Vallenfyre - Fear Those Who Fear Him

CD Reviews, Vallenfyre - Fear Those Who Fear Him

Raue ehrliche Brutalität, keine Konformität, keine Kompromisse. Das ist das, was uns Gregor Masckintosh, Bandgründer, Mastermind, Gitarrist und im Nebenberuf auch noch in leitender Stelle bei PARADISE LOST tätig, für das dritte Album seiner deathigen Crust-Doomer verspricht. Und die Latte, die die zum Trio geschrumpfte Band (Hamish Glencross, ex-MY DYING BRIDE; Waltteri Väyrynen, ABHORRENCE, PARADISE LOST) überspringen muss, ist in Anbetracht der beiden Vorgängeralben hoch.

Und während andere Bands in ihrer musikalischen Entwicklung den Weg von einfachen Anfängen hin zu mehr Diversity, mehr Komplexität und mehr Experimentierfreudigkeit gehen, haben VALLENFYRE auf diesem Longplayer genau die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen. Gut gemacht, möchte man da sofort sagen, denn mir hat es sich bisher noch nie so richtig erschlossen, warum man Bier mit allerlei Fruchtsäften oder Kräutern mischen oder warum die Welt unbedingt Chili in der Schokolade oder Gemüse in Chips haben muss.

Wie es sich für ein Magnum Opus gehört, beginnt "Fear Those Who Fear Him" titelgemäß mit einem furchteinflößenden, instrumentalen Intro, das direkt zum ersten Kracher 'Messiah' überleitet, der in typischer VALLENFYRE-Manier mit hammerharten Riffs ein erstes Crustgewitter auf den Hörer einprasseln lässt, wobei besonders auch die Impulse vom neuen Drummer Väyrynen für dynamische Frische sorgt. Selbige besticht auch in 'Degeneration', ein Track, der sich zudem durch die sporadische hintergründig leidenden Soli auszeichnet. Zur Doom-Fraktion des Albums gehört dann der Hammer-Song 'An Apathic Grave', der durch seine Entschleunigung eine besonders intensive infernale Atmosphäre zu verbreiten vermag. Dazu tragen, wie auch in den anderen Songs, natürlich die tiefen gekonnten Growls von Mackintosh bei, die man sich mitunter auch bei PARADISE LOST wünschen würde.

Crustig, kurz und kompromisslos zerschreddern 'Nihilist' und 'Kill All Your Masters' gekonnt alle Hindernisse, überaus martialisch kommt dann auch 'Among The Filth' daher, ehe es mit 'The Merciless Tide' noch einmal zu einer Übertrumpfung der bisherigen Höhepunkte kommt, verbreitet der Song doch durch düstere, abwechslungsreichere Infernalität eine schreckeinfößende und überaus mitreißende Atmosphäre. Ein wahres Höllenrequiem. Ähnliches gilt für 'Cursed From The Womb'. Dass die tote Welt nicht mehr lange zu atmen hat, stellt der 39 Sekunden dauernde Song 'Dead World Breathes' unter Beweis, weltklasse Riffs und Solopassagen aus der Krachforschung gibt es in 'Soldier Of Christ', ehe 'Temple Of Rats' den Zuhörer in die tosende Stille entlässt.

Fazit: VALLENFYRE legen mit ihrem nunmehr dritten Album "Fear Those Who Fear Him" ein mehr als gelungenes Opus vor, das durch die perfekte Kombination aus Crust, Doom und Death Metal in abwechslungsreicher Weise ursprüngliche Brutalität, ehrliche Kompromisslosigkeit und düstere Infernalität bietet. Pure brutale Reinheit ganz ohne künstliche oder gekünstelte Zusatzstoffe! Kaufen!