LUNATIC SOUL - FRACTURED

CD Reviews, LUNATIC SOUL - FRACTURED

Kurzum: ein tolles, leidenschaftliches und emotionalgeladenes Soloalbum, welches den Fans viel Zeit nehmen wird, wenn man sich darauf einlässt und womöglich aus anderen Genres (TripHop/Showgaze/EBM) neue Fans -Lunatic Soul- entdecken lässt.

Drei Jahre sind seit dem außergewöhnlichen & zeitlosen „Walking on a flashlight beam“-Album vergangen und eine Menge ist seitdem auch passiert – vor allem im Bezug auf Mariusz Duda. Denn, er macht keinen Hehl daraus welche Bands ihn bei diesem neuen Album inspiriert haben und vor allen Dingen, dass es ein äußerst persönliches Album geworden ist. Dieses Werk bringt ihn zurück ins Leben, nachdem er seinen Freund und Mitstreiter von Riverside Piotr (R.I.P.) Anfang 2016 verloren hatte. Um so erstaunt ist man, welch ein minimalistisch, emotionale Synthie-Welt auf einen zurollt, wenn man sich diesen Songs widmet.

Eindeutig. Mangel an Ideen oder am Songwriting für Lunatic Soul – auch nach schweren Zeiten- gibt es bei Mariusz nicht, obwohl er weiterhin reichlich mit „Riverside“ und dem Bandprojekt „Meller Gołyźniak Duda“ zu tun hat(te). Eindeutig ist auch die Tatsache, dass das fünfte Soloalbum „anders“ ausgefallen ist, als der Vorgänger. War noch damals vielleicht so etwas Pink Floyd mit leichtem Depeche Mode-getränktem Sound zu spüren, gibt es nun deutlich mehr Synthies & Trip-New-Wave. Es erinnert alles mehr an einen Soundtrack als etwas rein progressive-rockiges. Es könnte daher sein, dass Mariusz bald einen neuen Blad Runner/Nick Cave-Filmsoundtrack beisteuern darf. Doch auch wenn es doch noch nicht so weit sein sollte, sind seine in diesem Zusammenhang erwähnten Einflüssen von u.a. Massive Attack, Depeche Mode (für meine Begriffe Gahan/Wilder), Peter Gabriel, David Sylvian nicht zu überhören. Synth-Elektronica mit Trip Hop und dann  noch zwischendurch etwas Jazz und eine Prise Art Rock – gepaart mit den allseits bekannten fetten Bassparts & seiner wunderschönen Stimme. Dabei hat er noch diesmal die musikalische Unterstützung des polnischen Sinfonietta Consonus Orchestra herangezogen. Einfach toll. Nicht nur, weil die Songs wunderschön elektro-melancholisch geworden sind, sondern weil es einmal mehr ein eben komplett anderes Album geworden ist.

Fazit:
Lunatic Soul Nr. 5 hat mehr atmosphärische Klänge des New Wave & Trip-Hop als auch Shoegaze in sich und wirkt neben den Tatsachen, die man zu wissen vermag um einen Mariusz Duda, wie ein Filmsoundtrack. Also ein erneut wandelbarer Mariusz Duda. Aber hat jemand etwas anderes erwartet?!

 

Erscheint als: CD; double gatefold LP in 180g vinyl (black) & limited edition red vinyl; digital