Our Lady Peace - Somethingness

CD Reviews, Our Lady Peace - Somethingness

Anders als MATTHEW GOOD habe ich die Landsmänner von OUR LADY PEACE in den letzten Jahren aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen aus den Augen und Ohren verloren, schließlich lieferten die Kanadier nach „Healthy In Paraniod Times“ (2006) mit „Burn Burn“ (2009) und „Curve“ noch zwei weitere Longplayer ab, wobei mit dem Letzteren ein deutlich spürbarer Soundwechsel verbunden war. 

Und aus nicht ganz heiterem Himmel sind sie jetzt wieder auf meinem Radar erschienen, touren sie doch mit MATTHEW GOOD gerade durch Kanada. Mit „Somethingness“ besinnen sich OUR LADY PEACE auf alte Stärken, nämlich melodisch und melancholischen Alternative Rock, der durchaus radiotauglich daherkommt, aber niemals für den Kommerz sein Herz und seine Seele verkauft. Dementsprechend wurde wohl auch darauf verzichtet, den ein oder anderen Füll-Song auf das Album zu bringen. Nach neun Songs und etwa 34 Minuten ist Schluss. Und das ist gut so, denn anders wäre die organische Kompaktheit gar nicht zu erreichen gewesen. So bekommt man eine Platte wie aus einem Guss. Von welchen Opus kann man das heutzutage noch sagen?

Den Anfang mach der Opener 'Head Down', ein intensiver, rockiger Song zwischen melancholischem Hoffen und ängstlichem Bangen. Bei der mitreißenden Schmachthymne 'Nice To Meet You' kann man sich eigentlich nur fragen, warum die europäischen Radiostationen diesen Song nicht rauf und runter spielen. Weltklasse! Überaus sehnsuchtsvoll, nachdenklich, aber eben auch pittoresk optimistisch gibt sich die epische Ballade eines Poeten ('Ballad Of A Poet'), wohingegen 'Hiding Place For Hearts' von überaus leidenschaftlicher, kämpferischer Weh- und Schwermut erfüllt ist. Ein Appell an alle die Zweifelnden, nicht aufzugeben. 'Drop Me In the Water' besticht dann durch seinen aufrüttelnden, mitreißenden Rock-Refrain, 'Missing Peaces' , wieder etwas ruhiger und mit stilbildender Akustik- und atmosphärischer Leadgitarre, überzeugt durch seinen unentrinnbaren Gänsehautfaktor, 'Falling Into Place' kann durch seine kantige Frühe-U2-Attitüde punkten. Ernsthaft traurig wird es dann in 'Let Me Live Again', doch inklusive eines furiosen versöhnlichen Finales. Einzig der Rausschmeißer 'Last Train' zündet nicht beim ersten Hören.

Kurz: Die Kanadier von OUR LADY PEACE haben mit „Somethingness“ ein wirklich eindrucksvolles Alternative-Rock-Album vorgelegt, das organisch wie aus einem Guss verschiedenste eher düstere Emotionen wie Wehmut, Schwermut und Sehnsucht bedient und mit neun überaus vielfältigen einzigartigen Songs mehr als zu überzeugen vermag. Meine Alternative-Rock -(Wieder-)Entdeckung des noch jungen Jahres!

Line Up

Raine Maida - vocalist
Duncan Coutts - bass
Steve Mazur - guitar
Jason Pierce - drums

 

Tracklist

01. Head Down
02. Nice To Meet You
03. Ballad Of A Poet
04. Hiding Place For Hearts
05. Drop Me In The Water
06. Missing Peaces
07. Falling Into Place
08. Let Me Live Again
09. Last Train