We Sell The Dead - Heaven Doesn`t Want You And Hell Is Full

CD Reviews, We Sell The Dead - Heaven Doesn`t Want You And Hell Is Full

Mein Interesse war geweckt, als ich gelesen hatte, dass es sich bei dieser Formation aus einem Zusammenschluss von (Ex-)Bandmitgliedern von IN FLAMES, HIM, SPIRITUAL BEGGARS und DRÖMRIKET handelt. Neugierig aufs Album machten mich auch die drei vorab bei YouTube veröffentlichten Videoclips im Stil der GORILLA Videos.

In einem Breitwandsound daherkommend weiß die wuchtige Instrumentalisierung zu überzeugen. Gerade die groovig stampfende Klampfe von Niclas Engelin, die die Musik vorantreibt. Dabei sehr gefällig sind gerade die Up-Tempo Nummern auf der ersten Hälfte des Albums, im speziellen „Imagine“ und „Turn It Over“. An manchen Stellen hört man der Gitarrenarbeit auf jeden Fall den IN FLAMES Einschlag an.

Auf der zweiten Hälfte des Albums geht es dann hingegen doch wesentlich düsterer und ruhiger zu. Insbesondere die gelungene Ballade „To Cold To Touch“ bleibt da bei mir hängen. Pluspunkt hier ist auch die tiefere Stimmlage des Mannes am Mikro, der sich ansonsten eher gesangstechnisch im Heavy / Power Metal Bereich bewegt und durch sein höheres, etwas heiseres Stimmorgan kennzeichnen lässt, was für mich hingegen leider nicht so mein Fall ist und auch nicht immer zur Musik passt. Diese hat ihren Kern zwar auch im Heavy Metal, aber der besondere, eigene Sound ist auch mit Anleihen aus den Genres Gothic und Doom gespickt. Inspiriert ist diese Band übrigens von Jack The Ripper, was jedoch nur eine uninteressante Randnotiz ist.

„Heaven Doesn`t Want You And Hell Is Full“ ist an sich ein reifes Album, was jedoch an manchen Stellen daran kränkelt, dass es doch etwas arg konstruiert wirkt. Ein fantastischer Sound - absolut Mainstream tauglich - mit geiler Gitarrenarbeit steht dabei für meine Sinne oft langweiligem und leicht nervigem Gesang gegenüber. Und neben hervorstechenden Songs gibt es leider auch einige Titel und Passagen, wo das Album nur so vor sich hintröpfelt. Schade eigentlich, denn hier war wesentlich mehr möglich, da dieser Silberling über mehr als gute Ansätze verfügt. Dennoch ein solides Album. Anspieltipp: „Echoes Of An Ugly Past“.

Line Up

Niclas Engelin – Gitarre
Gas Lipstick – Drums
Jonas Slättung – Bass
Apollo Papathanasio – Gesang

Tracklist

  1. The Body Market
  2. Echoes Of An Ugly Past
  3. Leave Me Alone
  4. Imagine
  5. Turn It Over
  6. Too Cold To Touch
  7. Trust
  8. Pate And Perfect
  9. Silent Scream