Alvenrad - Heer

CD Reviews, Alvenrad - Heer

ALVENRAD machen genau da weiter, wo sie mit "Habitat" 2014 aufgehört haben. Nach Reife vom Duo auf Bandstärke und erfolgreicher Live-Feuertaufe setzen die nach wie vor federführenden Herren Kwint und Strik zum Jahresende ein Ausrufezeichen in Sachen Folk, Metal und (Classic) Rock.

Unbeirrt trotzig und kauzig musizieren sich ALVENRAD einmal mehr durch Heide- und Moorlandschaften wie durch Auwälder und halten dabei erfreulicherweise an ihrer Muttersprache fest. Die mal thrashigen, mal rockenden Gitarren bilden in der Regel das Grundgerüst der Songs, in denen die Keys von Jasper in Form von mächtigen Hammond-Sounds oder getragenem Piano auf dem aktuellen Werk überraschend oft die Führung übernehmen, manchmal sogar dominieren. Wobei sich die beiden Musiker dabei in ihrer Instrumentierung und in ihren Arrangements nicht nur wunderbar ergänzen, sondern immer wieder gegenseitig pushen und antreiben. Gitarrist Mark hat wiederum gesanglich einen Schritt nach vorn gemacht, Songwriting und Arrangements sind nicht nur durch Instrumente wie Euphonium und Schlüsselharfe weitaus abwechslungsreicher als auf dem Debut. Wem "Habitat" bereits zu überdreht war, der wird vor dem Keiler "Heer" einmal mehr die Beine in die Hand nehmen. ALVENRAD 2017 haben immer noch jede Mengen Ecken und Kanten, an denen man sich stoßen kann. Sie sind genauso sperrig, wie wahnwitzig, oft mit einem Augenzwinkern doch auch immer mit Tiefgang. Und wer die Spiel- und Lebensfreude der Jungs einmal auf oder neben der Bühne erlebt hat, der kann bestätigen, dass hier Menschen am Werk sind, die sich ihrer Musik vollends hingeben und denen man eines garantiert nicht vorwerfen kann: Nämlich Musik von der Stange zu machen!

Somit ist für mich der größte Kritikpunkt des Albums, der etwas schwachbrüstige Gesamtsound und ein Mix der es leider nicht schafft, die Hauptkomponenten aus Keyboard, Gesang und Gitarre zu einer kraftvollen, mächtigen Einheit zu verschmelzen, nur eine Randnotiz, welche zum einen den begrenzten finanziellen Spielräumen geschuldet sein dürfte und die darüber hinaus vom überragenden Artwork aus der Hand von David Thiérée mehr als wett gemacht wird.

Wer also gerne im stilistischen Unterholz zwischen Skyclad und Uriah Heep, Mägo De Oz oder Deep Purple wühlt, der dürfte durch "Heer" wiederum eine (musikalische) Bereicherung erfahren.

  

  

 

Line Up

Mark Kwint: vox, guitars

Jasper Strik: organs, piano, vox

Thijs Kwint: bass

Hanna van Gorcum: nyckelharpa

Erik Sprooten: lead guitar

Arjan Hoekstra: euphonium

 Ingmar Regeling: drums

Tracklist

1. De Hoogzit
2. De Raven Wodans
3. Dagen Gaans Heen
4. De Zonne-ever
5. Boom des Gouds
6. De Herder
7. Fallisch
8. Minneschemering
9. De Groene Tempel
10. Omheind
11. Foreest in Tweelicht ´17