Ophis - The Dismal Circle

CD Reviews, Ophis - The Dismal Circle

Die metallischen Gazetten sind voll von Freude darüber, dass PARADISE LOST wieder zu den Wurzeln gehen und voller Bedauern darüber, dass sich ANATHEMA sich immer weiter von diesen entfernen. Zu wenig Aufmerksamkeit bekommen dabei Bands wie OPHIS, die konstant ihr Ding auf hohem Niveau durchziehen.

Draußen ist es kalt und der Nieselregen nervt, als ich ´The Dismal Circle´ aus meinem Briefkasten fische. Ich glaube nicht, dass F.D.A. bei wetter.com geschaut haben, als sie die Promo verschickt haben, aber es passt perfekt.
Die Hamburger frönen weiterhin dem Funeral Doom, der am ehesten mit den Frühwerken von ANATHEMA zu vergleichen ist. Bleischwere Riffs erzeugen eine düstere Stimmung und die Melodien schaffen immer wieder einen Silberstreif am Horizont. So kreiert man wohlige, intensive Melancholie. OPHIS verzichteten im Vergleich zu den Briten gänzlich auf weibliche Vocals und sind wie bei dem Sample am Beginn von ´Engulfed In White Noise´ einen Tick verstörender. Gelungen sind in diesem Song sowohl das akustische Zwischenspiel als auch die Variationen bei den Vocals. Die Grunts werden kurzzeitig zur Seite gelegt und der Gesang erinnert dann an Peter Steele. Es sind diese kleine Variationen wie auch der vermehrte Hall auf den Drums bei ´Ephemeral´ oder der kurze fast schon schwarzmetallische Ausbruch beim Rausschmeißer, die die Platte über ihre gesamte Spielzeit von über einer Stunde spannend halten.

Mit ´The Dismal Circle´ in der Hinterhand ist es egal, was Petrus anstellt oder Sven Plöger redet. Die feuchte, herbstliche Dunkelheit ist das perfekte Setting für diese Scheibe. Und an die Qualität von OPHIS sind die Pioniere dieses Genres, mit Ausnahme von MY DYING BRIDE, seit Mitte der Neunziger nicht mehr rangekommen.