In Reverence - The Selected Breed

CD Reviews, In Reverence - The Selected Breed

Eigentlich waren IN REVERENCE im Jahre 2010 angetreten, um in Puncto Brutalität musikalisch an die Grenzen zu gehen und um Deathcore und Death Metal mit einer Prise Atmosphärik zu mischen. Doch mit den Änderungen des Line-up ging auch eine Besinnung auf den Todesmetal einher. Auch ein Feld, auf der man erst einmal seine Meisterschaft unter Beweis stellen muss.

Das gelingt Pedram Khatibi Shahidi, Filip Danielsson und Oscar Krumlinde in überaus gekonnter Weise, zumal sie der infernalen Atmosphäre weiterhin breiten Platz einräumen. Denn melancholische Düsternis trifft gleich im Opener 'Jahiliah' auf brachiale Riffs, die mitunter an CENTINEX gemahnen, sowie auf hintergründige, aber nicht weniger stilbildende Leadgitarrenpassagen. Zu dieser martialischen Stimmung tragen dann auch noch die tiefen Growls von Filip Danielsson bei. Pure Spielfreunde und energetische Dynamik bricht sich in 'Gods Of Dehumanization' Bahn, ein Track der zudem durch zusätzliche diabolisch krächzende Vocals und elektronische Elemente einen Black-Metal-Touch bekommt. KATATONIAmäßige Freude an ausgeklügelten, bisweilen erst durch mehrmaliges Hören wahrnehmbaren und entdeckbaren Feinheiten ist hier auch festzustellen. Schön brutal ist darüber hinaus der 'Prometheus' gestaltet.

Besonderes Augenmerk gilt natürlich immer dem Titeltrack, der alles hat, was ein Schwedentod-Klassiker haben muss, und zusätzlich auch noch überaus abwechslungsreich gestaltet ist. Mehr Diversity ist selten! Vielfältig mit einem Hang zu groovigen Riffs und leicht orientalischer Melancholie ist der Track 'The Sixth Bloodletting', wohingegen 'Anthropogeny' im Hinblick auf aggressive Brutalität und treibende Drums trotz der Entschleunigungsversuche immer doch alle Register zieht. Ähnliches gilt für 'Red Waves'. Einer wahren Achterbahn unterschiedlichster Atmosphären wird man in 'Gift Of Disintegration' unterzogen, ehe das über zweiminütige instrumentale und bedächtige Outro 'Life Rejuvenate' den Hörer in die Stille entlässt.

Fazit: IN REVERENCE legen mit "The Selected Breed" ein überaus gelungenes Death-Metal-Album vor, das sich vor allem durch seine groovige Riffigkeit, seine erfrischende Brutalität, seine martialische Attitude und seine melodische Infernalität von anderen Longplayern dieses Genres abhebt. Und dazu gibt es noch ein hohes Maß an Abwechslung und Diversity. Was will man mehr? Kaufen!