Sonic Skies - Drifter

CD Reviews, Sonic Skies - Drifter

In einer Zeit, in der es vielen Bands zumindest unangenehm ist, mit Metalcore in Verbindung gebracht zu werden, bekennen sich SONIC SKIES ohne „wenn“ und „aber“ zu dem Genre ihrer Wahl, und zwar aus vollster Überzeugung und von ganzem Herzen. 

Und das hört man dem neuen Album der Hamelner vom ersten Ton, der aus den Boxen dröhnt, auch an. Kein 08/15-Sound, der auf angepasste Breitenwirkung aus ist, sondern einer, der vor Dynamik, Kraft und Durchschlagskraft nur so strotzt. Da sind nicht nur die stilbildenden Vocals von Frontmann Sebastian, die den Tracks die nötige emotionale Zornigkeit verleihen, sondern auch die abrissbirnenhaften Riffs, die zusammen mit den treibenden Drums und dem dynamischen Bass für die nötige musikalische Tiefe und Intensität sorgen.

Hinzu kommt dann aber auch ein hohes Maß an hintergründiger melodischer Melancholie, die man in der SONIC-SKIES'schen Spielart äußerst selten hört. Und das macht das Album zu etwas ganz Besonderem, das den Hörer sofort in den Bann zieht. Man höre nur Songs wie 'Loathe', ein wirkliches mitreißendes Powerbündel. Mehr quirrlige Kraft mit „Raise-Your-Fist-Attitüde“ ist kaum möglich. Hammer! Wie das einzelne Blümlein auf dem felsigen Berggipfel, so kommt in 'Rosebud' der eingängige Refrain im brutalen Riffumfeld daher. Weltklasse! Etwas konventioneller, aber deshalb nicht von minderer Qualität gibt sich 'iCarus', wohingegen 'Wanderer' vor allem auch durch die atmosphärischen Leadgitarrenparts im Verein mit den Breakdowns zu punkten vermag. Die emotionale Martialität tut dann noch ihr Übriges.

'Reach' brilliert zusätzlich noch durch seine energetische Rhythmik. Das atmosphärisches Interludium 'Drifter' leitet dann klassischer Weise zum 'Epilogue', dem Rausschmeißer, über, in dem SONIC SKIES in Puncto „Wums“ zunächst noch einmal alle Register ziehen, ehe das wehmütige Finale einsetzt. Nahezu optimistisch und muteinflößend mutet phasenweise der überzeugende Opener 'Refuge' an, hitverdächtig ist dann auch 'Empire', vor allem aufgrund der Spannung zwischen der aggressiven Brutalität und der melodischen Eingängigkeit. Ein weiteres Highlight ist aufgrund des Melancholiepotenzials ohne Zweifel 'Polaris', Ähnliches gilt für 'Gears'. Mit 'Hearts' bekommt man schließlich noch einen überaus dichten, intensiven und leidenschaftlichen Track zu hören.

Fazit: Die Hamelner von SONIC SKIES heben sich wohltuend erfrischend und mehr als überzeugend vom Metalcore-Mainstream ab und stellen auf ihrem neuen Longplayer „Drifter“ eindrucksvoll unter Beweis, dass das Genre mehr zu bieten hat als den bekannten „Ich-werde-nach-heftigen-Riffs-und-den-unverzichtbaren-Breakdowns-plötzlich-ganz-gefühlsduselig“-Sound. Wer also vom Metalcore-Einerlei die Nase voll hat, das Genre neu entdecken möchte oder einfach auf richtig guten geilen Metal steht, der kommt an diesem Album nicht vorbei!

Line Up

Sebastian - Vocals
David - Guitar
Piggy - Guitar
Marco - Bass
Phil - Drums

Tracklist

01. Refuge
02. Empire
03. Polaris
04. Gears
05. Hearts
06. Loathe
07. Rosebud
08. iCarus
09. Wanderer
10. Reach
11. Drifter
12. Epilogue