Paddy’s Funeral - We don't serve Clowns

CD Reviews, Paddy’s Funeral - We don't serve Clowns

Die grüne Insel ist nicht nur landschaftlich attraktiv, nein, sie inspiriert auch zu einer Vielzahl musikalischer Auswüchse. In Deutschland mischen  u.a. FIDDLER’S GREEN und MR IRISH BASTARD – um nur zwei zu nennen – irische Folklore mit Punk Rock. Seit mittlerweile 10 Jahren tummeln sich auch die Göttinger PADDY`S FUNERAL in dieser feuchtfröhlichen Szene.

Mit „We don’t serve Clowns“ stellte die Truppe um Frontröhre Jan bereits ihre dritte Folk Punk Konserve in die Regale. Schon der Opener „Folkpunk Song“ bringt alle Anliegen der Band perfekt auf den Punkt: Spaß und eingängige Musik. Kein Wunder also, dass die Band ihre Stärke vor allem auf der Bühne sieht. Trotzdem sind auch die Aufnahmen durchaus hörenswert. Denn nach dem Opener geht es mit „The Mero“ und „Miner’s Canary“ auf gleichbleibend hohem Niveau weiter. Dass sich das Quartett nicht stilistisch einengen lassen will zeigt dann die Coverversion von NINA HAGENs „Farbfilm“, was weniger irisch, dafür umso punkiger klingt und von Geigerin/Gitarristin Lisa gesungen wird. Mit „Christiania“ wird es dann erstmals ruhiger und melancholischer, bevor der Titeltrack dann wieder die Punkeinflüsse der Band nach außen kehrt, dabei aber nicht auf Pianoeinlagen der Roaring Twenties verzichtet.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die sieben folgenden Songs alle auf dem neuen Album enthalten sind oder von den ersten Aufnahmen der Band stammen. Wie auch immer begegnet einem dort die obligatorische Coverversion von „Dirty Old Town“, aber auch musikalische Gehversuche die weniger Überzeugen (z.B. der Rausschmeißer „Korobeiniki“, der mit fast 30 Minuten unheimlich nervt).

Zu ihren besten Zeiten müssen sich PADDY’S FUNERAL nicht  vor o.g. Größen verstecken. Und auch wer gerne Alben von COALMINER’S BEAT, THE REAL MCKENZIES oder PADDY AND THE RATS auf den Plattenteller legt, dürfte an „We don’t serve Clowns“ Gefallen finden. Von den 14 vorliegenden Songs überzeugen die ersten sieben durch die Bank, während die zweite Hälfte der Playlist neben guten Momenten („Hot Asphalt“) auch weniger gelungenes Material enthält. Hier wäre dann mal wieder weniger mehr gewesen.

Ich werde mir die Band bei Gelegenheit auf jeden Fall mal live reinziehen und wer von den letzten, eher durchschnittlichen FIDDLER’S GREEN Alben enttäuscht war, der könnte in PADDY’S FUNERAL eine Ersatzdroge finden.

Line Up

Jan Finkhäuser – Gesang, Gitarre, Bouzouki

Lisa Wätjen – Gesang, Gitarre, Geige

Sebastian Weske – Bass

Levent Burggraef – Schlagzeug, Gesang