Sinaya – Maze of Madness

CD Reviews, Sinaya – Maze of Madness

Die Amis von GRUESOME gelten ja gemeinhin als so etwas wie die legitimen Nachfahren von DEATH. Die Brasilianerinnen von SINAYA melden mit ihrem Debüt „Maze of Madness“ aber einen ebenso guten Anspruch auf diesen Posten an wie GRUESOME zuletzt mit „Twisted Prayers“.

Das zu buschtrommelnden Esoterik-Rockern verkommenen einstige südamerikanische Death-Thrash Flagschiff SEPULTURA holt mit seiner Trümmermucke ja schon lange niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Es wird also Zeit für eine neue Vorzeigekapelle der härteren Gangart aus Brazilien. Zwar haben die 2010 in Sao Paulo gegründeten SINAYA bereits eine fast ebensolange Ehemaligenliste wie RUNNING WILD, doch das letzte verbliebene Gründungsmitglied Mylena Monaco (mittlerweile am Gesang und der Rhytmusgitarre) hat ein starkes Line-Up um sich versammelt. Nach den Aufnahmen zum Debütalbum wurde die Position am Bass mit Bruna Melo auch wieder besetzt. Auf dem Album ist noch Frontfrau Mylena am Tieftöner zu hören. „Maze of Madness“ ist nach einer EP und einer Single die dritte Veröffentlichung der Damen. Der knallige Thrasher „Buried By Terror“, der 2013 als Single erschienen war, hat es als krönenden Abschluss auch auf den ersten Longplayer der Ladies geschafft. Doch bereits der Opener „Life Against Fate“ zeigt die Fahrtrichtung des Vierers an: drückender Death-Thrash im Midtempobereich. Die brutalen Growls von Frontfrau Mylena erinnern sowohl an Chuck Schuldiner als auch an eine zahmere Version von OBITUARYs John Tardy. Mit anderen Worten: Die Vocals sind richtig geil. Aber auch die dazugehörigen Songs können durchgängig überzeugen und die Damen beschränken sich nicht nur auf stumpfes gethrashe sondern sie zeigen ein gutes Händchen für abwechslungsreiches Songwriting bei dem sich treibende Riffs, donnernde Drums und langsame Passagen perfekt ergänzen. Hinzu kommt eine richtig amtliche Produktion, die den Songs die notwendige Durchschlagkraft gibt. Zudem zeigen SINAYA in fast jedem Song, dass sich Aggressivität und Heavyness und Melodien nicht ausschließen müssen, so dass die Songs schon nach wenigen Durchläufen einen guten Wiedererkennungswert haben. Man höre sich nur einmal „Deep in the Grave“ oder "Bath of Memories" an: Hart geht auch ohne andauernde Blastbeats!

Fazit: Mit „Maze of Madness“ bringen SINAYA eins der stärksten Death-Thrash Alben des Jahres auf den Markt. Die Songs und die Produktion sind so stark, dass die Band gar nicht erst in den Verdacht gerät sich auf irgendeinen Exoten- oder Frauenbonus berufen zu müssen. Auf „Maze of Madness“ sprechen die Songs für sich. Und wer waren eigentlich nochmal diese SEPULTURA?

 

Line Up

Mylena Monaco - Guitar -vocals
Renata Petrelli - Lead guitar
Cynthia Tsai - Drums
Bruna Melo - Bass

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Sinaya