Stillborn - Nocturnals

CD Reviews, Stillborn - Nocturnals

Manchmal reicht ein Album aus, um Kultstatus zu erlangen. Mit dem 1989 erschienenen Longplayer „Necrospirituals“ gelang den Schweden von STILLBORN genau das, vermochte das Opus doch trotz relativ geringer Breitenwirkung gehörigen Einfluss auf Bands wie PARADISE LOST, ENTOMBED oder CATHEDRAL auszuüben, zumal es zu den ersten Gothic Metal Alben gehörte. Nach Line-up-Wechseln und zwei weiteren Alben war dann Schluss...

Nun, 28 Jahre später, wagt sich die Originalbesetzung von STILLBORN mit zehn neuen Songs an die Öffentlichkeit, mit denen sie das Gothic-Feeling der späten 80er und frühen 90er Jahre gekonnt konservieren, dynamisch und frisch in die neue Zeit retten. Gleiches gilt für die überaus morbide horroreske Stimmung, die bisweilen an eine Mischung aus der Morbidität von NICK CAVE oder der Martialität von PETER STEELE (TYPE O NEGATIVE) erinnert.

Hinzu kommt ein Händchen für authentische, ehrliche Hardrock-Riffs, die den Songs die ganz besondere Intensität verleihen ('Fata Morgana'). Auch düstere Hymnnik, die mitunter phasenweise RAMMSTEIN als Reminiszenz möglich erscheinen lassen, ist ein Charakteristikum, das sich durch die Songs durchzieht ('Anathema'). Natürlich dürfen dabei auch die obligatorischen wehmütigen Gitarrensoli nicht fehlen ('The Walking Dead').

Sehr groovig, fast schon LED-ZEPPELINmäßig startet zudem der Opener '1917', der darüber hinaus durch seine melodisch-eingängigen Refrainpartien überzeugen kann. Eine höchst explosive Mischung! Hammermäßig kommt auch der Song 'Dresden' daher, eine perfekte Kombination aus Horror, Härte und Beautiness, zudem mit deutschsprachigen Textbausteinen („Auf Wiedersehen, Dresden“). Weltklasse. Eine düstere Horrorhymne ist zudem 'Oblivion Reloaded', wohingegen 'The Animal Within' um einiges härter und direkter daherkommt. Ähnliches gilt auch für 'They Forgive Nothing', auch wenn der Song etwas gebremster ist, ebenso für 'Maaemo'. Leicht angeRAMMSTEINt zeigt sich auch der Track 'Lorelei', bei dem Titel vielleicht auch kein Wunder.

Fazit: STILLBORN legen 28 Jahre nach ihrem bahnbrechenden Werk „Necrospirituals“ mit „Nocturnals“ ein durchaus gelungenen Longplayer vor, der in hardrockiger LED-ZEPPELIN-Manier die Morbidität eines NICK CAVE mit der Martialität eines PETER STEEL kombiniert und der bisweilen mit RAMMSTEINigen Elementen aufwartet und den guten alten Gothic Metal der späten 80er und frühen 90er Jahre durchschimmern lässt. Eine Hammer-Kombination, die man sich nicht entgehenlassen sollte!