AFI - The Blood Album

CD Reviews, AFI - The Blood Album

Über drei Jahre haben sich AFI Zeit gelassen, um uns nach ihrem sehr gelungenen Album "Burials" mit neuem Material zu erfreuen. Das kommt jetzt unter dem martialischen Titel "The Blood Album" und hinterlässt tatsächlich eine blutige Schneise der alternative-rockigen Verwüstung.

Denn besser hätte man die klassische Mischung aus nachdenklicher Melancholie und mitreißender Dynamik wohl nicht hinbekommen können. Dadurch kommt der Sound nicht nur überaus gutgelaunt und hoffnungsvoll daher, sondern er verströmt zugleich eine ungeahnte Intensität, die mitunter auch riffig brachialer daherkommen kann, wie der Track 'So Beneath You' unter Beweis stellt. Ein echt quirrliges Kraftmonster. Hinzu kommt eine gehörige Portion Punk-Rock wie in 'Dumb Kids', ein 2.40 Minuten langer Song, der mächtig Tempo hat, gehörig Druck macht und nicht nur wegen seinen choraligen gröligen Gesängen old-school-Atmosphäre verbreitet.

Wehmut wird in dem Track 'Feed From The Floor' groß geschrieben, der durch seine Nachdenklichkeit und seine Kombination aus THE-CUREiger Schwere und FURY-IN-THE-SLAUGHTERHOUSEmäßige Ursprünglichkeit zu überzeugen weiß. Für die Freunde der härteren Gangart gibt es den Song 'White Offerings' in gekonnter leidenschaftlich zorniger "Sick-of-it all-Attitüde".

Etwas versöhnlicher gibt sich da schon der Rausschmeißer 'The Wind That Carries Me Away', ein Song, der genau so wie der Opener 'Dark Snow' eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass AFI ein unfehlbares Händchen für die ganz große Melodie haben. Gleiches gilt für das phasenweise punkig-folkige 'Still A Stranger'. Hammer! Angeloopte, unbeschwerte Leichtigkeit mit unter die Haut gehender Melodie im Stile von BLINK182 und JIMMY EAT WORLD bietet darüber hinaus 'Hidden Knives', wohingegen 'Above The Bridge' phasenweise wiederum etwas niederdrückender daherkommt, nur um dann immer wieder purem Optimismus zu frönen. Ein Auf und Ab, wie im richtigen Leben!

Kurz: Auf ihrem "The Blood Album" haben AFI ihren Sound konsequent weiterentwickelt und kommen nun um einiges rockiger und punkiger daher. Das verleiht ihrem ohnehin schon genialen Sound, der sich gekonnt zwischen den Polen melancholischer Nachdenklichkeit, intensiver Rockigkeit und der ganz großen Melodie bewegt, ungeahnt Frische und Dynamik! Weltklasse!

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