Blind Mess - Blind Mess

CD Reviews, Blind Mess - Blind Mess

Dass der Freistaat Bayern nach Niedersachsen das zweitschönste Bundesland der Bundesrepublik ist, braucht eigentlich nicht weiter erwähnt zu werden. Ebenso, dass die Bayern neben Fußball, Bier und Würstchen auch etwas von Musik verstehen. Kein Wunder also, wenn sich nun mit BLIND MESS seit 2016 ein Trio aufgemacht hat, um dem Rock 'n' Roll neues Leben einzuhauchen und dem Stoner-Rock-Gott mit ihrem ersten selbstbetitelten Longplayer ein Opfer darzubringen.

Man höre nur Songs wie 'Black Mess', der zum einen durch seine rotzige Kompromisslosigkeit, durch seine ungestüme Ursprünglichkeit und seine schnörkellose Direktheit den Hörer sofort in den Bann zieht, der zum anderen aber auch mit seinem furiosen Finale mitzureißen vermag. Ähnliches gilt für das einer Dampfwalze gleiche, riffig etwas gemächlichere, aber nicht minder intensive 'Capricorn'. Vor Kraft nur so strotzend kommt 'Crach' daher, ein Song, der gekonnt die Atmosphäre der 70er atmet und auch durch seine bisweilen wabernd-kreischenden Leadgitarren besticht. Von ganz anderem Kaliber ist dann 'Supernova'. Mit diesem Track stellen BLIND MESS eindrucksvoll unter Beweis, wie vielfältig das Genre sein kann. Denn frische Dynamik und ein Mehr an mitreißender Eingängigkeit werden hier groß geschrieben.

Herrlich erfrischend ist darüber hinaus 'Empire' aufgrund seiner punkigen Attitüde mit phasenweise sehr durchdringendem Bass. Die Groovyness tut dann noch das Ihrige. Der Rausschmeißer 'The Monkeys' ist dann etwas konventioneller. Besonderes Augenmerk ist ja immer auch auf den Opener zu richten. Denn der erste Eindruck ist oftmals entscheidend und kann nur schwer revidiert werden. Und tatsächlich ziehen die Bayern hier alle Register und versammeln in diesem Track alle oben schon beschriebenen Essentials der Band. Weltklasse! Gleiches gilt schließlich für 'Your Bliss', das das Zeug zum absoluten Klassiker hat.

Fazit: Den Bayern von BLIND MESS gelingt es überaus eindrucksvoll, dem Stoner Rock eine ungeahnte Frische und Dynamik zu verleihen und vor allem den Beweis anzutreten, dass man mit rotziger Kompromisslosigkeit, mit ungestümer Ursprünglichkeit, mit schnörkelloser Direktheit, aber eben auch mit einem Blick für das Besondere einen äußerst intensiven, tiefen und vielfältigen Sound erschaffen kann.

Line Up

Oskar
Martin
Daniel

Tracklist

01. Ship Of Fools
02. Your Bliss
03. Black Mess
04. Capricorn
05. Crach
06. Supernova
07. Empire
08. The Monkeys
09. Ship Of Fools (live)
10. The Monkeys (live)