Spoil Engine - Stormsleeper

CD Reviews, Spoil Engine - Stormsleeper

Mit dem Stil ist es so eine Sache. Denn die flämisch-niederländischen Metaller von SPOIL ENGINE erschaffen durch Anleihen bei Bands wie IN FLAMES, ARCHITECTS, BRING ME THE HORIZON und ARCH ENEMY etwas genuin Eigenes, das man dann schwer einem Stil zuordnen kann.

Natürlich ist man zu Beginn erst einmal mehr als beeindruckt, wenn die neue Sängerin Iris Goessens im Opener 'Disconnect' zu den dynamischen Riffs in einhämmernder Thrash-Metal-Attitüde ihre infernalen Growls in sehr virtuoser Weise erklingen lässt. Ähnlich druckvoll geht es in 'Silence Will Fall' weiter, allerdings wird die energetische, bisweilen sehr groovige Brutalität immer wieder von einem hohen Maß an hymnischer Eingängigkeit unterbrochen, die in ihrer Intensität sehr an die EMIL BULLS erinnern. Ähnliches gilt auch für 'Doomed To Die', ein rotziger, hammerharter und geradliniger Track mit eingängigem Refrain und stilbildenden Soli.

Modern metallischer oder metalcoriger wird es dann in dem Track 'Weightless', auch wenn hier die emotionale Gefühligkeit größtenteils noch unter der rauen Schale verborgen bleibt und nur sporadisch hervorschimmert. Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt dann ausgerechnet der Titeltrack, der in puncto Refrain für meinen Geschmack etwas zu seicht daherkommt, der aber unbestreitbare Stärken in den härteren Partien hat. Als auf einem hohen Niveau "Im Westen nichts Neues" lässt sich 'Hollow Crown' charakterisieren, auch wenn versucht wird, durch allerlei Wendungen und BRING-ME-THE-HORIZONmäßiger Zerbrechlichkeit Unterschiedlichkeit herzustellen.

Ganz anders verhält es sich da mit 'Black Sails', ein quirliger Song, der besonders durch seine nachdenkliche, melancholische Stimmung besticht. Eingängiger, rockiger präsentiert sich dann 'The Verdict', ein wirklich gelungener Song. Ein weiterer Höhepunkt ist das vor wehmütiger Melancholie nur so strotzende 'Singing Sirens' im Spannungsfeld von ergreifender Kraft und tiefster Emotionalität, ehe es mit 'Wastelands' noch einmal ein Brett mit den schon beschriebenen Zutaten gibt.

Fazit: Spoil Engine legen mit "Stormsleeper" ein überaus hörenswertes Album vor, dessen Stärken unverkennbar der wandelbare Gesang der neuen Sängerin Iris Goessens, die druckvolle, dynamische Brutalität und von einzelnen Ausnahmen abgesehen auch die eingängigen, melancholischen und bisweilen auch hymnischen Refrains sind. Modern Metal mit thrashigen Einschlägen. Ganz so, als wurde man ARCH ENEMY, IN FLAMES und BRING ME THE HORIZON mischen.