Life Of Agony - A Place Where There's No More Pain

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„I just want to disappear and hide“. Mit diesen Worten begegnen uns LIFE OF AGONY in ihrem neuen Song ‚A Place Where There's No More Pain‘. Glücklicherweise sind LIFE OF AGONY diesen, ihren eigenen Worten nicht gefolgt sondern treten mit dem gleichnamigen Album wieder einmal wuchtig und schwer in Erscheinung.

12 Jahre nach ihrem ersten Reunion-Album „Broken Valley“ ist nun also das Album „A Place Where There's No More Pain“ auf dem Markt. Das jüngste LOA-Werk wurde vor dessen Erscheinung vom Rolling Stone-Magazin unter den meist erwarteten Platten 2017 aufgelistet. Wenn das mal kein Druck bedeutet, unter den Frontfrau Mina Caputo samt Band durch solch eine Erwartungshaltung gesetzt wird. Auch ich hatte vor dem ersten Hören der Platte tatsächlich meine Bedenken und auch ein wenig Angst, dass Caputo mit LIFE OF AGONY irgendwann einbrechen und von der Presse und den Fans zerrissen werden. Doch dies ist nicht geschehen. Egal was Caputo tut, seien es die frühen Alben von LIFE OF AGONY oder aber die als Solokünstler herausgebrachten Alben, geschweige denn die Livepräsenz, all das wirkt authentisch, ehrlich, gewollt, aber immer auch etwas traurig.

Mit „A Place Where There's No More Pain“ wird der Grunge zurück geholt. Auch wenn dessen Blütezeit schon äußerst lang zurückliegt, ist er doch zu gut, zu bedeutend und zu prägend, um komplett in Vergessenheit zu geraten. Das neue LOA-Album ist wuchtig und schwer, hat eine deutliche SABBATH-Prägung, aber auch ALICE IN CHAINS und SOUNDGARDEN werden einem schnell ins Gedächtnis zurück gerufen. Caputo-Typisch beginnen viele der Songs mit einer depressiv anmutenden Schwere, diese düstere Grundstimmung wird jedoch immer wieder durch fast fröhlich daherkommende Refrains zerschlagen (‚Dead Speak Kindly‘ und ‚A New Low‘). ‚Bag of Bones‘ sticht hinsichtlich des Klanges etwas heraus. Dieser Song erscheint weniger düster als der Großteil der vorher gehörten Stücke. Stattdessen erscheint er sehr emotional, was nochmals davon verstärkt wird, dass ‚Bag of Bones‘ auch als Ode an Peter Steele von TYPE O NEGATIVE zu sehen ist. In die Riege der sehr emotionalen Songs fügen sich dann noch ‚Walking Catastrophe‘ und ‚ Little Spots of You‘.

Alles in allem kann ich nur einmal mehr Erstaunen und Begeisterung dafür ausdrücken, was in LIFE OF AGONY oder aber im Speziellen auch in Caputo steckt. Diese kleine, so zerbrechlich und verletzlich wirkende Person macht ihren Weg, auch wenn er hin und wieder für den ein oder anderen etwas verwirrend erscheinen mag. Musikalisch betrachtet haben LOA auf jeden Fall einmal mehr bewiesen, zu welch Glanzleistungen sie im Stande sind.