JAG PANZER - The Deviant Chord

CD Reviews, JAG PANZER - The Deviant Chord

Erwartungen steigen schnell wenn es um Reunions geht. Handelt es sich dabei um eine DER US Metal Bands überhaupt, die in den Achtzigern mit "Ample Destruction" einen Überklassiker veröffentlichte, danach mit LineUp Problemen zu kämpfen hatte, ein starkes Album mit anderem Sänger (ebenfalls eine Super Stimme: Bob Parduba) nicht veröffentlichen konnte, sich dann auflöste, um sich dann mit neuem Sänger und anderem Stil selbst an die Wand zu fahren reden wir von Heavy Metal Geschichte.

Um diese mal weiterzuführen: "Dissident Alliance" machte 1995 niemanden glücklich. Das waren NICHT die JAG PANZER. Die taten dann das richtige, holten DIE US Metal Stimme Harry "The Tyrant" Conklin zurück ins Boot und veröffentlichten in den folgenden Jahren noch zwei überragende Alben und einige zumindest gute Scheiben, die dem Namen JAG PANZER gerecht werden konnten. Sogar das unveröffentliche Album "Chain Of Command" (mit Parduba am MIkrofon 1987 aufgenommen) ist in ordentlicher Form an die Öffentlichkeit gelangt. Das letzte Werk "The Scourge Of The Light", erschienen 2011, war mir persönlich etwas zu sehr mit Pomp überlastet und "progressiv". Dann die Auflösung der Band. Und nun kommen wir endlich mal zum Punkt der Wiedervereinbarung und zur neuen Scheibe, über die ich schreibe. Was hat "The Deviant Chord" zu bieten? Haben wir es mit einem " US Metal-Klassiker" zu tun oder verfolgt die Band die etwas überlastete Variante von Alben wie "Cast In Stone" oder "The Scourge Of The Light" weiter? Und nun Entwarnung: zwar ist "The Deviant Chord" kein totaler Überflieger wie "The Age Of Mastery" oder "The Fourth Judgement", kommt aber schon dicht daran. Fangen wir mal mit den Negativen an: der Drumsound klingt etwas zu sehr aufgepitcht und modern. Die Schlagzeugarbeit ist aber sehr gut. Das Album ist etwas durchwachsen. Es beginnt mit dem starken "Born On The Flame" (sehr gute Gesangsleistung) und dem flotten "Far Beyond All Fear". Der Titeltrack ist episch, klingt aber irgendwie unfertig. "Black List" ist Midtempo und klingt sehr oldshool. Typisch halt. "Foggy Dew" ist ein altes irisches Traditinal und wird sehr gut gesungen. Thin Lizzy lassen grüßen. Der Track wächst zu einer "irischen" Schlachthymne. "Devine Intervention"  ist der progressivste Song. Die Nummer zündet trotz Hymnen Refrain erst nach mehrfachem Hören. Die Ballade "Long Awaited Kiss" ist sicher nicht schlecht, kommt allerdings doch etwas kitschig daher. Kein Highlight. Danach geht es aber noch mal steil bergauf mit dem Album."Salacious Behaviour" hat echt Feuer und Hooklines und ist der bisher überzeugenste Knaller. Sollte live auch für wallendes Haar sorgen. Das folgende "Fire Of Our Spirit" kann sogar noch einen drauf setzen. Warum spart man sich die besten Songs für das Ende der Platte auf? Und dann kommt da noch ein zweiter Refrain, der wirklich ALLES umwirft und für den sogar alte MANOWAR (als die Band noch gut war..., also lange her) töten würden. Darauf ein wahnsinniges Tofalla Solo. So grandios kann US Metal sein! Das ist das totale Highlight von "The Deviant Chord". Das typische nicht ganz so schnelle "Dare" bietet einen würdigen Abschluss des Werks. Insgesamt  also ein starkes JAG PANZER Album mit wenigen Durststrecken, mehreren gutklassischen Songs und einigen Überfliegern! Ich bin positiv überrascht und habe nicht mehr mit so starken Songs gerechnet.