Spin My Fate - Tides

CD Reviews, Spin My Fate - Tides

Wem die schöne Stadt Münster bisher in erster Linie aus dem Fernsehen über den Tatort mit Prof. Boerne und Kommissar Thiel, über Wilsberg oder über Klaus Otto Nagorsnik aus dem Quiz "Gefragt - Gejagt" bekannt sein sollte, der sollte jetzt seinen Horizont erweitern. Denn mit SPIN MY FATE kann die Stadt der Wiedertäufer eine Band vorweisen, die auf ihrem Album "Tides" in wirklich herausragender Weise (Alternative) Rock mit modernem Metal kombiniert und damit eine ungeahnt mitreißende Dynamik entfaltet.

Der Longplayer zieht im Hinblick auf tiefgründige Emotionen wirklich alle Register. Man höre nur den Track 'Slipping Away', der zunächst den Geist der großen, aber gerade unkitschigen Alternative-Schmachthymnen atmet. Metallischer wird es dann schon mit dem Track 'Lullaby', der phasenweise an die riffige, angegroovte Attitüde von BULLET FOR MY VALENTINE erinnert.

Nachdenklicher und zugleich düsterer wird es in 'No Solutions', ein Track, der darüber hinaus auch noch durch seine intensive Emotionalität zu überzeugen vermag, unklare Vocals inklusive. Um einiges frohgemuter kommt der 'Jump Song' daher, der durch seine kraftvolle, optimistische Stimmung und den weiblichen Gesängen fast schon eine Easy-Listening-Stimmung verbreitet. Spannungsgeladenes, leidenschaftliches Pathos erwartet den Hörer mit dem Song 'What Is The Matter', Ähnliches gilt für den Rauschmeißer 'Self Confidence', der allerdings trotz aller Wehmut ein höheres Mitreißpotenzial besitzt. Hammer.

Besonderes Augenmerk ist natürlich dem Titeltrack zu widmen, der hier zugleich der Opener ist und von der härteren Gangart ist. Da bleibt dann nicht verborgen, dass man mit Bands wie den EMIL BULLS oder 4LYN Konzerte gespielt hat. 'This Is Now' ließ bei mir dann mitunter Parallelen zu den druckvollen, elektronischen PARADISE LOST aus der "Host"-Ära aufkommen. Ein Weltklasse-Song ist zudem 'Fix Me', kein Wunder, dass es dazu auch ein Video gibt, schließlich strotzt der Song nur so vor dynamischer Energetik, zumal die choralen Elemente ganz im Stile von den aktuellen IN FLAMES oder BRING ME THE HORIZON eine ganz besondere Stimmung erschaffen. Hammermäßige, fast schon SLAYERmäßige Riffs gibt es 'Dying Day', kraftvolle Melodiosität in 'Devil's Advocate'.

Fazit: Mit "Tides" legen die Münsteraner von SPIN MY FATE ein überaus gelungenes und abwechslungsreiches Album vor, das sich gekonnt im Spannungsfeld von (Alternative) Rock und modernem Metal bewegt und durch seine dynamische Energie, durch seine intensive Emotionalität, durch seine riffige Härte und durch seinen melodiösen Mitreißfaktor mehr als zu überzeugen vermag. Unbedingt reinhören und kaufen!