VUUR - In This Momenet We Are Free - Cities

CD Reviews, VUUR - In This Momenet We Are Free - Cities

Die Erwartungen stiegen sicher bei vielen THE GATHERING Fans als Anneke van Giersbergen ankündigte eine neue Band unter dem Namen VUUR (Holländisch für Feuer) gegründet zu haben, die progressiven Metal spielt. Kommt dieses Album an "Mandylion" oder "Nighttime Birds" heran? Und was hat es mit diesen Songtiteln mit den Städten/ Metropolen Namen auf sich?

Um mal auf den Punkt zu kommen: meine Erwartungen werden erfüllt. Aber erstmal ein paar Worte zur Bandgründung. Anneke verließ THE GATHERING 2007 und startete ihre Solokarriere unter ihrem Namen und AQUA DE ANNIQUE. Ihre Alben waren teils etwas Poplastiger, Alternative Rockiger und teils ruhiger als ihr früheres Material. Dann tauchte sie auf Alben von AYREON auf, sang auf Scheiben von DEVIN TOWNSHEND PROJECT und  schließlich auf dem Konzept Doppel Album THE GENTLE STORM, dessen schaffende Kraft Anton Arjen Locassen (siehe auch AYREON, STAR ONE) ist. Das Doppelalbum gliederte sich in zwei Fassungen der gleichen Geschichte. Eine war akustisch und folkloristisch, die andere Version metallisch voll verstärkt. Und das sorgte letztendlich für die Entscheidung Annekes ihre Karriere zu splitten: Solo tritt sie nur noch akustisch und ruhig auf. Unter dem Bandnamen VUUR möchte sie als Bandmitglied am Mikro ihre metallische Seite präsentieren. Und das gelingt ihr sehr gut. Sie suchte sich für VUUR "die besten Metal Musiker aus Holland" und heran ging es an das Songwriting für das besprochene Werk. Hierbei fand sie neben den beiden VUUR Gitarristen auch Unterstützung  außerhalbs von Mitgliedern von PERIPHERY, AMORPHIS und ANATHEMA. Nun zu den Songtiteln: Es geht um das Leben und das Wirken in Metropolen. Die Anonymität in Großstädten gibt Anneke das Gefühl von Freiheit. Deshalb ist sie mit ihrer Familie auch zurück in städtische Gefilde gezogen. Aber jede Stadt hat eine andere Atmosphäre. Soviel vom Konzept habe ich verstanden. Aber wie klingt denn "In This Moment We Are Free - Cities" nun? Stellt Euch eine Mischung von "Mandylion", "Nighttime Birds" mit etwas weniger Keyboards vor. Außerdem etwas vertrackter. Das ganze natürlich üppig produziert. Zündet der Opener "My Champion - Berlin" erst beim zweiten Durchlauf beim Refrain, kann die erste Auskopplung "Days Go By - London" trotz progressiver Vertracktheit direkt ins Schwarze treffen. Orientalisch wird es bei "Safe me - Istanbul" etwas ruhiger beim wunderschönen "Freedom - Rio".  Dazwischen immer wieder mal leichte Melancholie, die dann wieder in Hoffnungs- und Glücksmomente umschlägt. Es gibt mehrere dieser Wendungen und Passagen auf dem Album zu hören, sodass ich es als sehr gelungen bewerten kann.

Die Band geht als Support von EPICA im Herbst auf Tour. Erste Headlinershows kommen im Dezember.