grujic (Guitar), Jonas Gehlen (Organ), Yannick Aderb (Bass), John Senft (Drums)

Tracklist

01. Jim Vance
02. The Perilous Realm
03. Cursed Place
04. Thoughts & Prayers
05. Not At All
06. The Poacher
07. The Secret Commonwealth
08. Grit
09. Flesh & Bone
10. Settle Your Scores
11. Awful Fellow

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Hound