Terror

Jungle Rot – Jungle Rot

CD Reviews, Jungle Rot – Jungle Rot

Der Kollege Trillmich verbannte die Amis anlässlich des letzten Albums „Order Shall Prevail“ in die zweite Liga und der rasende Reporter Stoffregen attestierte Bandboss Dave Matrise seinerzeit sogar nur Mittelmäßigkeit. Derartige Empfindungen müssen wohl mit der Berliner Luft zusammenhängen, anders sind die geschmacklichen Entgleisungen der beiden Berliner Kollegen nicht zu erklären.

Mit dem selbstbetitelten neunten Album der Bandgeschichte knüpfen die Amis dort an wo sie in der Vergangenheit aufgehört haben. Keine Experimente, keine modernen Spielereien, keine Effekthascherei, sondern schlicht wütender Death Metal im zermalmenden Midtempo Bereich. In produktionstechnischer Hinsicht kann das neue Album den Vorgänger in den Schatten stellen und man fühlt sich stellenweise fast an SIX FEET UNDERs „Warpath“ erinnert – hier scheint sich die Zusammenarbeit mit DAN SWANÖ (Mix) ausgezahlt zu haben. Diese Parallelen werden durch die groovenden Riffs in Songs wie „Delusional Denial“ noch zusätzlich bestärkt. Stimmlich erinnert Frontmann Dave verschiedentlich an MORTIFICATIONs Steve Rowe auf der „Blood World“ Scheibe. Dazu kommen heisere Schreie und bei „Twisted Mind“ werden sogar Erinnerungen an GWAR wach. Als wäre das noch nicht genügend Vielfalt, liefert sich Dave in „Fearmonger“ ein Gesangduett mit Schmier von DESTRUCTION. Darüber hinaus gibt es mit dem abschließenden „Terrible Certainty“ eine weitere Hommage an den deutschen Thrash Metal. Songs wie „Glory For The Fallen“ zeigen die ultimativen Dampfwalzenqualitäten der Amis.

Wer aus Gyula Havancsaks Coverartwork herausliest, dass der Band das Wasser bis zum Hals steht ist ziemlich falsch gewickelt. Mit Album Nr. Neun liefert das Trio aus  Wisconsin ein richtig starkes, groovendes, zentnerschweres Death Metal Album ab. JUNGLE ROT gehören für mich zu den wenigen Death Metal Bands die seit ihrem Debüt Alben auf gleichbleibend hohem Niveau abliefern. Wer hier auf Zweitklassikeit plädiert sollte vielleicht lieber auf die aktuelle BABYMETAL CD umsteigen und sich aus der Szene verabschieden!