Perpetratör – Altered Beast

CD Reviews, Perpetratör – Altered Beast

  • Erstellt am: Sonntag, 07 Januar 2018
  • Label: Caverna Abismal Records
  • V.Ö.: 31 Januar 2018
  • Bewertung: Perpetratör – Altered Beast
  • Redakteur: Thorsten Zwingelberg

Heute druckt mein Drucker nur noch Streifen und schwarze Flecken. Das wäre in den 80ern und frühen 90ern nicht passiert, denn da haben wir genüsslich auf der elektrischen Schreibmaschine getippselt oder den Nadeldrucker geschmeidig surren lassen. Ähnlich verhält es sich mit den meisten Thrash Metal Bands. Die zwanghafte Suche nach Originalität und eigenem Stil manövriert viele Kapellen in die Altmetallecke auf dem musikalischen Schrottplatz. Mit PERPETRATÖR verhält es sich anders.

Das Trio aus Portugal legt rechtzeitig zum 10jährigen Bestehen mit „Altered Beast“ sein zweites Album vor. Und wer das 2014er Debüt „Thermonuclear Epiphany“ kennt, der wird erleichtert feststellen, dass sich am makellosen Thrash Metal der Band nichts geändert hat. Allerdings ist die Produktion deutlich druckvoller und die Riffs donnern durch die Boxen wie eine ausgemusterte AirBerlin Maschine. Neben wütenden PS-Monstern wie „Terminal Possession” oder “Jungle War” gibt es aber auch eingängigere Stücke mit viel Wiedererkennungswert, wie z.B. das starke „A Fleeting Passage Through Hell”. Auch das abschließende „Black Sacristy“ überzeugt durch gute Riffs und viel Abwechslung – dabei dürfte die mittels Double-Bass erzeugte Energie ausreichen, um ein Mehrfamilienhaus einen Monat mit Strom zu versorgen. Bei Songs wie „The Doors of Perception“ werden Erinnerungen an brutale DEATH ANGEL Songs wach, was vor allem auch am Gesang von Frontmann Rick liegt. Das Zwischenspiel „Fires of Sacrifice“ erinnert an alte TESTAMENT, LÄÄZ ROCKIT & Co. Die Marschrichtung der Band dürfte also klar sein.

 

Seltsam, dass es PERPETRATÖR mit so starkem Material nicht gelungen ist einen Deal bei einem größeren Label an Land zu ziehen. Hoffen wir mal, dass „Altered Beast“ nicht in der Flut der Veröffentlichungen untergeht, denn das Zweitwerk der Portugiesen hat die Aufmerksamkeit der Thrashologen-Gemeinde auf jeden Fall verdient.