Cannibal Corpse – Red Before Black

CD Reviews, Cannibal Corpse – Red Before Black

Die meisten Menschen sehen entweder rot oder schwarz. Im Falle der 1988 gegründeten Death Metal Fleischer sahen vor allem zunächst die Jugendschützer und Hüter des guten Geschmacks rot. Und zwar so sehr, dass manch einer für die Zukunft der Amis schwarzsah: Auftrittsverbote, indizierte Songs, Beschlagnahmungen und zensierte Cover. Fast 30 Jahre später hat sich viel von dem Rauch von damals verzogen und Alex Webster & Co malträtieren munter und weitestgehend unbehelligt vor sich hin.

Ein Blick in unser Online-Archiv zeigt, dass die Band aus Florida immer recht viele Punkte abstauben konnte und dennoch fast immer auch der Kritik der Stagnation ausgesetzt war. Großartige Veränderungen bringt auch Longplayer Nr. 14 nicht mit sich. „Corpsegrinder“ brüllt in bekannter Manier das Mikro an, das Gitarrenduo Barret – O’Brien fiedelt in Hochgeschwindigkeit vor sich hin und die Rhythmusrecken Webster und Mazurkiewicz sorgen für den entsprechende Druck aus der Hinterhand.

Bekanntlich war ich nie ein großer CANNIBAL CORPSE Fan und bisher haben es lediglich „Hammer Smashed Face“ und „Crucifier Avenged“ vom „Torture“ Album auf meine All-Times Playlist geschafft. „A Skeletal Domain“ enttäuschte mich insofern, als dass mir der Sound weniger gut gefallen hat als beim Vorgänger. Zumindest in dieser Hinsicht kann Entwarnung gegeben werden, denn „Red Before Black“ klingt für meinen Geschmack wieder roher und druckvoller, vor allem was den Gitarrensound angeht. Die zwölf Songs folgen alle dem traditionellen CANNIBAL CORPSE Rezept und bescheren uns fliegende Wechsel von Blastspeeds, Dampfwalzen-Riffs und brutalen Groove-Passagen mit abgrundtiefem Gebrüll. Auch nachdem die Scheibe nun mehrere Tage in Dauerschleife gelaufen ist, will sich nicht so richtig ein „Hit“ herauskristallisieren, da sich alle Titel auf ähnlichem Niveau bewegen. Natürlich lässt mich hier mal ein Riff aufhorchen (z.B. der Einstieg zu „Firestorm Vengeance“ oder "Scavenger Consuming Death"), aber oftmals gefallen mir dann andere Parts eines Songs nicht 100%ig. Aber wir meckern auf hohem Niveau.

CANNIBAL CORPSE brettern auch nach 30 Jahren noch auf hohem Niveau und „Red Before Black“ wird die treuen Fans nicht enttäuschen. Das Album klingt kompakt, brutal und roh – wie ein frisch abgepacktes Rinderfilet beim Metzger eben.

Auch für die Sammler gibt es interessante Versionen, z.B. diese: