Assault - The Fallen Reich

CD Reviews, Assault - The Fallen Reich

Wer auf Death Metal mit Dampf und Melodie steht, ist bei ASSAULT aus Singapur goldrichtig aufgehoben.

Die Band existiert bereits seit 2006. Fünf Jahre später erschien die selbstproduzierte EP ´The Exceptions Of The Rebellions´, die einen soliden Einstand bot. In 2016 wurde dann erneut in Eigenregie ´The Fallen Reich´ eingezimmert. Transcending Obscurity bekamen die Aufnahmen auf den Tisch und boten an, das Teil zu veröffentlichen. Davon werden sicherlich beide Seiten ihre Vorteile haben. Es ist erstaunlich, welche Fortschritte die Band zwischen den Releases gemacht hat. Die mögen auch in Line-Up Wechseln begründet liegen. Es gibt an der zweiten EP nichts, dass mir nicht eine Ecke besser als auf dem Erstling gefällt. Das beginnt bei dem Cover. Das Artwork von ´The Fallen Reich´ stammt von Mark Riddick, dessen schwarz-weiß-Malerei ja schon so einige Death Metal Scheiben von MASTER bis ENDSEEKER passend verpackt hat. Auch in Sachen Produktion hat die Band eins draufgelegt. Die sechs Songs sind fett aber nicht glatt produziert. Nicht nur beim kurzen Solopart von ´Ghettos´ ist der verzerrte Bass gut zu hören und macht ordentlich Druck von unten. Die Drums klingen erfreulich organisch und sind präzise eingespielt. Und auch die Gitarrenfraktion leistet ganze Arbeit und hat einen guten Sound mitbekommen.

Was die Songs angeht, klingt ´The Fallen Reich´ wesentlich ausgereifter und aggressiver als der Vorgänger. Das steht dem Quintett gut zu Gesicht. Tracks wie ´Subversion´ vom Debüt waren mir mit AMON AMARTH artigen Schunkelmelodien etwas zu nett, so was gibt es nicht mehr. Auch sind die Songs nicht mehr so simpel gehalten, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht weiterhin eingängig sind. Der Zuwachs an Härte hat mehrere Ursachen. Zum einen wurde das Tempo angezogen und über kurze Passagen wird auch mal geblastet. Zum anderen sind die Riffs knackiger geworden und auch Sänger Chlareance hat sich ordentlich weiterentwickelt. Auf den Debüt gab es kaum Variationen bei den Vocals. Nun reicht das Spektrum von Grunts bis zu aggressivem, eher kehligem Gesang, der sich aber klar von Black Metal Gekrächtse unterscheidet.

Was mir an dieser Scheibe, im Vergleich zu anderen Releses des Melodic Death Metal, gefällt ist, dass sie komplett kitschfrei ist. Es gibt kein Intro, keine Akustikparts, Keyboards oder female Vocals, sondern einfach sechs Abrissbirnen. Dass die Melodien nie zu nett werden liegt nicht nur an ihnen selbst. Zum Teil wird einfach auch mal aggressiv über ein Gitarrensolo gesungen, das reicht schon um Kitsch-Klippen und Langeweile gekonnt zu umschiffen. Ein weiteres Plus ist der wirklich fette Groove den viele Parts haben. Da zeigt sich bei Drums und Gitarren doch ein Thrash Einfluss. Beim Eröffnungsriff des Openers muss man zumindest mitnicken. Im Gengensatz zu diesem groovigen Beginn startet ´Spawn Of Rage´mit einem Gitarrenpart, der mich an die ersten beiden Großtaten von DISSECTION erinnert. Diese Spannbreite hält die Platte spannend.

Es ist schön zu sehen, dass es immer noch Bands gibt, die sich in aller Ruhe entwickeln und derartige Fortschritte machen. Nun fehlt nur noch, dass ASSAULT ihr Können über die volle Albumdistanz unter Beweis stellen. Mehr Infos zu ASSAULT findet ihr in unserem ausführlichen Interview mit Shouter Clarence.