Caliban - Elements

CD Reviews, Caliban - Elements

Viel Feind, viel Ehr. Dieses Bonmot gilt nicht nur für den Politbetrieb, sondern im besonderen Maße natürlich auch für die Metalszene. Denn, um es einmal vorwegzunehmen, CALIBAN haben den zum Teil sehr harschen Kritiken zum Trotz mit „Elements“ einen wirklich brillanten Longplayer erschaffen, der mit Sicherheit nicht nur um den Titel der Metalcore-Championsleague kämpfen wird, sondern auch in den Jahres-Top-Ten zu finden sein wird.

Dass man mit jedem neuen Album das Genre nicht neu erfinden kann, sollte jedem klar sein. Das gilt ja für viele Bereiche des Lebens. Bier bleibt trotz der Innovationen der Craft-Brew-Szene immer noch Bier, Hopfen, Malz, Hefe und Wasser sei Dank. Die Mischung machts halt.

Und selbige ist auf „Elements“ überaus gelungen. Denn in gewohnter und erhoffter Manier bleibt die Durchschlagskraft mehr als erhalten. Dafür sorgen schon die Brutalität der Riffs, die Infernalität der düsteren Shouts, der treibende Charakter der Drums, gerne auch im Groove-Modus ('This Is War'). Die damit oftmals einhergehende melodische Hymnik hat mich dabei verstärkt an die EMIL BULLS erinnert (u.a. 'Delusion'). Natürlich wird auf die dem Genre innewohnende Nachdenklichkeit nicht verzichtet, mitunter intensiviert durch LINKIN-PARK-mäßigen Sprechgesang ('Carry On'), bisweilen überaus ausgetüftelt und atmosphärisch, sporadisch fast schon in PARADISE-LOSTscher „Host-Manier“.

Das führt zu einer ungeahnten Intensität und Diversity, die bei jedem neuen Durchlauf etwas Neues entdecken lässt. Insgesamt ist zu beobachten, dass ein verstärktes Augenmerk auf die Melodien gelegt wurde, ein Weg, den auch BRING ME THE HORIZON gegangen sind, doch bei CALIBAN driftet dieser nie ins Seichte und Beliebige ab. Denn der Schmerz, die Sehnsucht, der Wehmut bleiben immer authentisch. Schön ist auch, wenn alte Traditionen nicht aufgegeben werden. Da ist einmal der Zweijahresrhythmus, in dem die neuen Longplayer erscheinen, außerdem der obligatorische deutsche Song.

Fazit: Mit „Elements“ beweisen CALIBAN in eindrucksvoller Manier, dass sie ihren Anspruch auf den Metalcore-Thron nicht aufgegeben haben. Denn trotz einem Hang zu mehr melodischer und hymnischer Eingängigkeit hat der Sound nichts an seiner brutalen Durchschlagskraft eingebüßt. Im Gegenteil, durch ein hohes Maß an ausgetüftelter Atmosphärik gewinnt er sogar noch an Intensität und Tiefe.

Line Up

Marc Görtz – Guitar
Denis Schmidt – Guitar & Vocals
Andy Dörner – Vocals
Patrick Grün – Drums
Marco Schaller – Bass

Tracklist

01. This Is War
02. Intoxicated
03. Ich blute für Dich
04. Before Later Becomes Never
05. Set Me Free
06. My Madness
07. I Am Fear
08. Delusion
09. Carry on
10. Masquerade
11. Incomplete
12. The Great Unknown
13. Sleepers Awake

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