Michael Romeo – War of the Worlds Pt. I

CD Reviews, Michael Romeo – War of the Worlds Pt. I

“O Romeo, Romeo! Wherefore art thou Romeo? …” Tragisch endete die Liebesbeziehung zwischen diesem Romeo und seiner Juliet. Anders sieht es bei Michael J. Romeo aus, denn aus dessen Liebe zur Gitarre und harten Rockmusik ist nun das Soloalbum „War of the Worlds Pt.I“ entstanden.

Den meisten Lesern ist Michael Romeo natürlich als Kopf der Prog-Metaller SYMPHONY X bekannt und auch wenn der Saitendompteur hier 10 Songs präsentiert die für ihn nicht in die Playlist seiner Band passten, so werden seine Jünger doch durchaus auch mit diesem Songmaterial warm werden.

Auf „War of the Worlds Pt.I“ verschreckt Romeo seine Anhänger keineswegs durch abgefahrene Experimente. Vielmehr gibt es jede Menge epische und orchestrale Vollbedienung (z.B. „War Machine“) und musikalische Inszenierung der Spitzenklasse. Einer der stärksten Songs der Scheibe ist für mich „Black“, welches durchaus auch zu Bands wie TAD MOROSE gepasst hätte. Allerdings wird die inhaltliche Thematik der Scheibe auch durchaus in der Musik abgebildet: Beispielsweise finden sich in „Fucking Robots“ endzeitliche Programmierungen, die aus der Industrial-Szene entliehen wurden.

Mit Rick Castellano hat Romeo einen bis dato unbekannten Shouter ans Mikro gestellt, der Mann macht seine Sache aber richtig gut – möglicherweise also ein Plan B für den Fall, dass der noch immer nicht genesene Russell Allen nicht zu SYMPHONY X zurückkehrt? Komplettiert wird die Solo-Band durch Romeos Schulfreund John DeServio, der auch bei BLACK LABEL SOCIETY am Viersaiter steht, und durch Drummer John Macaluso, der bereits für YNGWIE MALNSTEEN und TNT trommelte.

„War of the Worlds Pt.I“ ist ein düsteres, episches und hartes Prog-Metal Album geworden, welches durchaus seine Anhänger unter den SYMPHONY X Fans finden sollte. Während der Montague seiner Liebe zuruft „Henceforth I never will be Romeo.“ kann Michael Romeo letztlich doch nicht aus seiner Haut und bleibt sich musikalisch treu.